Amoris Laetitia – Freude an der Verwirrung

(Fortsetzung zu https://kreidfeuer.wordpress.com/2017/04/21/ein-jahr-amoris-laetitia-aergernis-billigen/)         —————

http://www.katholisches.info/2017/06/67827/ Amoris laetitia – Von der Einzelfallprüfung zur Kollektivabfertigung (17.6.):

(Buenos Aires) Gruppenbildung zur Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion? Diese Confusionis laetitia (Freude der Verwirrung), so der Vatikanist Marco Tosatti, herrscht in der argentinischen Diözese Reconquista im Staat Santa Fe. Wer nach dem umstrittenen nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia gedacht habe, nun gebe es eine „Unterscheidung“ durch „Einzelfallprüfung“, wird eines Besseren belehrt. Die Tür ist offen, nun wird kollektiv abgehandelt.

Mit den „Pastoralen Richtlinien“ der Bischöfe der Kirchenprovinz Buenos Aires in der Hand, die von Papst Franziskus ausdrücklich gelobt wurde, wird im Bistum Reconquista zur Tat geschritten. Von „Einzelfallprüfung“, weil „jede Situation anders ist“ und es daher „keine generellen Regeln geben“ könne, ist in der argentinischen Provinz keine Rede mehr. …

… Die Diözese bietet keine Einzelfallprüfung sondern – praktischerweise – einen Kurs an. So wie es einen Ehevorbereitungskurs gibt, gibt es in Reconquista auch einen Kurs zur Wiederzulassung zur Kommunion. Der Kurs nennt sich „Weg der Unterscheidung“. Alle Teilnehmer sind entweder wiederverheiratete Geschiedene oder leben in einer anderen irregulären Situation.

Bischof Mancín berief sich öffentlich auf einen Brief von Papst Franziskus. Dabei kann es sich nur um das Schreiben an die Bischöfe der Kirchenprovinz Buenos Aires handeln.  Der Papst lobte sie für ihr Pastoralprogramm, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zu zulassen. Diesem Weg sei nichts mehr hinzuzufügen, so der Papst.

Anders ausgedrückt: Die Richtlinien entsprechen genau seinem Denken. …


Ergänzung 21.6.2017:

http://www.katholisches.info/2017/06/papst-verweigert-kardinaelen-audienz-er-will-ihre-dubia-nicht-hoeren-ein-zweiter-brief/ (20.6.):

(Rom) Im September 2016 erhielt Papst Franziskus Post von vier namhaften Kardinälen. Der Papst weigert sich seither auf deren Fragen zu antworten. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die vier Kardinäle ihm vor wenigen Wochen einen weiteren Brief geschrieben. Darin baten sie den Papst um eine Audienz, um ihre Zweifel vorbringen zu können. Die päpstliche Reaktion? Keine. Audienz? Abgelehnt. Eine Antwort? Fehlanzeige. …


http://www.katholisches.info/2017/06/unser-gewissen-draengt-uns-der-zweite-brief-der-vier-kardinaele-zu-amoris-laetitia/ (20.6.):

… Geschrieben wurde der neue Brief von Kardinal Carlo Caffarra, bis vor kurzem Erzbischof von Bologna und Direktor des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie, das von Papst Franziskus in den vergangenen Monaten einem radikalen Kurswechsel unterzogen wurde. …


Roberto de Mattei: http://www.katholisches.info/2017/06/robert-de-mattei-der-skandal-des-schweigens/ (20.6.):

Die vier Kardinäle, Autoren der Dubia zum nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia, haben über den Blog des Vatikanisten Sandro Magister ein Audienzgesuch bekannt gemacht, das Kardinal Carlo Caffarra am vergangenen 25. April dem Papst zukommen ließ, aber keine Antwort erhielt. Das absichtliche Schweigen von Papst Franziskus – der in Santa Marta auch weniger relevante Persönlichkeiten empfängt, um über für das Leben der Kirche weniger wichtige Probleme zu diskutieren – ist der Grund für die Veröffentlichung des Dokuments. …


http://www.katholisches.info/2017/06/bei-audienz-bruederliche-zurechtweisung-geplant/ (20.6.):

(Rom) „Die Worte der Kardinäle sind voller Respekt. Man kann annehmen, daß es ihre Absicht ist, durch das direkte Gespräch in einer persönlichen Audienz die Absichten und Pläne von Papst Franziskus besser „unterscheiden“ zu können und eventuell in camera caritatis eine brüderliche Zurechtweisung vorzunehmen.“

Diese Worte des Historikers Roberto de Mattei bestätigen, daß die vier Kardinäle Papst Franziskus in einer Audienz mit der Lage der Kirche konfrontieren und notfalls brüderlich zurechtweisen wollten. Das dürfte der Hintergrund sein, weshalb Franziskus ihnen eine Audienz verweigert und damit den kaum mehr erträglichen Zustand noch verschärft, den er durch sein nachsynodales Schreiben Amoris laetitia provozierte.

