Bischof Laun emeritiert

http://de.radiovaticana.va/news/2017/10/13/-%C3%B6sterreich_weihbischof_laun_geht_in_den_ruhestand/1342677:

Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun angenommen. Das gab der Vatikan an diesem Freitag bekannt. Im Jahr 1995 hatte Papst Johannes Paul II. Laun zum Weihbischof ernannt, er erhielt das Titularbistum von Libertina. Am 13. Oktober 2017 hat Laun das 75. Lebensjahr vollendet.

http://www.kath.net/news/61253 Laun: Habe Wächteramt in Bezug auf Lebensschutz ernst genommen (10.10.):

Salzburger Weihbischof zieht zum 75. Geburtstag am 13. Oktober und dem damit verbundenen Rücktrittsangebot an den Papst Bilanz – „Traurig“ über Gegnerschaft aus Reihen der Kirche

Salzburg (kath.net/KAP) Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun (Archivfoto) feiert am kommenden Freitag, dem 13. Oktober, seinen 75. Geburtstag. Mit diesem Alter verbunden ist laut Kirchenrecht ein altersbedingtes Rücktrittsangebot an den Papst. Er habe Franziskus in einem Schreiben „nicht zuletzt über meine gesundheitliche Situation informiert und um Entpflichtung gebeten“, teilte Laun der Salzburger Kirchenzeitung „Rupertusblatt“ in einem bilanzierenden Interview über sein Wirken mit. Eine Entscheidung aus dem Vatikan stehe noch aus. In dem Gespräch äußerte sich Laun über positive, aber auch unerfreuliche Erinnerungen an sein Wirken, das er auch als „Wächteramt“ verstanden habe.

Wächteramt verstehe er als Auftrag an die Bischöfe, darauf zu achten, „was Katholiken, Theologen, Religionslehrer als die Lehre der Kirche vertreten“, so Laun; „und gegebenenfalls sollten sie auch korrigierend eingreifen: liebevoll, argumentativ, aber auch mit Mut und Festigkeit.“ Manche Leute hätten ihn „beschimpft“, wenn er – etwa beim Thema Lebensschutz – „heikle Positionen der Kirche“ verteidigt habe. „Wirklich traurig bin ich über jene Niederlagen, die mir Leute der eigenen Kirche zugefügt haben.“ Sogar mit seiner Kritik an der Fristenregelung sei er auf Widerspruch in Kirchenkreisen gestoßen – „auch bei Leuten, die seinerzeit das Volksbegehren gegen dieses Gesetz unterschrieben haben. Kurz gesagt: Wenn ich als Bischof das Wächteramt ernst nahm, wurde ich nicht selten diffamiert und bekämpft.“ …

http://www.kath.net/news/61293 Papst nimmt Rücktrittsangebot von Weihbischof Laun an (13.10.):

… Weihbischof Laun sorgte mit kantigen Aussagen zu Abtreibung, Homosexualität und Islamisierung immer wieder für öffentliche Aufmerksamkeit – und Widerspruch. In jüngerer Zeit trug ihm seine auf KATH.NET deklarierte Präferenz für FPÖ-Kandidat Norbert Hofer kurz vor der Stichwahl zur Präsidentschaftswahl 2016 eine Ermahnung von Kardinal Christoph Schönborn ein: Die katholische Kirche als solche gebe keine Wahlempfehlungen für bestimmte Kandidaten ab. …

http://www.katholisches.info/2017/10/der-letzte/ (14.10.):

(Wien) Papst Franziskus nahm gestern, am 100. Jahrestag der letzten Marienerscheinung in Fatima, den Rücktritt von Weihbischof Andreas Laun von Salzburg an. Damit hat im deutschen Sprachraum einer der letzten Vertreter im Bischofsamt sein Amt verloren, der es wagte, seine Stimme gegen den vorherrschenden Zeitgeist zu erheben. Vor allem ist er der Letzte eines bemerkenswerten Versuchs einer Kurskorrektur in der Kirche Österreichs.

