Frankfurter Buchmesse: Überfall auf Manuscriptum-Verlag

Michael Klonovsky: http://www.pi-news.net/buchmesse-klonovsky-zum-ueberfall-auf-manuscriptum-verlag/ (14.10.):

„Auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren sich in diesem Jahr auch einige rechte bis rechtsextreme Verlage“, verkündete Alexander Skipis, der dem Börsenverein des deutschen Buchhandels als Hauptgeschäftsführer vorsteht, in dessen Newsletter und lud „dazu ein, die Begegnung mit den Verlagen nicht zu scheuen und für Ihre Meinungen und Werte einzutreten. Meinungsfreiheit heißt auch Haltung zu zeigen. Engagieren Sie sich!“

Damit die Haltungszeiger nicht an die falschen Stände tapern, setzte Skipis hinzu: „Drei dezidiert rechte Verlage werden mit einem eigenen Stand vertreten sein: Antaios (Halle 3.1, Stand G 82), Manuscriptum (Halle 4.1, Stand E 46) und die Junge Freiheit (Halle 4.1, A 75).“

An zweien der drei Stände sind in den beiden vergangenen Nächten Unbekannte vorstellig geworden, um sich zu engagieren und ihre Werte zu verteidigen, wobei sie die Begegnung mit den Rechten selbst freilich scheuten; nobody is perfect. Jedenfalls traten sie „für eine offene, vielfältige Gesellschaft ein, für Toleranz und Solidarität“, wie es der Herr Skipis in seinem Newsletter mit Zielzuweisung und Adressangabe forderte, sowie nebenbei auf die Bücher und Verlagsstände. …


Ergänzung 15.10.2017:

Augenzeugenbericht:
Adorján F. Kovács: http://www.freiewelt.net/blog/ein-grosser-sieg-fuer-die-konservativen-10072409/ (14.10.):

Nachdem zuletzt zwei Stände sogenannter „rechter“ Verlage auf der aktuellen Frankfurter Buchmesse des Nachts verwüstet bzw. leergeräumt worden waren, gab es heute den offenen Angriff der Antifa auf eine Veranstaltung des Antaios-Verlags. Doch etwas ganz Neues ist geschehen: Obwohl die Messeleitung ihr Hausrecht nur sehr zögerlich ausübte, sind die Konservativen nicht gewichen, haben nicht klein beigegeben, sondern haben das letzte Wort behalten.

Bei der Eröffnung der Buchmesse am Dienstag haben die Reden der Verantwortlichen bereits Schlimmes fürchten lassen. Herr Boos, der Chef der Buchmesse, behauptete zwar, die Meinungsfreiheit hochhalten zu wollen und rühmte sich, sogar „rechten“ Verlagen Stände zugewiesen zu haben, doch müsse man auf jeden Fall gegen diese Verlage aktiv vorgehen. Ins selbe Horn stießen der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. Als später dann noch die Namen der Verlage und deren genaue Standnummern veröffentlicht wurden, war klar, dass hiermit die Antifa zum Angriff aufgefordert wurde.

Nach den zwei oben skizzierten „Aktionen“ in der Stille der Nacht, bei denen man fragen muss, wie denn die Bewachung der Messe funktioniert, kam es heute zum Eklat. Starker Andrang junger, teilweise schwarz gekleideter Leute zu einer Veranstaltung des Antaios-Verlags zeigte, wo die Reise hingehen soll. …

… Nun geschah das Unglaubliche. Die Konservativen schlichen nicht etwa gebückt unter der Schuld Deutschlands an allen möglichen und unmöglichen Untaten von dannen, sondern wehrten sich. Gegenchöre erhoben sich, von Martin Sellner organisiert. …

… Als man am Wachpersonal vorbei nach draußen ging, war klar, dass etwas geschehen war. Die Konservativen weichen nicht mehr. Sie sind jung und sie sind viele. Sie stehen offen und stolz zu ihrer Meinung. Die linke Gewalt setzt sich nicht mehr durch. Etwas Wichtiges ist geschehen. …


Ergänzung 16.10.2017:

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/10/15/rechts-gegen-links-tumulte-auf-der-frankfurter-buchmesse/:

… Auf der Frankfurter Buchmesse hat laut dpa am späten Samstagnachmittag ein Auftritt von AfD-Politiker Björn Höcke zu tumultartigen Szenen geführt. Höcke war bei der Präsentation des Buches «Mit Linken leben» des rechten Antaios-Verlags anwesend. Demonstranten protestierten mit Transparenten und Rufen wie «Nazis raus» gegen die Veranstaltung. Höckes Anhänger skandierten «Jeder hasst die Antifa». Die Polizei musste schlichtend eingreifen. Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der rechtsextremen «Identitären Bewegung» wegen lautstarker Proteste abgebrochen.

