Interkommunion: Konflikt zwischen DBK-Bischöfen

Ich staune, dass Kardinal Woelki plötzlich den Mumm hat, gegen den Zeitgeist aufzutreten.

http://kath.net/news/63339 Schweres Zerwürfnis in der Deutschen Bischofskonferenz – UPDATE! (4.4.):

In der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist es laut dem „Kölner Stadtanzeiger“ zu einem „schweren Zerwürfnis“ über die Frage der Kommunion für evangelische Christen gekommen.

Laut dem Zeitungsbericht haben sich Bischöfe unter Führung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki an den Vatikan gewandt, Kardinal Marx soll dabei nicht gefragt worden sein.

Inhaltlich geht es darum, dass die Bischöfe ein Dokument, welches von der Deutschen Bischofskonferenz mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen wurde, als unrechtmäßig ansehen, da der Inhalt aus ihrer Sicht gegen die katholische Glaubenslehre und die Einheit der Kirche verstoße. …

https://www.katholisches.info/2018/04/deutschland-hat-noch-sieben-katholische-bischoefe/ (5.4.):

Am 20. Februar 2018 hatte die Bischofskonferenz mit Zweidrittel-Mehrheit beschlossen, im Widerspruch zu grundlegenden Teilen der kirchlichen Lehre, die Interkommunion mit den Protestanten anzustreben. Konkret geht es (vorerst) um die Gewährung der Kommunion an den protestantischen Ehepartner eines Katholiken.

Eine Minderheit von sieben Bischöfen ist nicht bereit, diesen häretischen Bruch mitzumachen und hat ihren Widerspruch formalisiert. … Die sieben Bischöfe haben sich mit einem drei Seiten langen Papier an den Vatikan gewandt und um Klärung dogmatischer und kanonischer Fragen gebeten. Das Schreiben richtet sich an den Präfekten der Glaubenskongregation, Kurienerzbischof Luis Ladaria Ferrer SJ, sowie an den Vorsitzenden des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch.

Unterzeichnet ist das Schreiben von
Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln,
Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg,
Bischof Konrad Zdarsa von Augsburg,
Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt,
Bischof Wolfgang Ipolt von Görlitz,
Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg und
Bischof Stefan Oster von Passau.

Franziskus erklärte mehrfach, „Prozesse anstoßen“ zu wollen. Genau das ist mit dem DBK-Beschluß vom 20. Februar geschehen.

… Pessimistisch zeigt sich Fernandez de la Cigoña über das, was von Kurienerzbischof Ladaria und Kardinal Koch zu erwarten sei:

https://philosophia-perennis.com/2018/04/05/kardinal-woelki-abschied-vom-weichgespuelten-pastoralen-geschwaetz/:

Medien wie der Kölner Stadtanzeiger nennen im Kommunionstreit Bischöfe Angsthasen u. Kardinal Marx Mutmacher. Warum? Mit dem Strom schwimmen ist nicht mutig! Ein Gastkommentar von Michael van Laack …

http://kath.net/news/63349 „Focus“: „Für Kardinal Marx wird es jetzt ungemütlich“ (5.4.):

… Breite Medienresonanz findet der Streit zwischen dem DBK-Vorsitzenden Reinhard Kardinal Marx (München) und dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki über die Frage der Zulassung evangelischer Ehepartner zur katholischen Kommunion „im Einzelfall“. …

Der Kölner Stadtanzeiger“, der zur Kenntnis des Originalschreibens gelangt ist, wertet das Schreiben von Kardinal Woelki und sechs weiteren Ortsbischöfen als „Brandbrief“, in einem weiteren Artikel als „Kampfansage aus dem Erzbistum Köln“.

… kommentiert der „Focus so: „Für Marx, der auch die Freisinger Bischofskonferenz der bayerischen Bistümer leitet, bedeutet das: Er ist dort fast isoliert.“ …

http://kath.net/news/63356 Marx gerät nach Bischofsbrief an den Vatikan immer mehr unter Druck (5.4.):

… Der Freiburger Theologe Helmut Hoping hat den Bischofsbrief an den Vatikan verteidigt.

