Bombe: Papst wegen Amoris Laetitia öffentlich zurechtgewiesen

http://www.katholisches.info/2017/09/correctio-filialis-de-haeresibus-propagatis-kleriker-und-laien-weisen-papst-franziskus-wegen-amoris-laetitia-zurecht/ (24.9.):

Von einem „epochalen“ Ereignis sprechen die Unterzeichner und tatsächlich handelt es sich um einen aufsehenerregenden und historischen Vorgang. Erstmals seit dem Mittelalter weisen Kleriker und Laien öffentlich einen Papst zurecht.

Zahlreiche Priester und angesehene Laien aus den Reihen der Wissenschaft und der Intelligenz haben gegenüber Papst Franziskus eine Correctio filialis de haeresibus propagatis ausgesprochen. In dieser [kindlichen] „Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien“ werfen sie Franziskus vor, mit seinem umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia sieben Häresien „angedeutet oder ermutigt“ zu haben. Unter den Unterzeichner finden sich bekannte Namen wie Roberto de Mattei, Martin Mosebach, Joseph Shaw, Paolo M. Siano, Robert Hickson, Ettore Gotti-Tedeschi, Thomas Stark.

Die eigentliche Correctio (Zurechtweisung) ist von den Unterzeichnern lateinisch formuliert, in der offiziellen Sprache der Kirche. …


Hier unterschreiben: www.katholisch-bleiben.de

Weltweit: www.correctiofilialis.org


http://www.katholisches.info/2017/09/katholisch-bleiben-initiative-unterstuetzt-correctio-mit-einer-bitte-und-aufforderung-an-die-deutschsprachigen-bischoefe/ (24.9.):

… Die „Zurechtweisung“ wurde heute öffentlich gemacht, nachdem Papst Franziskus nach anderthalb Monaten den Erstunterzeichnern nicht geantwortet hat. …


http://www.katholisches.info/2017/09/generaloberer-der-piusbruderschaft-unter-den-unterzeichnern-die-papst-franziskus-zurechtweisen/ (24.9.):

(Menzingen) Unter den Unterzeichnern der Correctio filialis de haeresibus propagatis, der „Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien“, die an Papst Franziskus gerichtet ist, befindet sich auch Bischof Bernard Fellay, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. …


http://kath.net/news/61073 Kritiker werfen Papst Verbreitung von Irrlehren vor (25.9.):

Die „Kindliche Zurechtweisung über die Verbreitung von Häresien“ an Papst Franziskus ist u. a. unterschrieben von Ex-Vatikanbank-Chef Gotti Tedeschi, von Martin Mosebach und von Roberto de Mattei.

Rom (kath.net/KAP) Mit einer förmlichen „Zurechtweisung“ wollen konservative Kritiker Papst Franziskus dazu bringen, sich von mutmaßlichen Irrlehren zu distanzieren. Die Unterzeichner des am Sonntag in mehreren Sprachen im Internet veröffentlichten Dokuments vertreten die Ansicht, dass Franziskus „auf direkte oder indirekte Weise“ häretische Standpunkte zu Ehe, Moral und Sakramentenlehre gefördert habe. „Respektvoll beharren wir darauf, dass Eure Heiligkeit öffentlich diese Thesen zurückweist“, heißt es in dem Brief. Er trägt das Datum vom 16. Juli und wurde dem Papst den Angaben zufolge bereits im August zugestellt.

Zentraler Auslöser für den Vorstoß ist das päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“ von 2016. Darin hatte der Papst angedeutet, dass Katholiken, die nach einer Scheidung zivil erneut geheiratet haben, zur Kommunion zugelassen werden könnten. Ebenfalls kritisiert werden in dem jetzt veröffentlichten Brief mehrere Personalentscheidungen. So habe Franziskus mit Erzbischof Vincenzo Paglia und Kardinal Kevin Farrell zwei Befürworter dieses Kurses an die Spitze der Päpstlichen Akademie für das Leben beziehungsweise des neu geschaffenen Vatikan-Ministeriums für Laien, Familie und Leben gesetzt. …


http://www.katholisches.info/2017/09/zurechtweisung-des-papstes-wegen-verbreitung-von-haeresien-ruettelt-katholische-welt-auf/ (25.9.):

