Graz: Elke Kahr besiegt Siegfried Nagl

https://www.wochenblick.at/politbeben-in-graz-die-kommunisten-stossen-oevp-vom-thron/ (26.9.):

Nach einem eher verschlafenen Wahlkampf wurden heute in Graz die Gemeinderatswahlen bis zum Wahlschluss um 16 Uhr abgehalten. Auch die 17 Bezirksräte wurden gewählt. Den 223.512 Wahlberechtigten standen insgesamt 14 Parteien zur Wahl – so viele wie noch nie. Eine Besonderheit in Graz ist, dass die KPÖ mit Spitzenkandidatin Elke Kahr bisher mit rund 20 % zweitstärkste Partei hinter der ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl war. Aufgrund der insgesamt 25.430 Wahlkarten und der 9387 Stimmen, die bereits am vorgezogenen Wahltag abgegeben wurden, könnten sich die ersten Hochrechnungsergebnisse allerdings noch deutlich verändern. Denn diese gesamt knapp 35.000 Stimmen machen beinahe 16 % aller Stimmen aus.

… Nach den ersten Hochrechnungen verliert die ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl mit 26,1 Prozent ganze 11,6 Prozent und ist damit der große Wahlverlierer. Die Überraschung ist die KPÖ. Diese konnte die ÖVP von der Spitze verdrängen und liegt nun tatsächlich mit 28,8 Prozent auf Platz eins in Graz.

Die FPÖ mit dem Spitzenkandidaten und Bürgermeister-Stv. Mag. Mario Eustacchio konnte ihren dritten Platz leider nicht verteidigen. Sie erreichte nach der ersten Hochrechnung 10,9 Prozent der Stimmen, was ein Minus von 4,9 Prozent bedeuten würde. Die Grünen legten 6,4 Prozent zu und kommen auf momentan 16,9 Prozent. Die SPÖ erreichte mit 10,1 % ein mageres Plus von 0,1 Prozent und für die NEOS wurden es 4,9 % – also um ein Prozent mehr als bei der vergangenen Wahl. …


Ergänzung:

https://www.wochenblick.at/dunkelroter-erdrutsch-an-der-mur-kommunisten-auf-platz-1-in-graz/ (26.9.):

Die Bürgermeisterwahl in Graz erschüttert die Mur-Metropole und auch die Steiermark. Die ÖVP unter dem bisherigen Bürgermeister Siegfried Nagl muss eine historische Niederlage einstecken. Auf Platz 1 landet die KPÖ, die – ein österreichisches Unikum – in Graz schon immer außergewöhnlich stark war.

Bei der Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen zu der Wahl in Graz, schlief den Anwesenden der Bürgermeisterpartei ÖVP im wahrsten Sinne des Wortes das Gesicht ein. Geradezu schockiert blickten sie auf die Bildschirme. Denn das Ergebnis war völlig anders, als es sich ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl vorgestellt hatte.

… Dabei konnte die KPÖ unter Elke Kahr die letzten Jahre davon profitieren, dass sie über Jahre Stadträtin für Wohnungsangelegenheiten und seit der letzten Wahl 2017 Verkehrsstadträtin wurde. Auch mit dem seit Jahren existierenden Mieternotruf konnte die KPÖ den Nimbus einer Kümmerer-Partei in Graz aufbauen. Schon Kahrs Vorgänger, Ernst Kaltenegger, von dem sie die Partei übernahm, hatte sich durch sein Engagement für bezahlbares Wohnen einen Namen gemacht. Mit Forderungen nach leistbarem Wohnraum gelingt es der KPÖ in Graz noch immer, sich als soziale Partei zu positionieren. …


Ergänzung 27.09.2021:

NN: https://www.youtube.com/watch?v=MKJ33N-QPRU STALINGRAZ!! (26.9.  2min)

Gerald Grosz: https://youtu.be/mhnAccPXjnI Die geschichtsvergessene Tragödie von StalinGRAZ – die Kommunisten sind wieder da! (27.9.  3min)


https://unser-mitteleuropa.com/stalingraz-oesterreichs-zweitgroesste-stadt-wird-kuenftig-von-kommunisten-regiert/ (27.9.):

… Das Wahlprogramm der Kommunisten setzt seit Jahren auf leistbares Wohnen als Aufhänger nach außen (neben der unbegrenzten Aufnahme illegaler Migranten, siehe Beitragsbild einer Pro-Flüchtlingsdemo). Zudem spenden die Mandatare der Partei 2/3 ihres Gehaltes an Bedürftige und das schon seit dem Jahr 1998. Das dürfte den meisten Grazern genügt haben, um ihre Stimme nun einer kommunistischen Partei zu geben, deren Historie – ganz abgesehen vom Gedankengut – in Österreich mehr als umstritten ist. …


Ergänzung 28.09.2021:

Ursula Stenzel: https://unser-mitteleuropa.com/nach-der-wahl-eine-analyse/ (28.9.):

… Die Gemeinderatswahl in Graz war für mich eine Überraschung und ein Schock. Zunächst überwog das Gefühl der Verblüffung und Erheiterung. Da gelang es einer lokalen kommunistischen Partei und ihrer Spitzenkandidatin Elke Kahr, die ÖVP zu überflügeln und mit 29 % der Stimmen den Langzeitbürgermeister, Siegfried Nagl nach 18 Jahren aus dem Amt zu jagen. Es waren alle überrascht. Auch Elke Kahr selbst. Dass die kommunistische Partei in Graz eine lokale Größe war, war bekannt, dies nahm man mehr oder minder kopfschüttelnd zur Kenntnis. Dass sie aber imstande war, nach dem Bürgermeisteramt in der zweitgrößten Stadt Österreichs zu greifen, sorgte für Aufsehen weit über die Landesgrenzen hinaus und löste bei mir einen Schock aus. Wie ist das möglich? Die Antwort, die ich von einem langjährigen Freund und ehemaligen journalistischen Kollegen erhielt, war sehr einfach: Bürgermeister Nagl galt als abgehoben und arrogant, Elke Kahr kümmerte sich um die Menschen und ihre Anliegen. Sie erhielt Unterstützung auch aus ÖVP nahen bürgerlichen Kreisen. Dies erinnert mich an den klassischen Ausspruch von Karl Marx: Die Bürger umarmen noch den Strick, auf dem sie aufgehängt werden. Nein, die künftige kommunistische Bürgermeisterin von Graz ist nicht so, entsprechende Assoziationen hat sie selbstverständlich zerstreut. In ihren ersten Stellungnahmen hat sie durchaus pragmatische Ansätze zu Verkehr, Pflege und Wohnen und sie hat auch sofort zu allen anderen Fraktionen Kontakt aufgenommen – nein, umfärbeln wolle sie nicht. Also ich glaube ihr das sogar. …


Ergänzung 29.09.2021:

https://tvthek.orf.at/profile/Graz-hat-gewaehlt/13893189/Wahl-21-Graz-hat-gewaehlt/14107000/Diskussion-mit-Spitzenkandidaten/15004579 (26.9.):

Siegfried Nagl bei Min 9:05: „… Ich werde meine schützende Hand, aber auch meine helfende Hand von Graz zurückziehen müssen …“

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