Papst mischt Malteserorden auf – 2

(Fortsetzung zu https://kreidfeuer.wordpress.com/2017/01/30/papst-mischt-malteserorden-auf/)       —————–

http://www.katholisches.info/2017/04/papst-mischt-die-karten-fuer-die-wahl-des-neuen-grossmeisters-des-malteserordens/ (26.4.):

(Rom) Am kommenden Samstag, dem 29. April, versammelt sich in Rom der Große Staatsrat des Souveränen Malteserordens zum ordenseigenen „Konklave“, um einen neuen Großmeister und Fürsten zu wählen – den 80. in der bald tausendjährigen Geschichte des Ritter- und Hospitalordens. Die Wahl wird notwendig, weil Papst Franziskus mit einem Brachialakt vom amtierenden Großmeister ohne Nennung von Gründen den Rücktritt erzwang und sich nun massiv in die Wahl des Nachfolgers einmischt.

… Zwei Tage zuvor, am Karsamstag, was erst am Dienstag der Osterwoche bekannt wurde, hatte Sonderlegat Becciu den abgesetzten Großmeister Festing in einem Brief „im Namen des Papstes“ wissen lassen, daß seine Anwesenheit während der Neuwahl seines Nachfolgers in Rom nicht erwünscht ist. Um einen „ruhigen und harmonischen“ Verlauf der Wahl sicherzustellen, habe er, Becciu, „mit Zustimmung des Papstes“ entschieden, daß der geschaßte Großmeister, obwohl Profeßritter des Ordens, und damit Angehöriger des Ersten Standes, nicht an der Wahl teilnehmen darf und am Wahltag überhaupt aus Rom fernbleiben soll.

Eingriffe über Eingriffe in die innersten Angelegenheiten eines Ordens, der eigentlich ein souveränes Völkerrechtssubjekt ist. Die Zuständigkeiten des Heiligen Stuhls beschränken sich auf das religiöse Leben der Profeßritter, doch Papst Franziskus setzt sich derzeit am laufenden Band über rechtliche Bestimmungen, ob kirchenrechtlicher oder völkerrechtlicher Art, kurzerhand hinweg. Er weiß, daß Personalpolitik der eigentliche Hebel für „nachhaltige“ und dauerhafte Eingriffe ist. …


Ergänzung:

http://www.katholisches.info/2017/04/abgesetzter-grossmeister-des-malteserordens-ueberraschend-nach-rom-zurueckgekehrt/ (27.4.):

(Rom) Während Papst Franziskus sich massiv in die am 29. April anstehende Wahl des neuen Großmeisters des Souveränen Malteserordens einmischt, berichtete Associated Press gestern abend, daß der von ihm abgesetzte ehemalige Großmeister Fra Matthew Festing „überraschend“ aus Großbritannien nach Rom zurückgekehrt ist, „um am Samstag, entgegen den Wünschen des Papstes, seine Stimme abzugeben“. …


Ergänzung 28.4.2017:

http://www.katholisches.info/2017/04/vertrauensbildende-massnahmen-papst-erlaubt-fra-festing-teilnahme-an-grossmeisterwahl/ (27.4.):

(Rom) Das Treffen von Papst Franziskus mit hohen Repräsentanten des Souveränen Malteserordens und dem Apostolischen Sonderlegaten für den Orden, Kurienerzbischof Angelo Becciu, fand bereits gestern abend statt, wie der Vatikan heute offiziell bekanntgab. Ein Grund für das Treffen wurde vom Vatikan nicht genannt.

… Der Großmeister, sollte am Samstag einer gewählt werden, was nicht sicher scheint, kann nur aus einem Kreis von zwölf Rittern gewählt werden, von denen einer weit über 90 ist. Großkomtur Ludwig Hoffmann von Rumerstein, der bis zur Wahl des Großmeisters das Amt eines Statthalters bekleidet, ist bereits 80.