Im Gespräch mit dem Kölner „Domradio“ äußerte der Dogmatiker: „Ich verstehe Kardinal Woelki vollkommen. Dieses Vorgehen ist ganz normal, denn jeder Ortsbischof hat das Recht, sich an den Heiligen Stuhl zu wenden und um eine Klärung in einer Frage zu bitten, die auch die Einheit von Lehre und Pastoral betrifft.“

Hoping erinnert daran, dass in Fragen der Lehre in der Bischofskonferenz Einstimmigkeit erforderlich sein müsse. „Wenn es nur eine Zweidrittelmehrheit gibt, dann ist eine Überprüfung des Beschlusses durch den Vatikan nötig. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die von den Bischöfen angedachte Handreichung Lehraussagen betrifft.“ …


Ergänzung:

http://kath.net/news/63350 „Gravierende theologische Hindernisse“ (5.4.):

Streit um die Kommunionzulassung für evangelische Ehepartner „im Einzelfall“: „Der Vorstoß der Bischofskonferenz kann nicht für sich in Anspruch nehmen, theologisch gedeckt zu sein.“ Von Paul Josef Kardinal Cordes …


http://kath.net/news/63358 „Ökumene zu Lasten der Wahrheit hätten wir schon früher haben können“ (6.4.):

Hubert Gindert/Forum Deutscher Katholiken begrüßt, dass der „Riss“ in der DBK nun offen zutage tritt – Er kritisiert die Pressekampagne gegen Kardinal Woelki und die sechs Bischöfe nach deren Anfrage nach Rom. kath.net-Interview von Petra Lorleberg

… Gindert: Wer den Brief dem „Kölner Stadtanzeiger“ zugespielt hat, weiß ich nicht. Das könnte auch von Rom aus gewesen sein.

Die Absicht sehe ich darin, eine Pressekampagne gegen die sieben Bischöfe zu inszenieren. …


http://kath.net/news/63366 Österreichische Bischofskonferenz dementiert Aussagen von Söding (6.4.):

ÖBK-Pressesprecher Wuthe: „Seitens der Österreichischen Bischofskonferenz ist mir kein Beschluss im Hinblick auf den Kommunionempfang von evangelischen Ehepartnern bekannt“

Wien (kath.net)
Die Österreichische Bischofskonferenz dementiert Aussagen des katholischen Theologen Thomas Söding im Zusammenhang mit einer möglichen Öffnung der Hl. Eucharistie für Protestanten in Deutschland.

Dieser hatte laut einer Meldung des EPD behauptet, dass verschiedenste Bischofskonferenzen protestantische Ehepartner unter bestimmten Umständen bereits zur Kommunion zulassen. Söding hatte hier explizit auch Österreich erwähnt. …


Ergänzung 7.4.2018:

Martin Lohmann: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/der-klarheit-verpflichtet/ (6.4.):

Streit, Zerstrittenheit, Zerwürfnis? Unschön für die Ökumene? Der Brief, mit dem sich unter der Führung des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki einige Bischöfe an Rom gewandt haben, um sich in einer sehr wichtigen Frage des Glaubens Klarheit zu holen, hat heftige Reaktionen ausgelöst.

… Rainer Woelki und die anderen Aufrechten mit ihrem „umstrittenen“ Brief, tun etwas Unstreitbares: Sie nehmen ihre unmittelbare Verantwortung wahr.

… Es ist schlichtweg irreführend und unangemessen, wenn jetzt in Kommentaren von einem „Brandbrief“ und von „Unschönem“ für die Ökumene geredet und gewertet wird. …


Ergänzung 19.4.2018:

https://www.katholisches.info/2018/04/keine-kommunion-fuer-protestanten-aber-keiner-soll-es-erfahren/ (19.4.):

Interkommunion: Glaubenskongregation verwirft den Vorstoß von Kardinal Marx und der Deutschen Bischofskonferenz. Doch wo steht Papst Franziskus? …


Ergänzung 20.4.2018:

https://www.katholisches.info/2018/04/berichte-ueber-ablehnung-der-interkommunion-durch-rom-sind-falsch/ (19.4.):

