Theologen kämpfen um Paradigmenwechsel in kirchlicher Sexualmoral

Aus folgendem Artikel bringe ich nur knappe Auszüge; Interessierten lege ich den gesamten Artikel und die Kommentare ans Herz.
http://www.katholisches.info/2014/01/16/katholische-morallehre-der-deutsche-konfrontationskurs-von-bischoefen-und-professoren/:

Deutsche Moral- und Pastoraltheologen springen Zollitsch und Marx in deren Kampf gegen die katholische Morallehre zur Seite. …

„Die Kirche muß ihre Haltung zur Sexualmoral ändern. Wir schreiben das Jahr 2014 nach Christus. Seit Jahren sind wir in das dritte Jahrtausend eingetreten. Es ist doch unmöglich, daß Rom noch immer an Zölibat und Ehe denkt als Alternativen, die dem Leben einen Sinn geben.“ Kurzum, alte Zöpfe seien endlich abzuschneiden, man müsse sich dem Neuen, dem Modernen zuwenden, dem, was die Menschen wollen und ohnehin tun. So und ähnlich klingt schwarz auf weiß die Stellungnahme führender Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Moraltheologen und der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e. V.

… „20 Moral- und PastoraltheologInnen“ antworteten gemeinsam auf den römischen Fragebogen zum Vorbereitungsdokument der Bischofssynode zum Thema Familie. Beteiligt sind Moral- und Pastoraltheologen verschiedener Universitäten. Emeritierte Professoren von Münster, Mainz, Graz, Benediktbeuern, Tilburg, Dortmund, ebenso der Promotor der Schulsexualerziehung Johannes Gründel (München) und Hans Kramer (Bochum). Unter den Aktiven finden sich der Wiener Moraltheologe Gunter Prüller-Jagenteufel, …  ebenso Eberhard Schockenhoff von Freiburg im Breisgau, der Jesuit Josef Schuster von St. Georgen. Mehr erstaunt in diesem Kreis der Pastoraltheologe und Zisterzienser Norbert Stigler von der Hochschule Heiligenkreuz bei Wien.

Gefordert wird eine Überwindung der Glaubenslehre, die ein moralisches Urteil über das Sexualverhalten der Individuen ausspricht. Die Sexualität sei Privatsache und gehe niemanden etwas an, weder die Kirche und auch nicht Gott. Es sei an der Zeit zu einem Paradigmenwechsel, der auf der Zerbrechlichkeit der Ehe und den persönlichen Erfahrungen im Sexualbereich gründet. Die Sexualmoral müsse auf der „Verletzlichkeit“ gründen, diese anerkennen und begleiten.

Rom müsse endlich einsehen, daß …

Ein Kommentator meint u. a.:

… Es sind die eiterbeulenartig aufplatzenden Auswürfe eines jahrzehntelangen moraltheologischen Abdriftens, die offenkundig machen, dass der Glaube an Gott bei diesen Zuhältern des Zeitgeistes restlos verdunstet ist. …

Gunter Prüller-Jagenteufel meldet sich persönlich zu Wort:

… Den Satz: „Es ist doch unmöglich, daß Rom noch immer an Zölibat und Ehe denkt als Alternativen, die dem Leben einen Sinn geben“, kann ich übrigens nirgends finden – auch nicht dem Sinn nach. Stünde er so in dem Dokument, hätte wohl keiner der genannten Professoren unterschrieben.

Was wirklich dasteht: „Menschen, die im außerkirchlichen Bereich Pluralität positiv erfahren (beruflich, sozial und biographisch), empfinden es nicht als ausreichend, wenn ihnen die Kirche nur Zölibat und Ehe als legitime Lebensformen vorstellt. Im Licht des Evangeliums ist zu prüfen, ob nicht auch andere Lebensformen vom Verdikt der Sünde entlastet werden können.“ …

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Eine Antwort zu Theologen kämpfen um Paradigmenwechsel in kirchlicher Sexualmoral

  1. heureka47 schreibt:

    Ich gebe mit Erich Fromm zu bedenken, daß die allermeisten „Erwachsenen“ der modernen Gesellschaft nicht (wahrhaft) erwachsen sind. Folglich leben sie nicht in der wirklichen / vollen Wirklichkeit, nicht mit „Hauptwohnsitz“ im höheren Bewußtsein, sondern noch im kindlichen „Niederen Selbst“ / „Ego“ und zusätzlich versehen mit einer oder mehreren Beeinträchtigungen durch die „Kollektive Neurose“.
    Solche Menschen KÖNNEN nicht erfassen, was Gott in Wahrheit IST bzw. was sein WILLE ist, weil sie nicht wissen, was sein SEIN ist!
    Dieses – wahre – SEIN ist auch des Menschen Höchstes. Das ist aber nur zu erreichen durch
    – Überwinden der Angst;
    – Eintauchen in das „Unbewußte“;
    – das „Höhere / wahre Selbst kennenlernen und sich mit ihm vereinigen / identifizieren;
    – Grundreinigen und anschließendes Rein-halten des (Unter-)Bewußtseins.

    Diese Schritte sind auch die der „grundlegenden Heilung“ durch Initiation / Übergangsritual incl. Ascension.

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