Der Auftritt rechter Verlage hat bereits vor der weltweiten Bücherschau für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Organisator der Messe – hat die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit begründet und zur «aktiven Auseinandersetzung» aufgerufen. Der Spiegel berichtet: «Um die Stände waren gezielt bunte oder politische Gegengewichte positioniert worden – gegenüber dem Stand der Jungen Freiheit zeigten junge Hipster ihr Comicnetzwerk und Indieverlage queere Magazine; schräg gegenüber von Antaios verteilte die Amadeu-Antonio-Stiftung ihr Informationsmaterial gegen rechts.» Die Rechten hatten die Maßnahme allerdings als Provokation aufgefasst.

Antaios und andere der «Neuen Rechten» nahestehende Verlage warfen dem Börsenverein vor, ihre Stände nicht genügend vor linken Aktivisten geschützt zu haben. In der Nacht zum Freitag war der Gemeinschaftsstand von der Zeitschrift «Tumult» und dem Verlag Manuscriptum von Unbekannten ausgeräumt worden. Unter Tags waren Bücher des Verlags mit Zahnpasta besprüht worden. …


Fragolin: http://lepenseur-lepenseur.blogspot.co.at/2017/10/schrifttumsreinigung.html (14.10.):

Auf der Frankfurter Buchmesse haben sich stramme Volksgenossinnen und Volksgenossen den volksgeistzerstörenden Werken gewidmet und diese Woche die Reinigung des multikulturellen, postfaktischen, merkelinischen und progressiven Schrifttums von ewiggestrig-realitätsbezogenen Zersetzungseinflüssen betrieben.

Erst wurde des Nachts, also während der Schließstunden der Messe, von offensichtlich auf das Gelände eingedrungenen antifaschistischen Sturmtruppen oder vom Heiligen Zorn im Sinne des Propheten Heiko des Sich-nicht-Wegduckenden beseelten Verlagsbetreibern des ultralinken Weltrevolutionsspektrums der Stand des „Antaios“-Verlages mit progressiver Zerstörungswut heimgesucht und die Bücher, also jene Schandtitel der Willkommenszersetzung, die man am rächten Rand der verpackten Gesellschaft findet, in den unverkäuflichen und stellenweise unleserlichen Zustand der Zweckfreiheit überführt, der diesen dunkeldeutschen Machwerken der Meinung der helldeutschen Maas-Jünger nach zusteht.

In einem blanken Furor des Engagements für Toleranz, Nächstenliebe und Humanismus plünderten (die gleichen oder andere – egal) Stiefeltruppen des Wächterrates der Weltvereinigung eine Nacht später dann den ultrasupergigaspitzenrächtsäxträmen Verlag „Manuscriptum“ und entsorgten die literarischen Machwerke rechtsextremer Hetzer wie Vaclav Klaus, Rolf Peter Sieferle oder Michael Klonovsky. …


Fragolin: http://lepenseur-lepenseur.blogspot.co.at/2017/10/fake-news.html (16.10.):

Nachdem es nur Schweigen in den Medien zu den nächtlichen Verwüstungen der Verlagsstände der „Rechten Verlage“ auf der Frankfurter Buchmesse gab, wabert jetzt aber ein Riesenskandal durch die deutschen Medien, weil es angeblich zu brutalen Übergriffen von Neonazis auf einen armen vorbeigehenden Linken gekommen sei. …


Hadmut Danisch entlarvt PC-FakeNews:
http://www.danisch.de/blog/2017/10/15/boehmermann-zdf/:

Aktueller Streit auf Twitter und eine Übung in selbständiger Meinungsbildung: …


Felix Krautkrämer: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2017/linker-katzenjammer/ (16.10.):

FRANKFURT/MAIN. Heinrich Riethmüller ist zufrieden. Es ist Sonntag abend, die Frankfurter Buchmesse ist gerade offiziell zu Ende gegangen und der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist voll des Lobes. „In den vergangenen Tagen hat sich die Buchbranche lebendig und vielfältig gezeigt und einen starken Appell für Meinungsfreiheit und Pluralismus, für eine offene und tolerante Gesellschaft von Frankfurt aus in die Welt gesendet.“

… In diesem Zusammenhang machte auch Nico Wehnemann von der Satirepartei „Die Partei“ unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Hallenboden. Er hatte versucht, eine Absperrung zu durchbrechen und war von einem Sicherheitsmann der Messe zu Boden gebracht worden. Auf Twitter veröffentlichte der Frankfurter Stadtverordnete hinterher ein Foto der Szene und klagte, die Polizei hätte nur zugeschaut, während ein „Nazi“ auf ihm gelegen habe.

