Renaissance der Heimatverbundenheit

https://www.andreas-unterberger.at/2018/07/heimat-ist-wieder-in/ (21.7.):

… Heimat, österreichische Identität ist wieder in. Dabei ist diese eigentlich ein sehr junges Wesen. War sie doch jahrhundertelang nur ein Synonym für habsburgische Identität, für das „Haus Österreich“. Nach dessen Sturz suchte dann ein Großteil der Österreicher von links bis rechts seine geistige Heimat in einer großdeutschen Identität. Die heutige Österreich-Identität entstand erst in der Abwehr gegen den Nationalsozialismus, im Dollfuß/Schuschnigg-Staat, auf der Dachauer Lagerstraße und dann endgültig in der Nachkriegszeit, bis eine Generation an Österreichern nachgewachsen war, für die es nicht einmal mehr eine Zehntelsekunde Zweifel gibt, dass ihre Identität Österreich ist. …

… Das alles ist keineswegs eine österreichische Spezialität. Man denke etwa an die Schweizer, die seit Generationen begeistert das sind, was man als nationalistisch bezeichnen kann. Aber es ist ein liebenswerter Nationalismus. Er will keinem anderen Land Böses, empfindet sich nicht als überlegen, hält jedoch mit unglaublicher Kraft an der eigenen Identität, den eigenen Traditionen, am Eigen-Sein fest.

Genauso faszinierend ist das Wiedererwachen der nationalen Kraft in Mittelosteuropa. Ungarn, Slowaken, Balten, Tschechen‚ Polen haben alle ihren Wiederaufstieg nach 40 Jahren kommunistisch-russischer Unterjochung vor allem durch die Kraft ihres Nationalbewusstseins geschafft. Gewiss mit westlicher Hilfe, aber entscheidend war die aus dem „Wir“ strömende Energie. Aus der gemeinsamen Geschichte (je leidvoller, desto stärker), aus der gemeinsamen christlichen Grundlage (die auch Nicht-Kirchgänger trägt), und aus der gemeinsamen Sprache (auch wenn es Beispiele gibt, wie die Schweiz oder Finnland, wo es mehrere gleich(!)berechtigte Sprachen gibt, die jeweils alle im Interesse des Erhalts des „Wir“-Gefühls enorm gefördert werden). …

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3 Antworten zu Renaissance der Heimatverbundenheit

  1. Displaced Person - Aalborg-Ost schreibt:

    Habe mal gegoogelt, ob ich Internierungs-Geschichten finden würde…Irgendwoher muß es ja kommen, das Entbehren eines verfestigten Standortes. Und das jahrzehntelange Prozessieren des Themas Heimat/Heimweh. Mit 20 habe ich das Elternhaus verlassen. Mit 30 bin ich sonntags zum Hauptbahnhof in der „fremden“ Stadt gefahren, um mir die heimatliche Regionalzeitung zu kaufen. Habe MEINE Heimat gesucht. Und zwar NACH Heirat und Unterjochtwerdensollen in einer missionarischen Gemeinschaft. („Allianz“…lach oder heul)
    Kein Mensch wagte sich damals laut das Wort Heimat auszusprechen! Das war der gesellschaftlich-politische Teil. Und für Christen eh nicht relevant! („wer seine Heimat nicht in Gott hat…“ Blabla) Dabei saßen sie alle auf einem Haufen im bestausgestatteten Nest ohne sich je nur einen Schritt selbst hinaus gewagt zu haben!
    Nun ist es gerade wieder im Munde, nicht zuletzt durch den Verdienst von Erika Steinbach oder auch den Özil-Hype bzw. durch das Vergleichenwollen der Flüchtlinge aus Deutschland nach Deutschland mit den Zugereisten aus aller Welt.
    https://philosophia-perennis.com/2018/07/22/erika-schaute-nicht-weg/

    Eine *Displaced Person* – das war meine Mutter und Herkunft-Familie. Selbst bin ich Kind später Eltern und kinderreiche Mutter. Beides mehr unbewusst erlebt: die Nachkriegskindheit verklärt und zu positiv gesehen :- ( und meine eigenen Kinder (Dank „Urvertrauen“).

    Eine Heimat ist eine Heimat ist eine Heimat… Meine Heimat gibt’s gar nicht. Schon gar nicht im Jenseits.
    https://juergenfritz.com/2018/07/21/idee-leben-nach-tod/

    Geborgenheit? Vertrauen?
    In diesem Land zählt seit EWIG die Herkunft: das ALTE oder neue GELD. Vitamin B auch in „christlichen“ Gruppierungen/Denominationen. Ansonsten allüberall Ausgrenzung. Finden auch sie -Letztere- nicht mehr meine Loyalität! Die eigenen Prinzipien (die eigene „Heimat“) verraten und Selbstverrat begangen. Und meine erw./stud. Kinder haben heute kaum Chancen selber Familien zu gründen. Deutschland 2018 – Gruselig!
    Die genetische Festschreibung (transgener. Weitergabe der mütterlichen Jahre – schon über die GROSS-MUTTER- bis fast 1949 sowie „danach“ im zugewiesenen Domizil wo die einheimischen Bauern auf den Kartoffeln saßen) und die Erfahrungen geistlichen Missbrauchs hinterlassen Spuren :- ( , schaffen zusammen eine neue Komponente der eigenen „Teilhabe“ oder des Platzes am Tisch des Lebens! (für die Kinder, die davon gewiss nicht frei sind) Und ja, in diesem „DNA-Buch“ gab es viel früher schon ein Flucht-Kapitel mit der Aussiedelung aus dem Salzburger Land.

