Benedikt-„Huldigung“ zum Franziskus-Thronjubiläum als Vatikan-Manipulation entlarvt

https://www.katholisches.info/2018/03/der-manipulierte-benedikt-brief/ (15.3.):

(Rom) Keine glänzende Figur macht derzeit der Präfekt des vatikanischen Kommunikationssekretariats, Msgr. Dario Edoardo Viganò. Er läßt dabei auch den Vatikan nicht gut aussehen. Was als Extra-Zugabe gedacht war, um besonders euphorisch fünf Jahre Papst Franziskus zu feiern, wurde zum peinlichen Eigentor.

Alles begann mit der Idee Viganòs, Papst Franziskus zu dessen fünftem Thronjubiläum mit einem besonderen Geschenk zu beehren. Wahrscheinlich dachte er sogar, strategisch besonders gewieft zu handeln. Benedikt XVI. sollte für den Jubilar mobilisiert werden, was nicht nur der Kontinuitätsthese zwischen den beiden Pontifikaten neuen Auftrieb geben, sondern vor allem der anschwellenden Kritik an der Amtsführung von Franziskus entgegenwirken sollte. Es ist bekannt, daß einige Teile der katholischen Kirche, auch im Vatikan, insgeheim Benedikt XVI. als legitimen Papst ansehen. Noch größer ist die Schar jener Katholiken, die sich lieber heute als morgen ein Ende des derzeitigen Pontifikats wünschen würden.

Msgr. Viganò, von Franziskus zum Kommunikationschef des Vatikans gemacht, dachte also gleich mehrere Fliegen mit einem Streich zu schlagen. Er meinte es so gut, daß er den Bogen überspannte und dabei ertappt wurde. …


Ergänzung:

https://www.katholisches.info/2018/03/auf-vatileaks-folgt-lettergate/ (16.3.):

… Am 15. März dementierte nun die italienische Presseagentur ANSA einen von Associated Press zitierten, anonymen Vatikansprecher. Dieser hatte unter Wahrung seiner Anonymität die Manipulation zugegeben und erklärt, der Vatikan habe nie die Absicht gehabt, den Brief vollständig zu veröffentlichen.

ANSA kontaktierte „zuständige Quellen beim Heiligen Stuhl“, die jede Manipulationsabsicht bestritten. „Niemand wollte etwas verstecken oder manipulieren.“ Und das manipulierte Foto? „Das Foto, von dem einige Medien sprechen, ist eindeutig ein künstlerisches Bild.“ Es habe die Schriftenreihe und den Brief Benedikts XVI. in einen ästhetischen Zusammenhang bringen, aber nichts manipulieren wollen. Wegen der „künstlerischen“ Gestaltungsabsicht des Fotografen, seien Teile schärfer und andere Teile unschärfer. Kurzum, reiner Zufall.

In der spanischen Fassung der ANSA-Meldung ist nicht von „zuständigen Quellen beim Heiligen Stuhl“ die Rede, sondern vom „Presseamt des Vatikans“. …


Ergänzung 18.3.2018:

http://www.freiewelt.net/nachricht/vatikan-manipuliert-brief-von-benedikt-xvi-um-werbung-fuer-papst-franziskus-nicht-zu-beeintraechtigen-10073869/ (16.3.):

Der Glaubwürdigkeit des Vatikanischen Pressebüros wurde ein weiterer Schlag versetzt: Der Vatikan hat am 13. März das Bild eines Briefes von Papst em. Benedikt XVI. veröffentlicht, der unvollständig und gekürzt war. Der Brief sollte zur Förderung einer 11-bändigen „Theologie von Papst Franziskus“ dienen.

Das veröffentlichte Bild zeigt die Sammlung von elf Bändchen verschiedener theologischer Themen des Pontifikates von Papst Franziskus, gedruckt vom hauseigenen Vatikanverlag (LEV), und einen Brief von Benedikt XVI., in dem zentral bedeutsame Zeilen unkenntlich gemacht waren. Ganz offensichtlich waren sie also unliebsam.

Empfänger des Briefes war Msgr. Dario Viganò, Präfekt des Sekretariates für Kommunikationen des Vatikans, und der Inhalt des Briefes war die Antwort Benedikts XVI. auf die Bitte um einen Kommentar zu den theologischen Schriften. …


http://www.kath.net/news/63146 Vatikan, Fake-News und Regime-Propaganda – UPDATE! (18.3.):

… Aber, und das ist das Neue: es gibt auch einen dritten Absatz, der ganz unterschlagen wurde

In diesem Absatz erklärt Benedikt XVI., dass er nicht die Absicht habe, mit einem Projekt zu tun zu haben, bei dem einer der Beteiligten der deutsche Theologe Peter Hünermann ist, ein entschiedener Gegner Johannes Pauls II., des damaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Ratzinger und dann des neuen Papstes Benedikt XVI.

