Familien mit Kindern: „Politischer Restposten“

Ferdinand Knauß: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/koalitionsverhandlungen-familien-als-restposten-der-politik-seite-all/9108582-all.html (21.11.):

… Eine an Kindern orientierte Familienpolitik findet nicht statt. Das ist feige und verhängnisvoll.

… Wer soll die Wohltaten, die jetzt beschlossen werden, künftig erwirtschaften, wenn jede neue Generation fast ein Drittel kleiner ist als die vorhergegangene? Was kann ein wichtigeres Thema der Politik sein als die Sicherung der Grundlagen für das Fortbestehen der Gesellschaft? Die Berliner Parteien erinnern an ein großes Bau-Konsortium, das ein Haus aufstockt und aufwendig verziert, ohne zu merken, dass längst das Fundament zerfällt.

… Seit über 30 Jahren schlagen die Demografen Alarm.

… Auch beim Elterngeld steht also die Arbeitskraft der Frau, nicht die Motivation zum Muttersein, im Zentrum des Interesses. Statt dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft familienfreundlich wird, sieht die real existierende Familienpolitik ihre Pflicht darin, die Familien den Wünschen der Arbeitgeber anzupassen.

Manuela Schwesig … künftige Ministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend … In der großen Koalition wird Familienpolitik immer weniger zur Politik für Kinder, sondern zum Mittel der Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit und zur Realisierung feministischer Partikularinteressen. Die Koalitionäre bestätigen dadurch, was kürzlich eine Studie über den Stellenwert von Familien mit Kindern in der Öffentlichkeit gezeigt hat: Sie sind der „politische Restposten“ in Deutschland.

… Eltern tragen dank des real existierenden Sozialstaates schwerere Lasten als Kinderlose, die im Alter von der Arbeit jener Kinder leben, für deren Erziehung sie nicht bezahlen mussten. In einer Gesellschaft, die Kinderlosigkeit nicht mehr stigmatisiert und die Optimierung der individuellen ökonomischen Situation zum Maß aller Dinge erhebt, werden Kinder zum Risikoposten. …

… Was müsste eine ressortübergreifende Familienpolitik, die den Namen verdiente, leisten? Sie müsste die Lasten und Risiken für Familien mit Kindern so senken und die Lasten für Kinderlose so anheben, dass ein Leben mit Kindern finanziell attraktiver ist als eines ohne Kinder.

Marco Wanderwitz … : … solidarische Demografierücklage … Die Bundeskanzlerin bügelte den Vorschlag umgehend ab. „Schon eine Einteilung in Menschen mit und ohne Kinder ist nicht zielführend“, sagte die kinderlose Kanzlerin.

… brisante Konfliktlinie … zwischen Eltern und Kinderlosen. …

Hans-Werner Sinn … Feststellung, dass wer das Thema tabuisiere – wie fast die gesamte politische Klasse – sich „schuldig an der Zukunft der Deutschen“ macht.

(Dank an „Oma ohne Enkel“ für den Hinweis!)

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Eine Antwort zu Familien mit Kindern: „Politischer Restposten“

  1. Oma ohne Enkel schreibt:

    auch die Kinder fühlen sich abgehängt:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2013-11/world-vision-kinderstudie

    WiWo:
    „Eltern tragen dank des real existierenden Sozialstaates schwerere Lasten als Kinderlose, die im Alter von der Arbeit jener Kinder leben, für deren Erziehung sie nicht bezahlen mussten. In einer Gesellschaft, die Kinderlosigkeit nicht mehr stigmatisiert und die Optimierung der individuellen ökonomischen Situation zum Maß aller Dinge erhebt, werden Kinder zum Risikoposten. …“

    (wobei hier überwiegend die weirtschaftlichen ‚Nachteile‘ reflektiert werden. )

    „Risikoposten“
    Das wird dann nochmals besonders nach den Versorgerjahren deutlich, wo DINKs (double income no kids) sorglos reisen und Eltern IMMER NOCH involviert sind in die Baustellen „Eltern haften lebenslang für ihre Kinder“

    Meinte eine 80jährige kinderlose Dame: Mann und Tiere kann ich mir aussuchen, Kinder mußt du nehmen, wie sie kommen…
    schön auch: willst du ein paar Jahre Probleme haben, schaff dir einen Hund an,
    willst du lebenslang Probleme haben, schaff dir Kinder an

    WIR WAREN HELDEN!
    wir 6fachen Eltern!

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