    Erstaunlich…. welcher eigene Antrieb immer noch möglich war trotz Zuordnung in A-B-und C-Klassen Ende der 50er Jahre! – ich war „C-Klasse“ :- ) – (Gym verwehrt) TROTZ-dem Überholspur! Ganz andere STEINE IM WEG! UND MIT FAMILIE änderte sich alles nochmals verschärft bis unmöglich als Frau! Bin lange nicht mehr links. Konservativ im Sinne von bewahrend, begleitend, reichlich SORGE-und ASCHEN-Arbeit im ABSEITS. Wüsste aber auch nicht, dass ich „rechts“ wäre. Und nochmal würde ichMEINEN NAMEN NICHT HEGEBEN! „IHM“ unter-„ordnen“….

    Ich zähle mich zu einer Generation, deren Eltern geleistet und geschuftet haben und die trotzdem nicht auf einen grünen Zweig gekommen sind ( und die vera….worden sind). Und selber fleißig, rechtschaffen, selbstverleugnend, arglos, altruistisch….SIND MEINE GEDANKEN HEUTE FREI UND NIEMAND VERPFLICHTET! Als NICHTMEHRGLEUBENDE fühle ich mich auch keinem Gott verpflichtet nebst dessen spalterische und beziehungstötende „Firmen“!
    In den brennenden Themen, insbesondere welche Frauen belangen – sind wir bis heute nicht entscheidend weiter gekommen! Das mauernde Selbstbild der christlichen Männer vor Augen! Christliche Männer S E H E N die/ihre Frauen nicht! Frauen wurden seit Jahrhunderten im christlichen Kontext ausgemerzt oder zumindest klein gehalten! („Männer sind wie Schlagzeilen, Frauen sind wie Kleingedrucktes“ = Büchertisch charismatische Liste. edward louis cole). Die „männliche“, dominierende Sprache in Auflehnung beim geringsten Ankratzen. Ich verteidige einen bestimmten Feminismus – nicht Gender! Metoo ist für mich ok! Und nicht der Prellbock einer verschlafenen aber hochaggressiven Männer“bewegung“ (von Tennis-Socken-Trägern in Segler-Schühchen, die von selber nie in die Hufe kamen), die noch bis in die „höchste Philosophie“
    (Sloterdijk ) von „unbeschlafenen Frauen“ spricht und stets mit dieser Schublade kommt. Diese Sicht hat sich routiniert eingebürgert in allen Kreisen.
    # „Aus der gemeinsamen Geschichte (je leidvoller, desto stärker), aus der gemeinsamen christlichen Grundlage (die auch Nicht-Kirchgänger trägt)“# heißt es oben…So ist es! In der Wirtschaft des Kapitalismus‘ mit ihren Glaubenssätzen gipfelt diese Tatsache! Für die Gesellschaft bin ich als Mehrfachmutter nicht wirklich „aufgestiegen“ in dieser Klassengesellschaft. Eine „Loserin“ mit kleinster Rente, in der HACKORDNUNG unterste Stufe.
    „Isolation heißt die neue Armut“! ! ! Daran werden weder Spahn noch Heil noch Meuten was ändern.
    Oder zum 1000sten Mal das Thema Alleinerziehende (samt Lesern)….
    https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-07/single-mom-caroline-rosales-buchauszug
    Ich denke, dass wir nicht mehr ZU RETTEN sind! Nach meinem geringen Erkenntnis-Stand sprechen viele Indizien dafür. :- ( So, wie die Menschheit „wirtschaftet“ und sich an der Natur versündigt, stehen WÜSTENZEITEN ins Haus!
    Und leider, leider….
    https://www.watson.ch/blogs/sektenblog/254204653-religionen-verklaeren-das-leiden-der-menschen-auf-toerichte-weise

    heimatlos

    bis heute
    und schon damals interessiert an Büchern wie „Die Heimatlosigkeit der Frau im Patriarchat“ C.M.

  2. Displaced Person - Aalborg-Ost schreibt:

    da ziehen sie von dannen, haben sich längst ihr (Luxus-)Plätzchen im Trockenen gesichert, das Schwarzbrot, den Weihnachtsbaum und gerührt den Schnee der Kindheit vermissend…
    https://philosophia-perennis.com/2018/07/24/deutschland-die-falschen-kommen-die-richtigen-gehen/
    https://juergenfritz.com/2017/02/28/tausende-millionaere-verlassen-deutschland-und-frankreich/

    habe sowas im entfernten Bekanntenkreis gesehen: da wird Deutschland aber noch weiterhin gemolken und abgeschöpft, um die Steuern kommt man herum

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