Fazit: die Geschichte mit dem „Brief“ zu den elf Heftchen über die Theologie von Papst Franziskus ist ein klassisches Beispiel der Konstruktion einer Fakenews, die dann zu schädigenden Instrumentalisierungen und Polemiken genutzt wird. …


https://philosophia-perennis.com/2018/03/18/vatikan-vigano/ Vatikanskandal weitet sich aus: Benedikt XVI. will mit dem Projekt „Theologe Papst Franziskus“ nichts zu tun haben:

(David Berger) Es ist alles noch viel heftiger als ursprünglich angenommen. Ich hatte in den letzten Tagen bereits über den neuen Papst-Franziskus-Skandal berichtet. Heute Morgen wurde ein weiterer Abschnitt des Viganò-Schreibens bekannt, in dem sich Papst Benedikt unzweideutig vom System Franziskus distanziert. …


http://beiboot-petri.blogspot.co.at/2018/03/marco-tosatti-zur-veroffentlichung-de.html Marco Tosatti – zur Veröffentlichung des Gesamttextes des Benedetto-Briefes (18.3.):

Nachdem das Vatikanische Pressebüro – wohl auf Anraten des Staatssekretariates – den ungekürzten Brief des Papa emeritus an Msgr. Viganò veröffentlicht hat, kommentiert Marco Tosatti das seltsame Geschehen auf seinem Blog Stilum Curiae.
Hier geht´s zum Original. klicken

„DER PRESSESAAL DES VATIKANS VERÖFFENTLICHT DEN BRIEF VON BENEDIKT UND DIE RECHTFERTIGUNG VON MSGR.VIGANÒ“

… „Und am Ende hat der Vatikan nachgegeben und den Brief veröffentlicht, den Benedikt XVI. als Antwort auf die Einladung Mgsr. Dario Viganòs geschrieben hat. Es ist jedoch interessant festzustellen, daß der Text sowohl durch das Communiqué des Sekretariates für die Kommunikation als auch durch das Schreiben vom Presseamt des Hl. Stuhls, das vom Staatssekretariat abhängt, verbreitet wurde. …


Ergänzung 19.3.2018:

https://www.katholisches.info/2018/03/der-betrug-mit-der-kontinuitaet/ (19.3.):

(Rom) InfoVaticana forderte bereits nach Bekanntwerden der ersten Manipulation des Briefes von Benedikt XVI.Konsequenzen für Msgr. Dario Edoardo Viganò. Inzwischen wurden in Stufen weitere Manipulationen bekannt. Mehr noch, der Vatikan selbst zertrümmerte mit dem Benedikt-Brief, ohne jede Absicht, zum fünften Thronjubiläum von Papst Franziskus die Kontinuitätsthese, jene Behauptung, es gebe eine tatsächliche Kontinuität zwischen den Pontifikaten von Benedikt XVI. und Franziskus. Wie lange wird der Präfekt des vatikanischen Kommunikationssekretariats noch auf seinem Platz bleiben können? …


Ergänzung 23.3.2018:

https://www.katholisches.info/2018/03/kommunikationschef-des-vatikans-stuerzt-ueber-lettergate/ (21.3.):

(Rom) Papst Franziskus hat den Rücktritt von Msgr. Dario Edoardo Viganò als Präfekt des Kommunikationssekretariats des Heiligen Stuhls angenommen. …

… Bis zur Ernennung eines neuen Dikasterienleiters beauftragte Franziskus die Nummer zwei des Kommunikationssekretariates, Msgr. Lucio Adrián Ruiz, mit den Aufgaben Viganòs.

… Kein Wort des Tadels für ein offensichtliches Fehlverhalten. Mit anderen Worten: Hätte es nicht den Medienwirbel gegeben, hätte Franziskus Viganò wegen der Manipulation nicht fallengelassen.

Das tut er auch jetzt nicht. Mit der Annahme des Rücktritts ernannte er den bisherigen Präfekten zum Assessor am selben Kommunikationssekretariat.

