Slowakei: Initiative zur Festlegung der Ehe in der Verfassung

http://www.kath.net/news/44954   Slowakei: Vorstoß zu Verankerung der Mann-Frau-Ehe in Verfassung   (20.2.):

Initiative des früheren EU-Kommissars und Außenministers Jan Figel hat bisher offenbar rund die Hälfte der notwendigen Abgeordnetenstimmen

Pressburg (kath.net/KAP) Schon mehr als 40 Abgeordnete zum slowakischen Parlament haben sich für eine genaue Definition der traditionellen Ehe in der slowakischen Verfassung ausgesprochen. Die Pläne sehen eine entsprechende Verfassungsnovelle vor, die im Mai beschlossen wird.

Der stellvertretende Parlamentspräsident und Vorsitzende der Christdemokratischen Bewegung (KDH), der frühere EU-Kommissar und Außenminister Jan Figel, hatte in der vergangenen Woche im slowakischen Nationalrat den Antrag eingebracht, die Verfassung um zwei Sätze zu erweitern:

„Die Ehe ist die einzigartige Verbindung eines Mannes und einer Frau. Die Slowakische Republik schützt die Ehe allseitig und leistet einen Beistand zu ihrem Wohl.“

Die Ehe sei zwar schon im Familiengesetz „schön definiert“, sagte der Jurist Martin Dilong. Ein etwaige, zusätzliche Verfassungsbestimmung zur Ehe wäre dennoch keine Verdoppelung, da die Verfassung „das höchste Staatsgesetz“ sei, so Dilong, der bei den bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament auf der KDH-Liste kandidiert.

Für die Annahme des Antrags im slowakischen Einkammerparlament wären 90 Stimmen erforderlich. Ein Erfolg der Initiative scheint nicht ausgeschlossen. Die Proponenten der Verfassungsnovelle rekrutieren sich aus allen fünf oppositionellen Parlamentsparteien. Doch auch in den Reihen der aktuell in Pressburg allein regierenden sozialdemokratischen „Smer“ sowie unter den derzeit 19 klubfreien Abgeordneten gibt es deklarierte Katholiken, von denen sich die Initiatoren ein „Ja“ zum Verfassungszusatz versprechen.

Vom Nationalrat beschlossen werden soll die Verfassungsänderung nach Vorstellung der Unterstützer am 15. Mai, dem internationalen Familientag. Die neue Ehe-Definition in der Verfassung könnte dann am 1. Juli in Kraft treten.

Gegen Adoptionsrecht für Homosexuelle

Die slowakische „Allianz für die Familie“, die die rechtliche Absicherung der traditionellen Ehe vorantreibt, möchte darüber hinaus „durchsetzen, dass in der Adoptionspolitik des Staates Familien mit beiden Elternteilen bevorzugt werden und nicht andere familienrechtliche Institute eingeführt werden, die der Ehe angeglichen werden“, wie Allianz-Sprecher Anton Chromik erklärte. Die Aufnahme diesbezüglicher Bestimmungen in die Verfassung sei angesichts der im Europäischen Parlament kürzlich erfolgten Annahme des „Lunacek-Berichts“ – darin wird die EU-Kommission aufgefordert, einem „Fahrplan gegen Homophobie und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität“ zu folgen – höchst aktuell. Mit Verweis auf das Beispiel Kroatiens schloss Chromik auch die Möglichkeit eines Referendums zu dieser Frage nicht aus.

Auch Kritiker der Initiativen zur Verteidigung traditioneller Werte im Bereich von Ehe und Familie haben sich formiert. Sie bringen den Vorstoß der Christdemokraten für die Verankerung der Ehe von Mann und Frau in der Verfassung gerade zum jetzigen Zeitpunkt vielfach mit den beiden in der Slowakei in den kommenden Monaten bevorstehenden Wahlkämpfen in Verbindung. Zunächst wird dabei am 15. März ein neuer Staatspräsident gewählt, am 24. Mai steht die Wahl der Europaparlamentarier an.

Aufmerksamkeit für Familienumfrage

In der slowakischen Öffentlichkeit aufmerksam registriert wird im Zusammenhang mit den Debatten um Ehe und Familie auch der Umgang der Ortsbischöfe mit dem vom Papst initiierten Fragebogen über Ehe, Familie und Sexualmoral zur Vorbereitung der Bischofssynode. Der Fragebogen wurde in der Slowakei nur an die Pfarrer weitergeleitet, da er an jene gerichtet sei, „die wirklich spezifisch mit den Familien arbeiten“, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Jozef Kovacik. Es gehe nicht um „irgendeine öffentliche Meinungsumfrage von Menschen, die diesen Fragebogen tatsächlich nicht verstehen mussten“, sagte Kovacik. Für irgendwelche Schlüsse aus den Antworten auf die Vatikan-Fragen sei es zudem „sehr, sehr verfrüht“.