Sein Parteifreund, der frühere Titanic-Chefredakteur Leo Fischer, verbreitete im Anschluß das Märchen, Wehnemann sei von einem „Nazi“ unter „Sieg Heil“-Rufen zusammengeschlagen worden. Videos des Vorgangs zeigen jedoch, daß Fischer offenbar Opfer seiner eigenen Phantasie geworden war. Auch die Polizei hatte, trotz zahlreicher eingesetzter Beamter, nichts von irgendwelchen „Sieg Heil“-Rufen mitbekommen. Das hielt mehrere Medien trotzdem nicht davon ab, die Fischer-Wehnemann-Story zu verbreiten. …


Ergänzung 17.10.2017:

Petition:
https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2017/diskussion-um-frankfurter-buchmesse-reisst-nicht-ab/ (17.10.):

… Obwohl die Störungen eindeutig von den linken Gegendemonstranten ausgingen, gaben zahlreiche Medien im Anschluß der Identitären Bewegung und den Antaios-Gästen die Schuld an der Eskalation. Zudem wurden in mehreren Berichten gewaltsame „Nazi-Attacken“ und „Sieg Heil“-Rufe erfunden. Seitdem wird über den künftigen Umgang der Buchmesse mit rechten Verlagen diskutiert.

Die Verantwortlichen der Messe halten bislang an dem bisherigen Konzept fest, daß niemand ausgeschlossen werde, dessen Bücher nicht verboten seien. Gleichzeitig will die Messe aber „Zeichen“ gegen die Teilnahme rechter Verlage setzten und sich mit diesen offensiv auseinandersetzen.

… Unter anderem hiergegen richtet sich eine aktuelle Petition im Internet. In ihr beklagen mehrere namhafte Autoren und Publizisten die Übergriffe auf den Antaios-Verlag und den Manuscriptumverlag auf der diesjährigen Buchmesse sowie einen Aufruf des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, „Haltung“ gegen mehrere rechte und konservative Verlage zu zeigen. …


Ergänzung 18.10.2017:

http://www.freiewelt.net/nachricht/falschmeldungen-ueber-rechte-gewalt-bei-der-buchmesse-10072412/ (16.10.):

„Rechte schlagen Politiker bei Buchmesse zusammen“. Unter dieser dramatischen Überschrift ist im Göttinger Tageblatt ein Beitrag erschienen. Da wird über einen „gewalttätigen Übergriff“ auf Nico Wehnemann berichtet, einen Stadtverordneten der Partei ‚Die Partei‘.

Das Journal Frankfurt schreibt, dass unter „Sieg-Heil-Rufen“ von „Nazis“ der Stadtverordnete Nico Wehnemann auf der Buchmesse „verprügelt“ wurde.

Über den Kanal des Komikers Jan Böhmermann, der 1,82 Millionen Abonnenten hat, machte die Meldung sogleich die große Runde. Dazu gab es ein eindrucksvolles Bild, das Nico Wehnemann zeigt, der auf dem Boden liegt. Ein Mann hockt auf ihm. Wehnemann dazu: „Der Nazi auf mir“. Auch in Österreich wurde die Meldung aufgegriffen, auch vom Spiegel. …


Ergänzung 23.10.2017:

https://www.youtube.com/watch?v=wROd8zrF3wg Nicolaus Fest über Demokratiefeinde in Frankfurt (20.10.  4 min)


Ergänzung 28.10.2017:

Andreas Becker: www.katholisches.info/2017/10/gramscis-kulturelle-hegemonie-und-die-schwierigkeiten-mit-der-meinungsfreiheit/ (26.10.):

(Berlin) Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, mit dem nicht sorgsam genug umgegangen werden kann. Sie hat aber viele Gegner. …


Ergänzung 30.10.2017:

https://www.youtube.com/watch?v=FdO4yMQnc6Q Totale Eskalation: Martin Sellner & Mario Müller | FRANKFURTER BUCHMESSE 2017 (18.10.  33 min)


Ergänzung 27.12.2017:

Thorsten Hinz: https://jungefreiheit.de/kultur/2017/die-naehe-zur-macht-suchen/ (27.12.):

Die Frankfurter Buchmesse im Oktober war bekanntermaßen von Diebstählen, Zerstörungsaktionen und Brüll-Attacken gegen die Verlage Antaios und Manuscriptum begleitet. Die Übergriffe waren politisch begründet. Der Manuscriptum Verlag zum Beispiel hat Rolf Peter Sieferles Buch „Das Migrationsproblem. Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung“ herausgebracht, den Klassiker zum aktuellen Massenansturm auf Europa. Mit der genauen Positionsangabe der Verlagsstände und dem Aufruf zu „aktiver Auseinandersetzung“ hatte die Messeleitung die exakte Zielvorgabe geliefert.

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