Waldorfschule im Kampf gegen rechts

https://www.journalistenwatch.com/2018/12/15/waldorfschule-kind-berliner/ Waldorfschule lehnt Kind von Berliner AfD-Abgeordnetem ab:

Berlin – Eine Waldorfschule hat sich nun endgültig entschieden, das Kind eines Berliner AfD-Abgeordneten nicht aufzunehmen, obwohl das Kind bereits dort den Waldorfkindergarten besuchte. Vorausgegangen war eine Elternversammlung, die die Aufnahme kontrovers diskutierte. Die Eltern mussten sich zudem einer Befragung durch die Lehrkräfte unterziehen. …

Michael Paulwitz: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/linksgruene-sippenhaft-an-der-waldorfschule/ (16.12.):

Normalerweise ist der Übergang vom Waldorfkindergarten in die Waldorfschule eine Selbstverständlichkeit. Wer als Vorschulkind bereits entsprechend vorgeprägt ist, gilt als besonders geeignet, seinen weiteren Bildungsweg als Schüler unter den Vorzeichen der Waldorf-Pädagogik fortzusetzen, und wird bei der Auswahl aus der Anmeldungsflut bevorzugt. Normalerweise. Nicht so, wenn der Vater des Kindes AfD-Politiker ist und ein Parlamentsmandat ausübt. Dann schlägt die Stunde der politisch korrekten Streber. Deswegen darf das Kind eines Berliner AfD-Abgeordneten nicht auf die Waldorfschule gehen, die alle seine Freunde aus der Waldorfkita besuchen werden. Weil der Papa die falsche politische Gesinnung hat. …

Österreich scheint auch auf diesem Gebiet Vorreiter zu sein:
Karlheinz Weißmann:
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/hoffen-auf-mehr-anstand/ (10.9.):

In einer Welt, in der dauernd Nichtigkeiten zu Skandalen aufgeblasen werden, übersieht man den wahren Skandal rasch. Die „Abschulung“ der Söhne Caroline Sommerfelds ist so ein Skandal. Die beiden Jungen hatten bisher eine Waldorfschule in Wien besucht. Nun wurde den Eltern überraschend mitgeteilt, daß sie nicht länger bleiben dürften; der Grund: Ihre Mutter gehöre zur „Neuen Rechten“. …


Ergänzung:

Jens Blankennagel: https://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/kommentar-zum-schulausschluss-kinder-haften-nicht-fuer-ihre-afd-eltern-31746116 (14.12.):

… So zu entscheiden, ist das gute Recht der Schule. Trotzdem ist es falsch. Aus mehreren Gründen: Zum einen war das Kind davor in einem Waldorfkindergarten – dort hat sich offenbar niemand an den politischen Anschauungen des Vaters gestört. Zum anderen wird ein Kind in Sippenhaft genommen für die Ansichten eines Mannes, für die ein sechsjähriges Kind beim besten Willen nichts kann. …


Ergänzung 17.12.2018:

http://www.freiewelt.net/nachricht/waldorfschule-lehnt-kind-ab-nur-weil-vater-afd-abgeordneter-ist-10076573/ (17.12.):

… Die Entscheidung der Waldorfschule geht sogar der SPD-geführten Senatsschulverwaltung zu weit. Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ließ mitteilen, man werde umgehend um eine Stellungnahme des Schulträgers bitten. Scheeres sehe es »sehr kritisch“, sollte eine Schule nach der politischen Gesinnung der Eltern entscheiden, ob ein Kind aufgenommen werde.

Die Entscheidung verstoße womöglich gegen das Antidiskriminierungsgesetz und werde nun von der Privatschulaufsicht geprüft, teilte die Senatsschulverwaltung mit. Ebenso übte Detlef Hardorp, der bildungspolitische Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, Kritik an dem politisch motivierten Ausschluss des Kindes.

… »Ich halte das für unglaublich. Hier soll doch nur die Aufnahme eines Kindes entschieden werden«, sagt Ralf Treptow, Vorsitzender der Vereinigung Berliner Oberstudiendirektoren. Der Fall zeige, »welch ein Eigenleben die Privatschulen inzwischen entwickelt haben«. »Offensichtliche Diskriminierung darf es weder an staatlichen noch an privaten Schulen geben.« …


Ergänzung 18.12.2018:

https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018-12/diskriminierung-schulen-afd-politische-orientierung-eltern-ausschluss-kinder (17.12.):

Eine Waldorfschule lehnt ein Kind wegen des AfD-Engagements der Eltern ab. Viele Schulen wollen die Konflikte der Gesellschaft draußen halten. Ein fatales Signal. …


Ergänzung 19.12.2018:

https://philosophia-perennis.com/2018/12/19/waldorfschule-oder-wir-spielen-nicht-mit-einem-juden/:

Ralph Giordano, (*1923, †2014), Halbjude, Journalist, Regisseur, Schriftsteller, erzählt in seiner Autobiographie gleichen Titels, wie er 1935 als Kind erfahren musste, dass Anderssein zu Ausschluss, Diskriminierung und Demütigung führt.

Eines Tages macht er sich auf den Weg, um seine Schulkameraden zum Spielen zu treffen. Er hat ihnen aus Goodwill seinen „ Blockwagen“ überlassen, mit dem sie ihm entgegenkommen. Ihre Blicke verraten jedoch eine das Kind irritierende  Veränderung.

Giordano: „Ich sehe in drei Gesichter, die mich anders anschauen als bisher. Da ist irgend etwas, irgend etwas Neues drin. Dann bleibt mein bester Freund kurz vor mir stehen und sagte: Ralle, mit dir spielen wir nicht mehr, du bist Jude!“ …

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