(Rom) Die Correctio filialis de haeresibus propagatis, auf deutsch die [kindliche] Zurechtweisung von Papst Franziskus wegen der Verbreitung von Häresien, hat wie eine Bombe eingeschlagen und die katholische Welt aufgerüttelt, manche auch aufgeschreckt. Gestern haben namhafte katholische Kleriker, Wissenschaftler und Intellektuelle zu einem Mittel gegriffen, das zuletzt im 14. Jahrhundert eingesetzt wurde. Die New York Times berichtete noch in der Nacht (Mitteleuropäische Zeit) auf Sonntag über die spektakuläre Aktion.

Die Zurechtweisung des Papstes ist seit gestern das Gesprächsthema in Rom. Aus dem päpstlichen Umfeld wird eine angespannte Gelassenheit berichtet. „Demonstrative Gelassenheit nach außen, gespannte Unruhe nach innen“, lautet ein vertraulicher Bericht.

Einige katholische Medien im deutschen Sprachraum versuchen die aufsehenerregende Aktion zu minimieren. Sie schreiben zum Teil, offenbar in Verkennung oder Unkenntnis dieser Praxis und des Kirchenrechtes, von einer „sogenannten“ Zurechtweisung. Es kann jedoch kein Zweifel bestehen, daß die Initiatoren Papst Franziskus zurechtweisen und auch zurechtweisen wollen, und daß sie dazu eine ganz präzise Form gewählt haben. …


Ergänzung:

Ostblock-Methoden im Vatikan-Netz?
http://kath.net/news/61096 US-Bischof schließt sich der ‚Zurechtweisung‘ gegen Franziskus an (26.9.):

Italienische Medien berichten, dass die Initiative im Vatikan-Internet blockiert wurde. Vatikansprecher Burke dementiert – Die Initiative ist großes Thema in den US-Medien

… Italienische Medien wie ANSA und Corriere della Sera berichteten am Montag, dass das im Internet veröffentlichte Dokument, welches dem Papst „auf direkte oder indirekte Weise“ häretische Standpunkte zu Ehe, Moral und Sakramentenlehre vorwirft, im Vatikan angeblich nicht abrufbar sei und blockiert werde. …

René Henry Gracida, der emeritierte Bischof der Diözese Corpus Christi, hat die Gläubigen dazu aufgerufen, diese zu unterstützen und auch selber bereits seine Unterschrift geleistet. …


http://www.katholisches.info/2017/09/zornige-reaktion-des-paepstlichen-hausvatikanisten-auf-zurechtweisung-correctio-filialis/ (25.9.):

… Der päpstliche Haus- und Hofvatikanist Andrea Tornielli machte bereits den Titel seines Artikels auf Vatican Insider zum zornigen Abwehrfeuer mit Griff zu klassenkämpferischen Sprachchiffren: „Der Banker Gotti Tedeschi (mit weiteren 61) wirft dem Papst sieben Häresien vor“. Hatte nicht Papst Franziskus mehrfach gerade ein solches Verhalten scharf kritisiert? …


http://www.katholisches.info/2017/09/zurechtweisung-des-papstes-vatikan-blockiert-zugang-zur-internationalen-seite-der-correctio-filialis/ (25.9.):

(Rom) „Von keinem Computer des Heiligen Stuhls kann man die Anti-Franziskus-Petition unterstützen“, berichtet die staatliche italienische Presseagentur ANSA. …


Ergänzung 27.9.2017:

http://www.katholisches.info/2017/09/zurechtweisung-von-papst-franziskus-die-sieben-haeretischen-thesen-im-deutschen-wortlaut/ (26.9.):

(Rom) Die Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien schlägt in der katholischen Kirche hohe Wellen, samt Internetzensur im Vatikan. Wegen ihrer Bedeutung und weil die eigentliche Correctio filialis de haeresibus propagatis auf Latein vorgelegt wurde, hier gesondert der deutsche Wortlaut der sieben häretischen Thesen, die Papst Franziskus vorgeworfen werden.

