Brauchen wir die Genderei?

Gudrun Kofler: https://www.tagesstimme.com/2021/02/06/freilich-weiblich-wir-brauchen-keine-gendersternchen/ :

„Gendern“ soll doch eigentlich der Gleichberechtigung dienen, der Gleichbehandlung, der Anpassung. So zumindest der Tenor der Linken. Alle Menschen sollen gleich sein oder in Folge gleichgemacht werden. Unterschiede darf es keine geben: weder in Hautfarbe, noch in Herkunft oder Geschlecht. Es sei denn, man ist weiß. Dann gilt das nicht mehr. Dann gilt man als Privilegienritter, darf sich kein Urteil mehr über irgendetwas erlauben und muss sich im Umkehrschluss auch noch alles gefallen lassen. Weiß und männlich gilt dann sowieso als Teufelswerk. Ok, Boomer!

So wie es Usus geworden ist, dass Weiße Weißen diktieren, wie man sich Farbigen, politisch korrekt formuliert „PoC“, gegenüber verhalten soll – ohne jedwede Reflexion auf deren eigenes Befinden oder auf die jeweilige Situation – so wollen Menschen darüber bestimmen, wie geschlechterbezogen unsere Sprache sein darf bzw. nicht sein darf. Es sind längst nicht mehr nur Feministinnen, die weibliche Bezeichnungen und schräge Zeichen einfordern.

Nein, es gehört mittlerweile zum „guten Ton“, mit in die Kerbe des Genderwahns zu schlagen. Man erlebt es vor allem auch zunehmend bei Männern, dass sie sich für das Gendern stark machen: Es solle endlich Rücksicht auf Frauen genommen werden, es sei nun an der Zeit und längst überfällig, dass man hier keinen Unterschied mehr mache. Als würde ein *innen irgendetwas über Frauenrechte aussagen. Und damit nicht genug. Es gäbe ja nicht nur Mann und Frau, sondern etliche andere Geschlechter – die Zahl steigt gefühlt täglich. Und durch die Verwendung des generischen Maskulinums in der deutschen Sprache würde man alle Geschlechter brüskieren. Außer Männer natürlich – sagt ja schon das „Maskulinum“. …


Ergänzung 02.03.2021:

https://unser-mitteleuropa.com/neues-vom-genderwahn-ecs-statt-er-sie-und-ens-als-endung/ (2.3.):

Oft kann es für fortschrittliche Zeitgenossen durchaus praktisch sein, wenn man sich den Genderwahn nicht laufend verinnerlicht, denn der Irrsinn ändert sich ja ständig je nach „Fortschritt“ der „Gender-Studien“. Derartige Lehrstühle gib es ja mittlerweile zuhauf in Deutschland – mehr als in einzelnen technischen Bereichen.

Eine/r/s der Kapazitäten in dieser für uns so wichtigen Forschungstätigkeit ist Lann Hornscheidt. Bis 2016 hatte Hornscheidt eine Professur für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität (Wikipedia) Er/sie/es hat jedoch ein Problem: „Im Alltag bin ich natürlich kontinuierlich mit Zweigeschlechtlichkeit konfrontiert“, sagt Hornscheidt. Und weiter:

„In den Anreden, auf allen offiziellen Dokumenten, selbst wenn Sie einen Flug buchen wollen, müssen Sie ja das Geschlecht angeben. Warum können wir nicht direkter anfangen, Menschen als Menschen wahr zu nehmen? Und damit auch alle in die Freiheit zu entlassen: Empfinde ich mich als Frau? Und empfinde ich das als natürlich? […]Für keine Person ist es einfach, weiblich oder männlich zu sein. Für alle ist es ja anstrengend. Die ganze Zeit müssen sie irgendwelchen Schönheitsnormen gehorchen. Es wäre ja sehr viel einfacher, wir würden uns wieder als Personen wahrnehmen und uns damit davon befreien, das immer alles zu überlagern.“

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4 Antworten zu Brauchen wir die Genderei?

  1. it's a man's world schreibt:

    it’s a man’s world
    it’s not MY world!

    überall dieselben Stichwortgeber hier wie da: Gender, Muezzin..wer schreibt von wem ab? ManN mokiert sich über den Aspekt Sprache und übersieht Wesentliches.
    Luise Pusch? Senta Trömel-Plötz?
    Frauenhass und Frauenverachtung schnell mal den Frauen über die Rübe gekippt. Wie bei PH Con-Sorten-Con-Sultants.

    Gerade lese ich in SZ: „Nach 50 Jahren als Feministin bin ich einfach müde, mit solchen Männern zu diskutieren“ und weiter bei —->Campus über ihr Buch „Für eine andere Gerechtigkeit
    Dimensionen feministischer Rechtskritik“ von Ute Gerhard.
    “ Über das Buch
    Jetzt erst recht!
    Im Recht spiegeln sich die gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Doch mit ihm lässt sich auch die Gesellschaft verändern. Was bedeutet das für die Geschlechtergerechtigkeit und die Frauenrechte?

    Die Frauenbewegungen sind schon immer Motoren gesellschaftlichen Wandels gewesen: Sie haben politische Widersprüche und soziale Ungerechtigkeit benannt und Gerechtigkeit eingeklagt. Dieses Buch setzt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Rechts als Mittel politischer Einmischung auseinander, die Geschlechtergerechtigkeit als konkrete Utopie nicht aus den Augen verliert. Den Rechtsgrundsatz der Gleichheit versteht Ute Gerhard dabei nicht als absolutes Prinzip, sondern als dynamisches Konzept. Rechte müssen im jeweiligen Kontext erkämpft, verteidigt und neu verhandelt werden. Sie schildert die Geschichte der Frauenrechte in Europa seit dem 19. Jahrhundert bis heute und zeigt verschiedene Dimensionen feministischer Rechtskritik auf. Die Lebensrealität von Frauen und Männern behält sie dabei fest im Blick.“

    „Gesellschaftliche Machtverhältnisse“…
    Um mit O.Scholz das nun salonfähige Wörtchen Sch…. (DER Sch….) zu verwenden: S c h e i ß t doch auf eure „bessere Zukunft“ eines Matthias Horx (Hahaha: Die Welt nach Corona), auf eure schrecklichen Funknetze (G5, G6) – Daten, Strahlung und Kontrolle 😦 – ( und autonomes Fahren), auf die Augenwischerei von E-Mobilität, auf eure Zock-Bitcoins, die durch die Decke gehen! Ich spare mir den ganzen Sternenschweif des Drecks „männlicher Erfindungen und Machtverhälntnisse“ und bedau’re jene Techno-Profs, die mit dem Brustton der Überzeugung ihren „innovativen“ Hirnschmalz zum Besten geben! (oder treue Lockdown-Papas im Traumjob sicherer Verwaltung) Echt SYTEMRELEVANT!
    Was kommt danach? Bakterien auf Mars….

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