… Papst Franziskus entzieht sich dieser Konfrontation, indem er den Kardinälen weder eine Audienz gewährt noch ihnen überhaupt auf ihr Audienzgesuch antwortet. Wie lange wird Franziskus diese Weigerungshaltung noch durchhalten können? …


Ergänzung 28.6.2017:

http://www.katholisches.info/2017/06/widerspruch-toetet-toetet-toetet-gab-franziskus-den-kardinaelen-am-8-mai-eine-antwort-auf-ihre-dubia/ (27.6.):

(Rom) Der Vatikanist Edward Pentin (National Catholic Register) stellte gestern die Frage in den Raum, ob Papst Franziskus mit seiner morgendlichen Predigt in Santa Marta vom vergangenen 8. Mai auf die Dubia (Zweifel) der vier Kardinäle Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner geantwortet habe. Die Frage ist wegen des informellen Charakters der Santa-Marta-Predigten schwer zu beantworten. Gerade deshalb könnte Franziskus allerdings diesen Weg gewählt haben. Interessant ist es allemal, sich wegen der jüngsten Entwicklungen noch einmal näher anzusehen, was der Papst an jenem Mai-Morgen sagte. …


Ergänzung 14.8.2017:

http://www.katholisches.info/2017/08/brasiliens-bischoefe-oeffnen-unter-berufung-auf-amoris-laetitia-wiederverheirateten-geschiedene-die-tueren/ (14.8.):

(Brasilia) Die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) veröffentlichte pastorale Richtlinien für die Umsetzung des umstrittenen nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia. Darin erklärt sie die Tür für wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten für offen. …


Ergänzung 19.8.2017:

http://www.katholisches.info/2017/08/kardinal-onaiyekan-prangert-druck-einiger-sektoren-der-kirche-an-die-zulassung-zur-kommunion-aendern-zu-wollen/ (17.8.):

(Accra) John Kardinal Onaiyekan, der Erzbischof von Abuja, prangerte den Druck an, der ausgeübt werde, um die Zulassungsbestimmung zur heiligen Kommunion zu ändern.

… Das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia interpretierte der Kardinal in Übereinstimmung mit der überlieferten Lehre und Praxis, denn eine andere Lesart könne es gar nicht geben. …

Der Kardinal stellte fest, daß es Versuche gebe, die Barmherzigkeit Gottes gegen das Gesetz Gottes auszuspielen. Die Barmherzigkeit Gottes hebe aber „weder die Gesetze Gottes noch die Normen der Kirche auf“, so der Erzbischof von Abuja. …


http://www.katholisches.info/2017/08/kardinal-burke-und-die-kurskorrektur-zu-amoris-laetitia-durch-bruederliche-zurechtweisung-des-papstes/ (18.8.):

(New York) Die katholische Zeitung The Wanderer veröffentlichte in ihren beiden jüngsten Ausgaben ein Interview mit Kardinal Raymond Burke. Im gestern erschienenen zweiten Teil antwortet der von Papst Franziskus am schlechtesten behandelte und vom päpstlichen Umfeld am meisten gefürchtete und bekämpfte Kardinal auf die Frage, wie eine brüderliche Zurechtweisung zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia zu erfolgen habe, nachdem Papst Franziskus nicht auf die fünf Dubia (Zweifel) der Kardinäle Brandmüller, Caffarra, Meisner und Burke antworten will.

Der Kardinal bestätigte in dem Interview, daß die Form einer brüderlichen Zurechtweisung nicht oft in der Kirche genützt wurde, in den vergangenen Jahrhunderten gar nicht. In der Kirchengeschichte habe es aber Zurechtweisungen von Päpsten „zu wichtigen Punkten“ gegeben, wenn auch nicht auf doktrineller Ebene.