Die Zurechtweisung von Papst Franziskus durch die Correctio filialis de haeresibus propagatis, die von namhaften katholischen Persönlichkeiten ausgesprochen wurde, folgt der kirchlichen Praxis. Im Kern der Schrift werden jene Thesen im nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia genannt, die von den Unterzeichnern als häretisch identifiziert wurden. Diese Irrlehren, es sind sieben an der Zahl, werden aufgelistet. Daß es sich dabei um Irrlehren handelt, daran besteht kein Zweifel.

Die Frage ist, ob sie in Amoris laetitia enthalten sind und gefördert werden. Für die Unterzeichner steht fest, daß Papst Franziskus sie in Amoris laetitia „andeutet oder ermutigt“ und durch weitere „Aussagen, Handlungen und Unterlassungen“ „ohne jeden begründeten Zweifel“ gefördert habe. …


http://www.katholisches.info/2017/09/msgr-fellay-zur-correctio-filialis-lehre-christi-kann-nicht-heimlich-geaendert-werden-schweigen-ist-keine-antwort/ (26.9.):

(Menzingen) In einem heute veröffentlichten Interview mit FSSPX-News erklärte Bischof Bernard Fellay, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., die Gründe, weshalb die Correctio filialis von ihm unterzeichnet wurde. …


http://www.katholisches.info/2017/09/roberto-de-mattei-ueber-die-weltweite-auswirkung-und-bedeutung-der-correctio-filialis/ (27.9.):

… Die an Papst Franziskus gerichtete Zurechtweisung von mehr als 60 katholischen Gelehrten und Hirten ist weltweit von außergewöhnlicher Wirkung. Es fehlt nicht an jenen, die versuchen, die Initiative herunterzuspielen, indem sie auf die „begrenzte und marginale“ Zahl der Unterzeichner verweisen. Wenn die Initiative irrelevant wäre, warum hätte sie dann aber einen so großen Widerhall in den Medien aller fünf Kontinente gefunden einschließlich Rußland und der Volksrepublik China?

Eine Abfrage bei Google News, so Steve Skojec von OnePeterFive, ergab mehr als 5000 Nachrichten, während die Seite www.correctiofilialis.org innerhalb von 48 Stunden mehr als 100.000 Einzelbesucher registrierte. Die Möglichkeit, sich auf dieser Seite der Initiative anzuschließen, ist noch offen, wenn auch nur ausgewählte Unterschriften veröffentlicht werden sollen.

Man wird zugeben müssen, daß der Grund für dieses weltweite Echo nur einer ist: Die Wahrheit kann ignoriert oder unterdrückt werden, wenn sie aber mit Klarheit aufgezeigt wird, verfügt sie über eine eigene Kraft und findet ihre Verbreitung. Der Hauptfeind der Wahrheit ist nicht der Irrtum, sondern die Zweideutigkeit. Die Ursache für die Verbreitung von Irrtümern und Häresien in der Kirche ist nicht der Kraft dieser Irrtümer geschuldet, sondern dem schuldhaften Schweigen derer, die die Wahrheit des Evangeliums mit offenem Visier zu verteidigen hätten. …


http://www.katholisches.info/2017/09/vermittlungsversuch-von-kardinal-mueller-respekt-fuer-person-des-papstes-kritiker-verdienen-aber-ueberzeugende-antwort/ (27.9.):

(Rom) Kardinal Gerhard Müller, der ehemalige Präfekt der römischen Glaubenskongregation, machte gestern den Vorschlag, Papst Franziskus solle eine Gruppe von Kardinälen ernennen, die mit seinen Kritikern sprechen sollen. Anlaß für den Vorschlag ist eine am Sonntag veröffentlichte Correctio filialis, eine Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien. Die umstrittenen Stellen von Amoris laetitia sollten, so der Kardinal, zur Wahrheitsfindung einem theologischen Disput unterzogen werden. …