Interkommunion: Die Glaubenskongregation wollte Klarheit schaffen. Durch die Intervention von Kardinal Marx bei Papst Franziskus und dessen Intervention bei der Glaubenskongregation herrscht größere Unklarheit als zuvor. …


Ergänzung 6.5.2018:

http://kath.net/news/63695 Kardinal Müller „Das Statement ist sehr dünn“ (5.6.):

Nach Besuch deutscher Bischöfe in der Glaubenskongregation wegen des Interkommunionstreites sagt Müller: Zum Wohl der Kirche sei nun „ein klarer Ausdruck des katholischen Glaubens nötig“. Papst sollte „den Glauben bekräftigen“.

Vatikan (kath.net/pl) Das Statement sei „sehr dünn“ und enthalte „keine Antwort auf die zentrale und wesentliche Frage“. Denn es sei nicht möglich, dass man „ohne kirchliche Gemeinschaft in sakramentaler Gemeinschaft“ sei. Das stellte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, gegenüber dem Vatikanisten Edward Pentin fest, wie dieser in seinem Blog im „National Catholic Register“ berichtete. …

… Pentin berichtete außerdem, dass eine Quelle das Statement als die „offizielle Antwort, dass es keine Antwort gibt“ interpretierte. Der Heilige Vater habe seine Pflicht als Papst in Bezug auf eine Dogmafrage nicht erfüllt, sondern sie seinem Büro überlassen. Der Papst habe sich geweigert, eine Linie zu ziehen, und habe es der Glaubenskongregation überlassen, Postbote für diese Information zu sein. Doch seien Dikasterien „nutzlos“, wenn die Entscheidungen den Bischofskonferenzen überlassen würden. …


Ergänzung 8.5.2018:

https://www.katholisches.info/2018/05/kardinal-eijk-tadelt-papst-und-deutsche-bischoefe/ (7.5.):

(Amsterdam) Der Erzbischof von Utrecht, Willem Jacobus Kardinal Eijk, reagierte mit deutlichen Worten auf die Versuche der Deutschen Bischofskonferenz, die Interkommunion einzuführen:

„Nein zur Kommunion für die Protestanten, auch wenn sie mit einem Katholiken verheiratet sind. Die Praxis der katholischen Kirche gründet auf ihrem Glauben, und der könne weder durch die Mehrheit noch durch Einstimmigkeit abgeändert werden. Ich sehe, daß Bischöfe und vor allem der Nachfolger des Petrus es daran fehlen lassen, das Glaubensgut zu bewahren und getreu und in Einheit weiterzugeben, und ich denke an die Endprüfung, durch die die Kirche hindurch muß“.

Franziskus hatte der Mehrheit und der Minderheit durch die Glaubenskongregation mitteilen lassen, die Frage in der Bischofskonferenz erneut und solange zu diskutieren, bis ein einhelliger Beschluß zustandekommt. Auf diese Anweisung replizierte Kardinal Eijk mit seinem Hinweis, daß die Glaubenswahrheit durch eine Bischofskonferenz auch nicht durch einstimmige Beschlüsse geändert werden könne. …


https://www.katholisches.info/2018/05/der-zusammenhang-zwischen-amoris-laetitia-und-interkommunion/ (8.5.):

Papst Franziskus lud am vergangenen Donnerstag, 3. Mai, Vertreter von Mehrheit und Minderheit nach Rom ein, um mit den zuständigen römischen Dikasterienleitern über die offenen Fragen zu sprechen. Entscheidend dabei sei, so Don Morselli, die Antwort des Papstes, daß sich die deutschen Bischöfe erneut zusammensetzen und über die Frage sprechen sollten, bis sie eine „möglichst“ einstimmige Position finden. Diese päpstliche Antwort wurde bereits von Kardinal Willem Jacobus Eijk, dem Erzbischof von Utrecht, als „völlig unverständlich“ getadelt. Obwohl die katholische Lehre in der Sache „ganz klar“ sei, sei Papst Franziskus nicht seiner Pflicht nachgekommen, die Lehre deutlich zu bekräftigen. …


