Ehe und Familie: Ist Grundgesetz reaktionär und homophob?

http://kath.net/news/60327 ‚Nicht alles was ist, ist auch Familie‘ (20.7.):

„Wir lassen uns derzeit von Sozialisten regieren, die der Meinung sind, es sei fahrlässig und bildungsfern, wenn Kinder dort sind, wo sie hingehören: bei ihren Eltern.“ Interview mit der Publizistin Birgit Kelle

… The Germanz: Familienministerin Katarina Barley sagte kürzlich in einem Interview mit dem „Vorwärts“, Feminismus bleibe weiterhin unsere Aufgabe. Warum gelten Sie als Antifeministin. Wollen Sie etwa „rückwärts“?

Birgit Kelle: Frau Barley hat im selben Interview auch gesagt, sie kämpfe für die „Anerkennung aller Familienmodelle“, gleichzeitig spricht sie von „zementierten Rollenbildern“ im Zusammenhang mit der Einverdienerehe, denn die ist natürlich selbstredend pfui, rechts und unmodern, oder um es mit den typischen Sprechblasen der SPD zu sagen, dem müssten „moderne Frauen und Männer einen Feminismus“ entgegensetzen, der „entschieden für mehr Gerechtigkeit und echte Gleichstellung als Grundlage unseres demokratischen Miteinanders einsteht.“ Merke: Familien, die dies Lebensmodell leben – und wir wollen nicht vergessen, das ist die Mehrheit gerade bei den jungen Familien, solange die Kinder klein sind – sind nicht nur unmodern, sie versündigen sich auch noch an der Demokratie. Es ist also Gefahr in Verzug. Ich nehme an, demnächst werden aus dem Budget des Staatsprogramms „Demokratie leben“ ein paar Millionen frei geschaufelt, um die letzten Hausfrauen im Land endlich auf Spur zu bringen. Immer wenn moderne Familien-Apologeten von der „Vielfalt der Lebensmodelle“ sprechen, meinen sie alles, außer das Leben der Mehrheit.

… The Germanz: Sie wollen also lieber einzelne Lebensmodelle diskriminieren und das Lebensmodell Vater-Mutter-Kind privilegieren?

Kelle: Genau genommen will nicht ich das, sondern unser Grundgesetz. Ich teile diese Ansicht der Gründerväter dieses Landes lediglich. Wir leben ja in derart irren Zeiten, dass man sich heutzutage verdächtig macht, wenn man noch mit dem Gesetz argumentiert. Die neue Avantgarde wird wieder um den Rechtsstaat kämpfen müssen. Familienpolitisch heißt das: Wer im Sinne des Grundgesetzes Vater-Mutter-Kind stützen will, gilt als reaktionär. Wer die Ehe im Sinne des Grundgesetzes als eine Verbindung von nur einem Mann und nur einer Frau sieht, gilt als homophob. Und wer darauf hinweist, dass der § 218 nicht ein Frauenrecht auf Tötung der eigenen Kinder darstellt, sondern ein Strafrechtsparagraph zum Schutz ungeborener Kinder, der gilt als Antifeminist. Sie können das beliebig in anderen Themenfeldern fortsetzen. Ich bin also eine reaktionäre, homophobe Antifeministin. Linke Beweisketten sind so herrlich einfach. …


Ergänzung 23.7.2017:

Buch: Muttertier:
https://jf-buchdienst.de/Muttertier.html (undat.):

… „Wir Mütter tragen die Zukunft!“, ruft Birgit Kelle. „Eine glückliche Mutter ist heute eine Provokation. Sie ist die selbstverständlich gelebte Weiblichkeit. Sie kann Leben schenken und Leben weitergeben. Was für ein Potenzial!

Mutterglück – allein das Wort dreht den Fossilfeministinnen ja schlicht den Magen um. Haben sie nicht jahrelang gekämpft, um uns von diesem ‚Mythos‘, von unseren Männern und auch von den Kindern zu befreien? Oder sollten wir nicht gleich sagen: von unserer weiblichen Natur?

Früher legten wir Karrieren auf Eis, um Kinder zu bekommen. Heute sollen wir unsere Eizellen auf Eis legen, um Karriere zu machen und unsere besten Jahre der Firma statt unseren Familien zu schenken. Danke auch.