Ergänzung 28.9.2017:

http://www.katholisches.info/2017/09/hoffe-dass-wir-posteingang-des-vatikans-ueberfluten-parallelaktionen-zur-correctio-filialis-zurechtweisung-des-papstes/ (27.9.):

… In den USA initiierte Steve Skojec, der Gründer und Chefredakteur von OnePeterFive, jedoch eine unterstützende Parallelaktion zur Correctio filialis. Die Unterzeichner dieser Parallelaktion werden direkt dem Vatikan übermittelt. Der Name jedes einzelnen Unterzeichners wird als gesonderte E-Mail dem Heiligen Stuhl mitgeteilt. …


Ergänzung 30.9.2017:

http://www.freiewelt.net/nachricht/kirche-unter-papst-franziskus-kulturmarxistische-inquisition-gegen-konservative-10072235/ (27.9.):

… In der katholischen Kirche unter Papst Franziskus sei es gefährlich, konservativ zu sein, stellt NYT-Autor Ross Douthat fest. Dies habe aktuell zum Beispiel der österreichische katholische Philosophie-Professor Josef Seifert zu spüren bekommen. Seine Sünde: Er hat »Amoris Laetitia«, ein nachsynodales Schreiben von Papst Franziskus kritisiert, in dem es auch um Scheidung der Ehe und Wiederverheiratung geht. Der Professor wurde von seinem Dienst suspendiert. …


Ergänzung 1.10.2017:

http://www.katholisches.info/2017/09/correctio-filialis-signalisiert-vatikan-gespraechsbereitschaft-staatssekretaer-parolin-auch-innerhalb-kirche-dialog-wichtig/ (29.9.):

(Rom) Nach der Veröffentlichung der Correctio filialis, einer Zurechtweisung von Papst Franziskus wegen der Verbreitung von Häresien durch sein umstrittenes nachsynodales Schreiben Amoris laetitia, signalisiert der Heilige Stuhl erstmals Gesprächsbereitschaft. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin nahm am Rande einer Tagung von Kirche in Not über die Christen im Irak zur Correctio Stellung. …


http://www.katholisches.info/2017/09/papst-franziskus-zu-jesuiten-kritik-an-amoris-laetitia-falsch-amoris-laetitia-ist-thomistisch/ (29.9.):

(Rom) Papst Franziskus traf sich bei seinem Kolumbien-Besuch mit Jesuiten des Landes, zu denen er auch über Amoris laetitia und die Kritik daran sprach. Dabei handelte es sich weniger um die Antwort an seine Kritiker als vielmehr um eine Befehlsausgabe an seine Ordensbrüder, Amoris laetitia zu verteidigen.

… Die Rolle von Kardinal Schönborn im Zusammenhang mit Amoris laetitia ist in der Tat ziemlich umfangreich. Auf sein Urteil stützte sich Franziskus am 9. September gegenüber seinen Ordensmitbrüdern in Cartagena wohl wissend, daß führende Kirchenvertreter, an ihrer Spitze der zuständige Glaubenspräfekt, zu jenem Zeitpunkt dazu eine ganz andere Meinung geäußert hatten.

… Der offizielle Auftakt für die dramatische Krise, in der sich die Kirche heute durch Amoris laetitia befindet, erfolgte durch Kardinal Walter Kasper, als er am 20. Februar 2014 vor dem Kardinalskonsistorium die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten forderte. Auch in diesem Fall war des Franziskus gewesen, der Kasper den Auftrag erteilt hatte, das einzige Einführungsreferat zu halten. Damit war die einseitige Positionierung durch Franziskus gewollt. …


http://www.katholisches.info/2017/09/correctio-filialis-erwarten-ein-mea-culpa-des-papstes-interview-mit-prof-joseph-shaw/ (30.9.):