Der Moraltheologe gehört dem Orden der Oblaten des heiligen Franz von Sales (OSFS) an. 1995 hatte Papst Johannes Paul II. den Sohn eines Atheisten, der sich zum katholischen Glauben bekehrte, zum Titularbischof von Libertina und Weihbischof von Salzburg ernannt. Libertina ist ein untergegangenes Bistum der römischen Provinz Africa proconsularis, das zur Kirchenprovinz Karthago gehörte und im heutigen Tunesien lag. Durch die islamische Eroberung Nordafrikas ging es unter, was ja als Mahnung mit Bezug auf die heute stattfindende Islamisierung Westeuropas gesehen werden könnte. Jüngst veröffentlichte der Stadtschulrat von Wien Zahlen, aus denen hervorgeht, daß die Muslime in der Altersgruppe bis zehn Jahre schon fast 30 Prozent ausmachen.

Auf den Tag genau zu seinem 75. Geburtstag wurde Msgr. Laun von seinem Amt entbunden. Man könnte sagen, jemand hatte es eilig damit. In der Tat war Laun der letzte noch verbliebene Vertreter einer Reihe von Bischofsernennungen, mit denen Papst Johannes Paul II. eine Erneuerung der katholischen Kirche in Österreich durch einen Kurswechsel erreichen wollte. Daß er in der Kirche Österreichs nichts mehr werden würde, stand bereits in der zweiten Hälfte der 90er Jahre fest. …


Ergänzung:

Stephan Baier: http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Der-Streitbare;art312,182401 (13.10.):

Als Heiligenkreuzer Professor und Salzburger Weihbischof emeritiert, macht Andreas Laun als Lebensschützer weiter. 

Andreas Laun ist ein streitbarer Bischof. Aber nicht, weil er den Streit sucht, sondern weil er ihm nicht ausweicht. Insbesondere dann, wenn die Tabus unserer Zeit einen Mangel an belastbaren Argumenten zu überdecken versuchen.

Die Abtreibung, die Gender-Ideologie, die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe und der demografische Niedergang Europas sind die exponiertesten Beispiele dafür: …


Ergänzung 16.10.2017:

Markus Büning: http://www.katholisches.info/2017/10/der-loewe-von-salzburg/ (16.10.):

In der Tat, wenn ein Bischof deutscher Zunge es verdient, in Anlehnung an den seligen Clemens August Kardinal Graf von Galen als „Löwe“ bezeichnet zu werden, dann ist es der nun frisch emeritierte Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg.

Warum? Weil er einer ist, der sich eben nicht dem Meinungsdiktat der Zeitgeistideologen gebeugt hat. Nein, dieser Bischof orientierte sich – nec laudibus, nec timore – allein am Wort Gottes und dessen verlässlicher Auslegung durch das kirchliche Magisterium. Die Hl. Schrift und der Katechismus sind ihm Leitsterne der Verkündigung gewesen und werden es sicher auch bis zu seinem letzten Atemzug bleiben. Dieser Mann hat keine Angst, weil er eines hat: timor Domini, die Gottesfurcht! Und diese ist ja bekanntlich der „Anfang der Weisheit“ (Ps 111,10).

Auch die in jüngster Zeit gegen ihn völlig zu Unrecht erhobenen Strafanzeigen einiger Genderideologen ließ er über sich ergehen. Dieser Mann wäre auch sicher für unseren Herrn und das göttliche Gesetz in den Kerker gegangen. Auf einigen Internetseiten wird er als Hassprediger bezeichnet und auf übelste Weise beschimpft. Ja, die Wahrheit ist schwer erträglich, aber sie muss weiter gesagt werden. Für diesen „paulinischen“ Mut reiner Verkündigung gebührt ihm unser aller Dank. Dieser Künder des Evangeliums macht mir Mut, nicht vor dem „Baal des Zeitgeistes“ mein Knie zu beugen. Nein, lieber Andreas Laun, Ihr Zeugnis steckt an und gibt mir Zuversicht, auch in dieser dunklen Zeit der Meinungsdiktatur treu an unseren katholischen Werten und Grundsätzen festzuhalten. …

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