Kindheitsgewalt erzeugt Destruktivität

Sven Fuchs: https://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2019/01/30/artikel/wie-gewalt-in-der-kindheit-geschichte-macht.html:

… Heute wissen wir, dass Gewalt gegen Kinder und belastende Kindheitserfahrungen an sich erhebliche schädliche Folgen haben und umgekehrt betrachtet eine gewaltfreie und unbelastete Kindheit entsprechend das Ideal sein sollte, um eine optimale und gesunde Entwicklung des Kindes zu ermöglichen.

Für eine Metastudie wurden 111 Studien ausgewertet. Die ausgewerteten Studien umfassen Daten für 160.927 Kinder. 99 % der Studien fanden schädliche Effekte von körperlicher Gewalt gegen Kinder und keinerlei positive Effekte. 17 negative Effekte wurden erfasst, darunter z. B. Aggressionen, antisoziales Verhalten, psychische Probleme, geringes Selbstbewusstsein, geringere kognitive Fähigkeiten, geringere verinnerlichte Moralvorstellungen. Alkohol- und Drogenmissbrauch und das Gutheißen von Körperstrafen gegen Kinder.

Auch die Gehirnforschung entschlüsselt immer mehr, inwieweit Kindesmisshandlung und -vernachlässigung dauerhafte Schäden hinterlässt. Der Wissenschaftler und Psychiater Martin H. Teicher schreibt: ‚Weil Kindesmisshandlung in einer für die Hirnentwicklung entscheidenden Phase stattfindet, in welcher das Gehirn durch neue Erfahrungen und Erlebnisse physisch geprägt wird, können schwere Belastungen unauslöschliche Spuren in seiner Struktur und Funktion hinterlassen. Anscheinend löst die Misshandlung eine Flut molekularer und neurobiologischer Wirkungen aus, die die neurale Entwicklung unwiderruflich verändern.’ …

Wundert uns dann, dass Menschen aus Gewaltkulturen nicht einfach durch „Integrationskurse“ zivilisiert werden können?


Ergänzung 13.02.2019:

Sven Fuchs: https://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2019/02/11/artikel/wie-gewalt-in-der-kindheit-geschichte-macht-teil-ii.html:

Die Geschichte der Kindheit ist ein Alptraum, aus dem wir gerade erst erwachen“, schreibt der Psychohistoriker zur Evolution der Kindheit. Und: „Je weiter man in der Geschichte zurückgeht, desto mehr sinkt das Niveau der Kindererziehung.“

Ein besonders verleugnetes Thema ist die „Weibliche Täterschaft gegenüber Kindern“. „Sie ist in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent…. Mitte 1950 bis Anfang 1951 wurden 444 deutsche Jugendliche bzw. junge Menschen in verschiedenen Regionen nach ihren Erziehungserfahrungen in der Familie befragt. Bei 46,2 % der Jugendlichen wurden Strafen (und Strafen waren nach Angaben der Befragten vor allem Körperstrafen, die von der großen Mehrheit der Befragten erlitten wurden) durch die Mutter vollzogen, 33,4 % durch den Vater und bei 13,7 % durch beide Elternteile.“

„Ein etwas aktuelleres Bild für Deutschland zeigt der Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 2005 Darin heißt es: ‚Die meisten Studien der Familiengewaltforschung kommen zu dem Ergebnis, dass Mütter in gleich hohem oder höherem Ausmaß wie Väter elterliche körperliche Gewalt gegenüber ihren Kindern ausüben.’“

… Gewalt gegen Kinder herrscht besonders in islamisch geprägten Ländern

„UNICEF hat 2014 die weltweit bisher größte Studie zum Ausmaß der Gewalt gegen Kinder veröffentlicht. Die Studie ist derart umfangreich, dass hier nur auszugsweise auf wesentliche Gewaltdelikte eingegangen werden kann. Sechs von zehn Kindern (fast eine Milliarde Kinder) werden der Studie folgend regelmäßig von Erziehungspersonen geschlagen. Innerhalb der Studie wurden 23 Länder hervorgehoben, in denen mindestens 20 % der Kinder (2- bis 14-Jährige) besonders schwere körperliche Gewalt  durch Eltern erleben. …. Die folgenden Zahlen gelten für das Gewalterleben innerhalb von vier Wochen vor der Befragung (Gewaltraten für die gesamte Kindheit dürften entsprechend höher liegen!): …

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