(Rom) Von einer „in der jüngeren Geschichte beispiellosen“ Aktion spricht die Tageszeitung Il Giornale. Sie veröffentlichte gestern ein Interview mit Joseph Shaw, einem der Initiatoren der Correctio filialis. …


http://www.katholisches.info/2017/09/katholisch-bleiben-startet-neue-initiative-gegen-das-verschweigen-der-correctio-filialis-im-deutschen-sprachraum/ (30.9.):

(Münster) Die deutschsprachige Parallelaktion zur Correctio filialis beklagt, daß die Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien im deutschen Sprachraum von den offiziellen kirchlichen Medien inhaltlich „verschwiegen, allenfalls marginalisiert“ werde. Katholisch bleiben will daher eine neue Initiative starten. …



 

Ergänzung 6.10.2017:

http://www.katholisches.info/2017/10/eine-kirche-die-sich-anpasst-wird-nicht-mehr-imstande-sein-zu-missionieren/ (3.10.):

Prof. Robert Spaemann zählt nicht nur zu den größten Philosophen unserer Tage. Seine Stimme hat vor allem in der katholischen Welt, die durch die Amtsführung und Lehren von Papst Franziskus irritiert und erschüttert ist, große Autorität. Maike Hickson führte mit Prof. Spaemann über die Entlassung seines Kollegen, des österreichischen Philosophen Josef Seifert, wegen dessen Kritik am umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia, ein Interview für OnePeterFive, das Katholisches.info für die deutsche Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurde. …


Ergänzung 7.10.2017:

http://www.katholisches.info/2017/10/schliesse-nicht-aus-dass-papst-franziskus-sich-mit-leuten-umgibt-die-in-der-haeresie-sind/ (4.10.):

(Rom) Don Alfredo Morselli, ein in Italien sehr bekannter Priester im Erzbistum Bologna, erklärte in einem Interview seine Gründe, weshalb er die Correctio filialiswegen der Verbreitung von Häresien unterzeichnet hat. Bologna wurde am vergangenen Sonntag von Papst Franziskus besucht. Don Morselli gehört zu den Erstunterzeichnern, die am 11. August die Zurechtweisung dem Papst zukommen ließen. …


Ergänzung 15.10.2017:

http://www.kath.net/news/61214 Robert Spaemann: ‚Amoris laetitia’ hat die Kirche gespalten (9.10.):

Das nachsynodale Schreiben Papst Franziskus’ sei ein Bruch mit der geltenden Lehre der Kirche. Bischofskonferenzen verschiedener Länder hätten einander widersprechende Richtlinien erlassen, kritisiert der deutsche Philosoph.

… Mit der nachsynodalen Exhortation „Amoris laetitia“ habe Papst Franziskus die Kirche gespalten, sagte der deutsche Philosoph Robert Spaemann im Interview mit Maike Hickson von OnePeterFive. Bischofskonferenzen verschiedener Länder hätten einander widersprechende Richtlinien veröffentlicht, die Priester seien alleine gelassen, kritisierte Spaemann.

Er appellierte an Laien und Priester, hinsichtlich der Kommunionspendung an zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene an der unveränderten Lehre und Sakramentendisziplin der Kirche festzuhalten. Das Verbot des Ehebruches sei wahrscheinlich das Gebot, das am meisten ignoriert werde, warnte Spaemann. …



Ergänzung 19.10.2017:

http://www.katholisches.info/2017/10/pro-pope-francis-dialogverweigerung-als-reaktion-auf-correctio-filialis/ (18.10.):

(Wien) Gestern startete der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner die Aktion Pro Pope Francis, um Papst Franziskus gegen „scharfe Attacken“ von Kritikern in Schutz zu nehmen. Die Solidarisierung sei eine Reaktion auf die Correctio filialis.