„Mir scheint, daß das Wesen der Zurechtweisung ziemlich einfach ist. Auf der einen Seite wird die klare und offensichtliche Lehre der Kirche aufgezeigt, auf der anderen Seite wird dargelegt, was der römische Pontifex in diesem Moment lehrt. Gibt es darin einen Widerspruch, wird der Papst aufgefordert, seine Lehre im Gehorsam gegenüber Christus und dem Lehramt der Kirche anzupassen.“ …


Ergänzung 22.8.2017:

http://www.katholisches.info/2017/08/den-papst-zur-ordnung-rufen-theologe-fordert-kanonisches-verfahren-gegen-einen-papst-der-einen-irrtum-lehrt/ (21.8.):

Pater Nichols, bekannt als Autor zahlreicher Bücher, ist überzeugt, daß Papst Franziskus mit seinem umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia über die Ehe und das Moralgesetz eine so schwerwiegende Situation heraufbeschworen habe, daß die Kirche „ein Verfahren“ brauche, „das einen Papst zur Ordnung ruft, der in seinem Lehramt Falsches lehrt“. …


Ergänzung 25.8.2017:

http://www.katholisches.info/2017/08/typisch-fuer-einen-jesuiten-geleugnetes-papst-schreiben-zu-amoris-laetitia-taucht-offiziell-auf-internetseite-des-vatikans-auf/ (24.8.):

(Rom) Der Vatikan veröffentlichte auf seiner Internetseite das umstrittene Schreiben von Papst Franziskus an die Bischöfe der Kirchenprovinz von Buenos Aires zum nicht minder umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia. Die Echtheit dieses Schreibens wurde bisher vom Vatikan geleugnet bzw. offengelassen.

Am 8. April 2016 ließ Papst FranziskusAmoris laetitia durch Kardinal Christoph Schönborn, den Erzbischof von Wien, im Vatikan präsentieren. Danach begann ein erbärmliches Katz-und-Maus-Spiel um die Frage, ob Amoris laetitia nun wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zur Kommunion gewähre oder nicht. Ein Katz-und-Maus-Spiel, weil sich Franziskus bis heute weigert, auf diese Frage eine Antwort zu geben.

… Die Veröffentlichung, Zufall oder nicht, fällt mit einer entlarvenden Aussage eines der engsten Papst-Vertrauten zusammen. Der päpstliche Protegé und Ghostwriter Victor Manuel „Tucho“ Fernandez erklärte 16 Monate nach Veröffentlichung von Amoris laetitia frank und frei und in offenem Widerspruch zu allem bisher offiziell Gesagten, daß Papst Franziskus mit Amoris laetitia sehr wohl die „Disziplin“ in der Frage der Kommunionzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen geändert habe. …


Ergänzung 27.8.2017:

„Kreative Kontinuität“:
http://kath.net/news/60690 Papstberater Fernandez: ‚Neue Logik abseits starrer Schemata‘ (24.8.):

… Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ befasst sich erneut mit der Debatte um das Papstschreiben „Amoris laetitia“ zu Ehe und Familie. In ihrer Mittwochausgabe berichtet die Zeitung über einen Aufsatz des argentinischen Erzbischofs Victor Manuel Fernandez: Dieser sieht in dem Papstdokument keinen Bruch mit der Kirchenlehre. Es gehe darum, eine „neue Logik abseits von starren Schemata“ zu akzeptieren, schrieb Fernandez … Der Erzbischof ist Rektor der Päpstlich-Katholischen Universität Argentiniens (UCA) und ein enger Berater von Papst Franziskus.

Der Papst hatte in seinem Schreiben „Amoris laetitia“ von 2016 eine Möglichkeit angedeutet, Katholiken, die nach einer Scheidung zivil erneut geheiratet haben, zur Kommunion zuzulassen. Dies löste innerkirchlich eine Diskussion aus.

Eine seelsorgliche Einzelfallentscheidung, die dem Gewissen der Person Rechnung trägt, könne praktische Konsequenzen für den Umgang mit Sakramenten haben, so der Erzbischof weiter. Dies stelle keinen „Bruch, sondern eine harmonische Entwicklung und eine kreative Kontinuität gemäß der Lehre vorhergehender Päpste“ dar. …

*************************************************************************************

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kirche abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s