Aber entgegen jedem Mainstream sind wir immer noch da: Beherzte Mütter. Weibliche Frauen. Wir sind die wahre Avantgarde. Ohne uns kein Leben. Wir sind die Muttertiere – wir spielen keine austauschbare Rolle, wir sind nicht dekonstruierbar, wir sind. Gekommen, um zu bleiben. Wir hüten die Brut, wir verteidigen sie wie Löwinnen. Wir geben ihr Wurzeln und Flügel. Wir lieben sie. Es ist nicht rational, es ist. Wir sind Muttertiere bis zum letzten Atemzug.

Und das machen wir gut so.“ …

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15 Antworten zu Ehe und Familie: Ist Grundgesetz reaktionär und homophob?

  1. Horror-Land/Stadtleben schreibt:

    Stadtleben, Schlüsselkinder, Saufraß, Jugendämter, Kinderarmut, miserables Bildungssystem
    kein Schwimmunterricht, geschlossene Freibäder (oder arschkalt) kein Sportunterricht…keine Sportfreizeit (wir wissen, warum) , verblödendes IT…siehe Spitzer (Neurobio) . Aber die deutschen Schule rüsten auf 🙂 lach…Die Kinder der kalifornischen virtuellen Ur- Verbrecher dagegen besuchen Waldorfschulen und werden rausgetrieben in die Natur, zum angesagten „Survival“ , essen Bio und besuchen Sportcamps….
    (klar doch, R. Messner ist ja auch „Bergbauer“ und Selbstversorger ….)

    http://www.abendblatt.de/hamburg/article211343547/Schon-jedes-fuenfte-Kind-in-Hamburg-hat-Gewichtsprobleme.html
    (Payfunktion überspringen/Artikel lesen: nochmalbei Suchmaschine eingeben:Text-Titelzeile Hamburger Abendblatt)

    (du mich auch)

  2. Metis schreibt:

    Ehe und Familie – Gott und die Frauen, Gott und die Welt….
    Kirchen, Parteien und die GLEICHbeRECHTigung

    Och ja, die armen Oberhäupter!
    http://www.idea.de/medien/detail/heinrich-boell-stiftung-stellt-antifeministische-christen-an-den-pranger-101913.html
    Bei idea gibt es Einspruch. Ausgewählten Einspruch. Fraktionistischen Einspruch. Aber keinerlei, der sich gegen ihre eigene „DIKTATUR der Frommen“ richtet! Nicht gegen ihre „Talibane“ und Frauentriezer. Selten hat mal ein selbstkritischer Beitrag auf jener idea-Seite hinter die eigenen Kulissen blicken lassen….UNTER den Teppich! Selten haben die „Gehilfinnen“-Frauen „aufbegehrt“ und Konsequenzen gezogen? Zeiten, dass pietistische „Evi“-Frauen aus dem südwestdeutschen Raum dazu („Unterordnung“ und gottgleiche Männer) Theater gespielt haben, sind offenbar vorbei. Zu sehr haben sie sich eingerichtet im bigotten Wohlstandchristentum mit den von den Gotteshäusern weit ab parkenden großen Limousinen (aus falschem Understatementgehabe)…Zu sehr wird ein männlicher Trennungsstrich gezogen zwischen privat und geschäftlich. (Nur auf den „Führungskongressen“ wird sich selbst seiner Christlichkeit beweihräuchert…siehe idea Beitrag neulich; ansonsten zählt auch da Dividende, Rendite…und manchmal kommt der Geld-Segen charismatisch DIREKT „von Gott“)
    Abgesehen davon, dass sich auf jener Böll-Liste völlig gegensätzliche kollektive (auch inhaltlich) Verständnisse und Gepflogenheiten präsentieren, kommt es vor (und ist, wenn auch weniger bekannt und öffentlich) , dass Männer auch dort Frauen und Kinder schlagen, dass ziemliche Unterdrückungs-und Zweierlei-Maß-Regime herrschen und dass alles stattfindet, was auch „in der Welt“ stattfindet, nur unter dem Label „gottgewollt“. Dazu muß Frau nicht die alten Schinken wie „Behind closed doors“ rauskramen. In den Leserbriefen schreibt jemand von unserer „Medienkompetenz“. Ein Stichwort „geistlicher Missbrauch“ und man kann Tage damit verbringen, zu recherchieren.
    Dort sozialisierte Männer beherrschen es ferner tricky, ihre Haut zu retten (in Eheverträgen) oder führen ihre bedürfnisorientierten Nebenbeziehungen und bleiben verheiratet. Sparen sich vor Gott also die Scheidung. 😦 Oft angewandte, freikirchliche Praxis.