… Als Reaktion auf die Correctio filialis bestätigt die Solidaritätsnote aber zunächst vor allem einen Argumentationsnotstand. Wer keine Argumente hat, versteckt dieses „Detail“ unter einem end- wie inhaltslosen Wortschwall. Soziologen wie Zulehner beherrschen dieses Handwerk zur Perfektion. Oder sie wissen nichts zu sagen. Die Note wird nun von zahlreichen, für ihre modernistische Haltung bekannten Professoren vor allem aus Zulehners Bereich der Pastoraltheologie unterzeichnet, doch scheinen sie alle nichts zu sagen zu haben. Mit der Correctio filialis wurde detaillierte Kritik geübt, doch ein Dialog will nicht stattfinden. Selbst die Professorenzunft mit „antirömischen Ressentiments“, wie Kardinal Müller vor wenigen Tagen sagte, scheint so „papistisch“ geworden zu sein, daß sie Franziskus sogar in die Dialogverweigerung folgt.

… Wer aber hätte gedacht, daß der Karl-Rahner-Schüler sich einmal öffentlich an einen „hochgeschätzten Papst“ wenden würde. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bekamen so respektvolle Ehrerbietung nicht zu hören. Für sie hatte Zulehner dafür den Knüppel zur Hand. Geprügelt wird vom Pastoralsoziologen, der mit einer Arbeit über den Austromarxismus promovierte, jeder, den er als „konservativ“ einstuft. Stephan Baier von der Tagespost nannte ihn den „großen Manipulator“. Der ORF räumte ihm seit vielen Jahren ein Deutungsmonopol in allen religions- und kirchenspezifischen Fragen ein. Das setzt zwingend eine geistige Nähe zum Rotfunk voraus. Der Rotfunk und der verbeamtete Kirchenerklärer Zulehner spielen sich dabei im Heimspiel gegenseitig den Ball zu. …


Roberto de Mattei: http://www.katholisches.info/2017/10/die-correctio-filialis-und-die-laudatio-fuer-papst-franziskus/ (19.10.):

Drei Wochen nach der Correctio filialis ist die erste organisierte Antwort erschienen: eine im Internet veröffentlichte Laudatio, die von einer Gruppe von Priestern und Intellektuellen vorwiegend aus dem deutschen Sprachraum unterzeichnet ist.

Wer sind die Unterzeichner dieser Laudatio? Einer von ihnen ist der deutsche Msgr. Fritz Lobinger, emeritierter Bischof von North Aliwal (Südafrika). Er ist der „Vater“ des Begriffs „Teampriester“, den er im Buch Teams of Elders. Moving beyond Viri probati (2007) darlegte und der die Einführung in der Kirche von zwei Priestertypen forderte: des diözesanen und des kommunitären Priesters, erstere zölibatär und Vollzeit, letztere verheiratet, mit Familie und zur Verfügung der Gemeinschaft, in der sie leben und arbeiten.

Der Erstunterzeichner, der Priester Paul Zulehner, ein Karl-Rahner-Schüler, ist bekannt für die phantasievolle „Pastorale Futurologie“ (1990). 2011 unterstützte er den „Aufruf zum Ungehorsam“ von 329 österreichischen Priestern und Diakonen, die forderten, daß Priester heiraten dürfen. Weitere Forderungen waren das Frauenpriestertum, die Zulassung zur Kommunion von Protestanten und wiederverheirateten Geschiedenen, die Laienpredigt und die Leitung von Pfarreien durch Laien.

Unterzeichnet ist die Laudatio auch vom Südtiroler Servitenpater und Moraltheologen Martin Lintner, Vorsitzender von Insect (International Network of Societies for Catholic Theology). Von ihm stammt das Buch: „Den Eros entgiften: Plädoyer für eine tragfähige Sexualmoral und Beziehungsethik“ (2011, ital. Ausgabe 2015), in dem er die Türen zur Homosexualität und zu außerehelichen Beziehungen auftut. Ebenso bekannt ist er für eine begeisterte Aufnahme von Amoris laetitia, das seines Erachtens „einen Point of no Return“ in der Kirche darstellt. Lintner am 5. Dezember 2016 in SettimanaNews:

„Wir können nicht mehr sagen, daß es heute einen kategorischen Ausschluß von den Sakramenten der Eucharistie und der Versöhnung gibt für jene, die in neuen Verbindungen sich nicht des Geschlechtsverkehrs enthalten. Daran besteht seit dem Text von AL kein Zweifel.“ …