Das ist, als müßte ein Minister zurücktreten, um zugleich Ministerialdirektor desselben Ministeriums zu werden. …


Ergänzung 6.4.2018:

http://kath.net/news/63316 Brief mit Benedikt XVI. abgesprochen – Manipulation durch Hagenkord? (3.4.):

Der „Lettergate“-Medienskandal hat jetzt auch noch ein weiteres Nachspiel: Hagenkord, der deutschsprachige Chef von „Vatican News“, hat behauptet, dass die Teilveröffentlichung des Briefes von Benedikt XVI. mit dem emeritierten Papst abgesprochen sei …


Ergänzung 8.4.2018:

https://www.katholisches.info/2018/04/marcello-pera-franziskus-verwechselt-befreiung-mit-erloesung/ (7.4.):

(Rom) Der Wissenschaftstheoretiker und ehemalige italienische Senatspräsident Marcello Pera erneuerte seine scharfe Kritik an der Amtsführung und den Zielen von Papst Franziskus. Bereits im Juli 2017 warf Pera, ein Freund Benedikts XVI., dem amtierenden Kirchenoberhaupt wegen dessen Einwanderungspolitik vor, Europa „zerstören“ zu wollen.

„Bergoglio betreibt Politik und wirft die Kirche aus ihrer Bahn. Die Kirche von Franziskus ist zugunsten des Säkularismus aus dem Gleichgewicht. Er denkt wie die Befreiungstheologen.“

So lautet die Kritik, die der Universitätsprofessor gestern in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung La Verità äußerte. …

La Verità: Elf kleine Bücher, die zum Rücktritt des Präfekten der vatikanischen Kommunikation, Msgr. Dario Edoardo Viganò, geführt haben, der mit der Verbreitung eines Briefes des emeritierten Papstes ein Schlamassel provozierte. In diesem Brief sprach Ratzinger von einer „inneren Kontinuität“ zwischen ihm und Franziskus, stigmatisierte aber zugleich, daß zur Darlegung der Theologie von Franziskus ein deutscher Professor gerufen wurde, der bis gestern das Lehramt von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. attackiert hat. Gibt es Ihrer Ansicht nach eine Kontinuität zwischen Benedikt und Franziskus oder gibt es sie nicht?

Marcello Pera: Zur Sache Viganò ist erst noch Klarheit zu schaffen. Mir scheint es unmöglich, daß er sich nicht zuvor auf direktem Weg an Benedikt XVI. oder seine Mitarbeiter gewandt hat. Sollte er den geänderten Brief unerwartet vorgelegt haben, wäre die Sache noch schwerwiegender. Und wenn Papst Franziskus schon vorher von diesem geänderten Brief wußte und es gutgeheißen hat, dann wäre das unfaßbar. In jedem Fall ist es unnötig, die Jesuiten zu spielen, um mit Worten die Wirklichkeit zu verstecken: Die Kontinuität gibt es nicht. Wer eine solche behauptet, beleidigt beide Päpste. …


Ergänzung 29.5.2018:

Andreas Becker: https://www.katholisches.info/2018/05/wer-soll-italien-regieren/ (29.5.):

… Präfekt Viganò stürzte allerdings bereits im vergangenen März über einen manipulativen Umgang mit einem Schreiben von Benedikt XVI. Was Viganò auf Kosten von Benedikt XVI. als besondere Schmeichelei zum fünften Jahrestag der Erwählung von Papst Franziskus konstruieren wollte, endete in seinem erzwungenen Rücktritt.

Daß der Rücktritt sowohl Viganò als auch Papst Franziskus durch internationale Medienkritik an der journalistischen Berufsethik Viganòs aufgezwungen wurde, macht Franziskus bis zum heutigem Tag durch zwei Gesten deutlich. Viganò mußte als Präfekt gehen, wurde aber von Franziskus umgehend mit einem Beraterauftrag ausgestattet, und zwar ausgerechnet für das Kommunikationssekretariat. Ein Minister, der wegen Fehlverhaltens zurücktreten muß, aber sofort für dasselbe Ministerium wieder zum Chefberater wird, stellt eine ziemlich unorthodoxe Methode dar.

Franziskus ging noch weiter, er ernannte bis heute keinen Nachfolger für Viganò. Die Stelle des Präfekten ist unbesetzt. Damit bringt Franziskus gegenüber Viganò, Manipulation zu Lasten von Benedikt XVI. hin oder her, seine ungebrochene Wertschätzung zum Ausdruck. Letztlich ist Viganò trotz Rücktritt im Hintergrund noch immer der eigentliche Chef im Kommunikationssekretariat. Auch an diesem Beispiel bestätigt sich, daß Franziskus Mitarbeiter, denen er sein Vertrauen schenkt, nicht fallenläßt, sondern den Rücken stärkt. …

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