Ergänzung 6.6.2018:

https://www.katholisches.info/2018/06/interkommunion-niederlage-fuer-kardinal-marx/ (4.6.):

… Am 3. Mai hatte Franziskus Vertreter von Mehrheit und Minderheit nach Rom geladen, wo sie mit den zuständigen Dikasterien zusammentrafen, um die Fragen zu erörtern. Das Ergebnis des Gipfeltreffens sorgte für große Empörung über Papst Franziskus, als die offizielle Presseerklärung an die Öffentlichkeit weitergegeben wurde. Das Kirchenoberhaupt hatte jede inhaltliche Stellungnahme vermieden und Minderheit und Mehrheit nach Hause geschickt mit dem Auftrag, solange weiterzuverhandeln, bis eine „möglichst einstimmige“ Lösung gefunden werde.

… Die Antwort, die Franziskus schuldig blieb, gab nun Glaubenspräfekt Ladaria. Der vollständige Wortlaut des in deutscher Sprache verfaßten Antwortschreibens wurde von Gloria.tv veröffentlicht.

Darin wird festgehalten, daß der Inhalt „ausdrücklich vom Papst gebilligt“ wurde. Der wichtigste Punkt: Die Glaubenskongregation stoppt die Veröffentlichung der umstrittenen DBK-Handreichung. …


Giuseppe Nardi: https://www.katholisches.info/2018/06/problem-interkommunion-bleibt/ (6.6.):

Wer glaubt, das Nein von Glaubenspräfekt Luis Ladaria Ferrer SJ zur Kommunion für protestantische Ehepartner habe den Zug Richtung Interkommunion zum Stehen gebracht, der irrt. Im Gegenteil, er könnte sein blaues Wunder erleben. …


Ergänzung 4.7.2018:

https://www.katholisches.info/2018/06/franziskus-interkommunion-ist-kein-problem/ (22.6.):

(Rom) Auf dem Rückflug von Genf nach Rom bezeichnete Papst Franziskus im Gespräch mit den Journalisten den Proselytismus als Hürde für die Ökumene. Zugleich versicherte er, daß ihm die Handreichung zur Interkommunion der Mehrheit der Deutschen Bischofskonferenz sogar „restriktiv“ erscheine und erteilte den deutschen Bischöfen grünes Licht, die Interkommunion umzusetzen – Hauptsache formal als Diözesen und nicht als Bischofskonferenz. …


https://www.katholisches.info/2018/07/interkommunion-nun-gibt-es-ihn-doch-den-deutschen-alleingang/ (2.7.):

(Rom) Obwohl Rom die Handbremse gezogen und Kardinal Marx versichert hatte, daß es „keinen deutschen Alleingang“ geben werde, gibt es ihn nun doch.

… Erzbischof Hans-Josef Becker von Paderborn machte nämlich nun doch einen Alleingang. Am Samstag meldete das Westfalen-Blatt:

„Erzbischof erlaubt evangelischen Ehepartnern Kommunion“. …


Ergänzung 12.7.2018:

Hubert Hecker: https://www.katholisches.info/2018/07/dbk-desorientierungshilfe/ (12.7.):

Interkommunion Wem helfen die deutsche Bischöfe mit ihrem Alleingang?

Das Verhalten von Papst Franziskus zum deutschen Kommunionstreit ist irritierend widersprüchlich: Zuerst sollte der DBK-Text zur Kommunionszulassung von evangelischen Ehepartnern nicht ‚publikationsreif’ sein, dann galt er als gut gemacht, schließlich sollte er doch auf der DBK-Seite publiziert werden können.

Um die (Un-)Logik des Papstes zu verstehen, muss man seine Erstaussagen zu diesem Themenkomplex studieren. Das war im November 2015, als er mit Kardinal Kasper die deutsche lutherische Gemeinde in Rom besuchte. Damals fragte eine protestantische Frau, ob sie nicht endlich mit ihrem katholischen Mann gemeinsam zur hl. Kommunion gehen könne. …

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