Ergänzung 7.11.2017:

https://www.katholisches.info/2017/10/wo-steht-kardinal-mueller-in-sachen-amoris-laetitia/ (31.10.):

(Rom) Kardinal Gerhard Müller bemühte sich als Glaubenspräfekt, das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia im Licht der Kontinuität zu lesen. Dazu hielt er am 4. Mai 2016, einen Monat nach der Veröffentlichung von Amoris laetitia, eine „monumentale Rede“ in Oviedo. Dennoch antwortete ihm der Vatikanist Sandro Magister nur zwei Tage darauf, daß es „zu spät“ sei.

Vor zwei Wochen geriet ungewollt das Abstimmungsverhalten Müllers am Ende der Familiensynode 2015 in die Diskussion. Seit zwei Jahren hält sich das Gerücht, daß seine Stimme ausschlaggebend war, daß die Synode nicht gescheitert ist, sondern der Weg für Amoris laetitia frei.

Gestern bekam diese Diskussion neue Nahrung. Der päpstliche Haus- und Hofvatikanist Andrea Tornielli veröffentlichte Auszüge aus einer erweiterten Einführung von Müller zum neuen Buch von Rocco Buttiglione. Der Wojtylianer Buttiglione gehört zu den ungewöhnlichsten Verteidigern von Amoris laetitia und scheint auch unter den Unterzeichnern der noch ungewöhnlicheren Initiative des progressiven Pastoraltheologen Paul Zulehner „Pro Pope Francis“ auf. Wie kommt es aber, daß Kardinal Müller plötzlich von Bergoglianern Raum gegeben wird, die ihn bisher geprügelt haben? …


Roberto de Mattei: https://www.katholisches.info/2017/11/zusaetzliche-verwirrung-zur-bereits-herrschenden-verwirrung-zu-amoris-laetitia/ (1.11.):

Prof. Rocco Buttiglione schlägt sich seit Monaten mit den Kritikern von Amoris laetitia, um den Inhalt des nachsynodalen Schreibens von Papst Franziskus zu rechtfertigen. Nun hat er seine Artikel in einem Buch mit dem Titel „Risposte amichevoli ai critici dellâ Amoris laetitia“ (Freundschaftliche Antworten an die Kritiker von Amoris laetitia) und einem unerwarteten Vorwort von Kardinal Gerhard Müller veröffentlicht. …

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2 Antworten zu Bombe: Papst wegen Amoris Laetitia öffentlich zurechtgewiesen

  1. strafjustiz schreibt:

    Betr. Ehescheidung: Ja was gilt nun eher? Christi Bergpredigt in Mt. 5,7 = „Selig sind die Barmherzigen“ oder das alt-testamentarische „Du sollst nicht Ehe brechen“? entsprechend Mt. 19,6. Die Verse im Evangelium sind halt „nicht unoft“ widersprüchlich, gibt es doch auch unschuldig geschieden wordene = verstossene Lebenspartner; in der Bibel in Mt. 19,3 von den Pharisäern beschönigend als „entlassen“ bezeichnet. // Das hat man halt davon, wenn das Zivilrecht wegen der zuvielen Scheidungsklagen der weiblichen Gattung die Verschuldungsfrage seit anfangs Jahrhundert frevelhaft abgeschafft hat, damit bald mal eine neue Gesellschafts-schicht schafft: > der verlassenen, (auch weil) überlanglebigen, männlichen Senioren (die moderne Seniorin doch nicht mehr pflegen will) // Der bald 81-j. Franziskus sollte halt keine einsamen, kontroversen Stellungen einnehmen…. Aber eben, das Papsttum, erlaubt leider so was, ist eine einmalig überlebte, diktatorische Autokratie, kein „Primo inter pares“, wie aufgeschlossene, ökumenische Kirchen- >< Staatsführung es längstens gebieten würde, besonders in religiösen Belangen.

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