Theoretisch könnte Festing, der 67 Jahre alt ist, am Samstag erneut zum Großmeister gewählt, gewissermaßen im Amt bestätigt werden. Rechtlich spricht nichts dagegen. …


Ergänzung 29.4.2017:

Roberto de Mattei: http://www.katholisches.info/2017/04/nach-dem-interdikt-musste-der-vatikan-zurueckrudern-morgen-konklave-des-malteserordens/ (28.4.):

Der ehemalige Großmeister des Malteserordens, Fra Matthew Festing, dem Kurienerzbischof Giovanni Angelo Becciu „in Absprache mit dem Papst“ am vergangenen 15. April die Teilnahme an der Wahl seines Nachfolgers verboten hatte, ist trotz päpstlichen Vetos in Rom gelandet. Dem Vatikan blieb nichts anderes übrig, als das zur Kenntnis zu nehmen. Dies auch deshalb, weil das Staatssekretariat, laut dem Vatikanisten Edward Pentin, aufmerksam gemacht wurde, daß die Wahl durch die Abwesenheit Festing ungültig sein könnte, da dieser ein unveräußerliches Recht besitzt, daran teilzunehmen, als Wähler, aber auch als einer, der wiedergewählt werden könnte.

Tatsache bleibt, daß der Brief, mit dem Fra Festing angeordnet wurde, in diesen Tagen nicht einmal in Rom sein zu sollen, eine neue, unglaubliche Verletzung der Souveränität des Malteserordens darstellt. Der Staatsrat, der sich am 29. April in der Villa Magistrale, dem exterritorialen Sitz des Malteserordens in Rom, zum Konklave versammelt, wird aus 56 Wählern bestehen. Papst Bergoglio wollte vor seiner Abreise nach Kairo eine Gruppe von ihnen treffen und damit weiteren, ungebührlichen Druck ausüben, um das Wahlergebnis zu beeinflussen. Dieses Eindringen in Terrain, das nicht unter die Zuständigkeit des Heiligen Stuhls fällt, riskiert das Gegenteil der gewünschten Wirkung zu provozieren. Allein schon die Anwesenheit Festings in Rom ist ein Aufbäumen des britischen Adeligen nach seinem übereilten, vom Papst Ende Januar geforderten Rücktritt.

Auf dem Rückweg von seinem Ägypten-Besuch wird Papst Franziskus den Namen des neuen Großmeisters erfahren, oder – was wahrscheinlicher ist – des Statthalters ad interim, der für ein Jahr im Amt bleiben wird, während dem er die Ausarbeitung neuer Satzungen zu koordinieren haben wird. Die Namen, die herumgereicht werden, sind die des Großkomturs, Fra Ludwig Hoffmann von Rumerstein, und des Großpriors von Rom, Fra Giacomo Dalla Torre Del Tempio di Sanguinetto. …


http://www.katholisches.info/2017/04/fra-giacomo-dalla-torre-del-tempio-di-sanguinetto-ist-neuer-grossmeister-und-fuerst-des-souveraenen-malteserordens/ (29.4.)


Ergänzung 30.4.2017:

http://www.kath.net/news/59363 Kardinal Burke: Verschleierung des Skandals kein gutes Vorzeichen (28.4.):

KATH.NET-EXKLUSIV: Papst-Brief an Kardinal Burke – MEGA-Gespräch von Josef von Beverfoerde mit Kardinal Raymond Leo Burke über die Krise im Malteser-Orden – BREAKING NEWS: Screenshot des Papstbriefes vom Dezember 2016 an Burke! …


Ergänzung 5.5.2017:

http://www.katholisches.info/2017/05/warum-lieben-die-freimaurer-papst-franziskus-die-logenbrueder-und-der-malteserorden/ (4.5.):

… Am 8. November 2014 wurde Kardinal Burke von Papst Franziskus als Höchstrichter und Dikasterienleiter abgesetzt und als Kardinalpatron des Malteserordens aus dem Vatikan wegbefördert. Mit der Ernennung habe er den Kardinal mit der „vorrangigen Aufgabe“ betraut, die lautete:

„die notwendige Beseitigung eines weltlichen Geistes und konkret der Freimaurerei aus dem Malteserorden“.

Das gab Kardinal Burke selbst in einem Bericht über die jüngsten Entwicklungen im Malteserorden bekannt, der mit seiner Erlaubnis vertraulich unter Ordensrittern des deutschen Sprachraumes verbreitet wurde, aber naturgemäß bald öffentlich bekannt wurde. Der Auftrag wurde ihm, so Burke, von Franziskus am 9. September 2014 erteilt. Damals kündigte ihm der Papst im Rahmen einer Privataudienz, weshalb sie vom Vatikan nicht offiziell verzeichnet ist, seine bevorstehende Wegbeförderung an. …

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