    Nun bin ich nicht evangelikal (aber ehemals getauft evangelisch) und gehörte nie dazu. Aber ich kenne die Szene. War sozusagen zeitweise Gast oder Mit-Läufer. Die Frauengruppen haben mich frühzeitig abgeschreckt, habe ich als mehrfache Mutter (ab 30, vorher Studium, Praxis) einst selbst gestaunt über den fröhlichen Kinderreichtum bereits sehr, sehr junger Mütter Freundschaften, „Alltägliches“, waren nicht denkbar, wo nur programmatischer Leistungsdruck und verordnete Gemeinschaft dominierten. (Woher stammt der Ausdruck „Pudding-Abitur“?)
    Meine Lebenseinstellung ist konservativ. Tradition kann ich allerdings nicht leben. Ebenso wenig heute Zugehörigkeit und Einbindung.
    Ich habe keinerlei Aktien in der „anderen Fraktion“ (rot-grün) und unterstelle mal, dass, wer sich aus einer Partei ausklinkt, die gleichen Isolationserfahrungen macht wie Aussteiger aus („frei“)kirchlichen Glaubensgemeinschaften. Aber bei Letzteren ist oftmals der Boden unter den Füßen wesentlich dramatischer entzogen.

    http://www.agentin.org
    http://www.tagesspiegel.de/politik/feminismus-eine-art-verfassungsschutzbericht-der-gender-szene/20101430.html

  3. Metis schreibt:

    aber in unserem Land, in dem es uns doch (Dank Gott Vater? oder Dank Mutti?) so gut geht, tummeln sich nicht nur die Rechtgläubigen oder die Transgenderlobbyisten, sondern auch die Loser und auch jene, die man am Habitus zehn Kilometer gegen den Wind erkennt.. die mit dem (nicht nur) vererbten sozialen KAPITAL. (die sich allerdings nicht mehr kümmern…)
    http://www.zeit.de/2017/31/reichtum-deutschland-dienstleister-leben

  4. Metis schreibt:

    Hallo Frau Steinmetz, („Hallo Frau Bundeskanzlerin“) ich bin auch blond, und ich schreibe Ihnen hier (statt bei Conservo) mal ein paar Zeilen, in Gedanken u.a. an Ihren köstlichen Beitrag mit Messer und Gabel. Aktuell steht das Messer einmal mehr im Fokus. Klar, Hamburg und seine Helden! (Und das Wasser bis an den Hals)
    Ich habe in diesem Land nicht mehr oft das Gefühl mit den Denkweisen anderer Leute „kongruent“ zu sein. Jüngst hörte ich auf dlf einen kurzen Kommentar zu Agent*In von Christiane Flor*In (Ev. Kirche) und ihren Spitzen gegen Birgit Kelle, (war übrigens schnell ausgelistet – nicht nachhörbar)
    Tja..da ist ein „Aufklärungs-Prospekt“ der Bundesregierung und der Zustand „Puff-Mutti“ heute in der BREITEN Masse sicher viel angesagter! Wo es „blonde Frauen“ *nötig* haben, sich in heiligen Wassern :- ) mit Horden zugereister Männer zu begeben, die gern mal dran kommen.

    Ich möchte aber nicht Teil eines (dieses) korrupten (Soros-)Systems sein. Ohne hehre Ansprüche/Maßstäbe?
    Es wird zunehmend einsamer um einen rum! 🙂
    Zudem passiv getrennt und kinder*reich*. (Was für eine Mischung) Eben blond und trotzdem studiert.
    Die Frauen, die ich ferner noch (selten) treffe (55plus) und die nicht – Rette sich wer kann – in Armutsnischen abgetaucht sind, wie es in Wohnungsnot- Mallewohnsitz und Diesellüge-Deutscheland = made in (Merkel-)Germany üblich ist, reden von ihren „kleinen Pensionen“, von ihrem einzigen (oder keinem) Kind, welchem sie die ETW finanzieren, von ihren (teuren) Hobbys, von ihren Reisen oder nur von ihren Zeitungs-Abos Süddeutsche, Zeit, Spiegel, Emotion, A&W…) … Kreuzen mit dicken Kisten auf und gönnen sich was… (aber haben „nur kleine Pensionen“) lach.
    So unterschiedlich fallen halt die Selkbsteinschätzungen aus.
    Es sind m.E. viele Wellkommer*Innen darunter, die unser Land „tolerant“ zu dem gemacht haben, was es ist! Einfach mal laufen lassen…

    Etwas wenig Metis in dieser Welt
    http://www.artedea.net/metis/

    du mich auch (nicht SIE!)

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