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Eine Antwort zu Slowakei: Initiative zur Festlegung der Ehe in der Verfassung

  1. schrecklich viele Menschen schreibt:

    Ehe ist nachgewiesenermaßen für Männer von Vorteil. Von größerem Vorteil als für Frauen.

    Und man staunt, dass die Männer die Kurve oft scheinbar nicht kriegen nach 40 Jahren fremdbestimmten Arbeitskorsett.
    „Bis dass der Tod euch scheidet“, stammt aus früheren Tagen, als die Menschen nicht älter als fünfzig wurden.
    Aber wie richtet man sich spät ein? Im Unruhestand? Allein oder zu zweit, wenn noch 30 Jahre ins Haus stehen? Darüber denken nicht viele laut nach. Und gesellschaftliche Unterstützung ist rar.

    nachhören
    http://www.deutschlandfunk.de/rentenbeginn-fuer-maenner-eine-schwierige-zaesur.1176.de.html?dram:article_id=277730

    Haben Sie Kinder, die dauernd umziehen? (Umziehen müssen) Oder sind Sie selber gezwungen, sich neu zu orientieren in jeder Beziehung`? Kein Probelm? Dachte ich auch immer…

    Filmtipp
    Drei Zimmer, Küche, Bad
    heute auf arte 20.15h
    —–

    Der Traditionsbauer vom Chiemsee wird nicht gerade erfreut sein, wenn sich die alte Maklerin, der alte Makler aus Rendsburg in seine Nachbarschaft pflanzt.

    Einmal nicht der Focus auf “Gastarbeiter”, Asylanten oder all die Heimatlosen aus anderen fernsten Ländern gerichtet, sondern “nur” auf die angestammten Bewohner eines 82Mio-Volkes und wie sie sich als Generation 55plus neu sortieren müssen oder eben bleiben (dürfen), wo sie sind. [Betrachtet man die Verhältnisse an manchen Gesamtschulen (Allermöhe) in Hamburger Stadtteilen, dann ist die Frage nach dem Dürfen gar nicht so abwegig!]

    Welchen Anlaß sollten die im Süden haben im Alter fortzugehen, wo sie sich etwas aufgebaut haben und seit Generationen auf ihrer Scholle hocken? Eingebunden in Verträge und Konventionen. In Recht und Pflicht. Welchen Grund, etwa in den Norden zu ziehen? Dahin wo von November bis März ein gausliges Klima waltet? Dorthin, wo die angeblich glücklichsten Menschen der Republik leben? (wo bald das Wasser bis zum Halse steht und die Millionenklitschen von den Klippen gespült werden) Und trotzdem würde ein eingesessener Holsteiner doch im Alter nicht mehr um sein Leben freiwillig nach Rottweil oder Memmingen umziehen.
    Wie muffelig die Menschen zwischen den Meeren tatsächlich sind, erlebt, wer als Rückkehrer auch mal einen anderen Wind gespürt hat.
    Was treibt den Physiker aus Garching nach der Pensionierung wieder nach Kiel? Das Segeln? Die mieserable Dientsleistung in der Gastronomie oder das “Kulturdenkmal/Gut Brot” kann es nicht sein.
    Wäre „Hypezig“ eine Alternative? (2010 die Armenhauptstadt)
    Viele Gründe, wieder irgendwohin zurück zu gehen. Auch die rückgekehrten Rückkehrer wollen wieder weg. Ihren Platz haben sie nicht mehr gefunden. Nur Ödland. Abgesteckte Claims. Hier hat keiner auf sie gewartet. Nach Jahren der beruflichen Wanderschaft, der verkrachten Beziehung, der gescheiterten Ehe, dem Auszug der Kinder….
    Im Süden sind wohl doch Lebensgefühl und Wetter besser, aber leider für diese Klientel unbezahlbar. So ein Akt kaum noch zu stemmen.
    Da sitzt dann die 66-jährie Tochter auf dem Nachlaß des verstorbenen Vaters und trampelt Butterberge. (Rückkehr der alten Dame) Entsorgen und gleichzeitig für sich allein vorsorgen. Alzheimer steht vor der Tür. Dieser Lebensbschnitt heißt unausgesprochen Verbannung. Und darauf folgt die Verdammung: Endstation zeitgetaktetes Pflegeheim in der DUNKELKAMMER DEUTSCHLAND..(Ich bin – insbesondere als kinderreiche ausgebootete „Alte“- nicht gut zu sprechen auf diese Banananrepublik) Auch Verfassungsbeschwerden ändern daran nichts.
    War das eine Verdummung!

    Wie viele „glückliche“ Ehen mag es tatsächlich geben?

    Identität, Wurzeln und VOLLSTÄNDIGKEIT sind wichtig! Nicht nur für Kinder! Nicht nur für von „Homos“ Adoptierten. (Mir persönlich hatte der christliche Fundamentalismus/Fanatismus das nicht gelassen)

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