Zur Lage auf der Krim und in der Ukraine

http://www.freiewelt.net/interview/referendum-hat-burgerkrieg-auf-krim-vermieden-10027770/   (20.3.):

Ewald Stadler, Mitbegründer der österreichischen Partei Rekos, war als Wahlbeobachter auf der Krim. FreieWelt.net fragte ihn per E-Mail, ob die Abstimmung nach demokratischen Maßstäben abgelaufen ist.

FreieWelt.net: Was hat Sie bewogen, sich beim Referendum auf der Krim als Wahlbeobachter zur Verfügung zu stellen?

Ewald Stadler: Ich wollte einen Beitrag zur Objektivierung und zur Deeskalation leisten. Das kann man nur als Augenzeuge. Nur so kann man auf die diplomatische Gesprächsebene mit Russland zurückkehren.

FreieWelt.net: Von wem ging die Einladung aus und wer hat Sie betreut?

Ewald Stadler: Die Nichtregierungsorganisation Eurasian Observatory for Democracy and Elections (EODE) hat eingeladen, die Betreuung erfolgte teilweise auch durch die Behörden vor Ort. Die EODE gehört dem belgischen Kommunisten Luc Michel.

FreieWelt.net: Sind Ihnen Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Referendums aufgefallen?

Ewald Stadler: Nein, die Stimmung war entspannt, alle konnten in Jalta und Umgebung ihre Stimme ohne Hindernis abgeben. Wegen des großen Andrangs haben Wahlberechtigte auf Eigeninitiative ihren Zettel außerhalb einer Wahlkabine ausgefüllt, um nicht so lange anstehen zu müssen.

FreieWelt.net: Wie war die Stimmung vor dem Referendum bei der russischen Mehrheit und bei Ukrainern und Tataren?

Ewald Stadler: Alle haben ein Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität. Die Ukraine ist Opfer westlicher Machtspiele, auf der Krim ist man glücklich, dass es endlich klare Verhältnisse gibt.

FreieWelt.net: Wie viele Soldaten haben Sie auf den Straßen gesehen?

Ewald Stadler: Ich habe keine Militärs gesehen. Die Fotos in den Medien sind Aufnahmen aus der Ukraine, nicht von der Krim. Auch Polizeisperren waren nirgends zu sehen. Die »Bürgerwehr« bei den Wahllokalen waren Ordnungskräfte – also Wahlhelfer – und natürlich waren sie unbewaffnet. Die Wahlbehörden in den Wahllokalen waren übrigens mehrheitlich von Frauen besetzt.

FreieWelt.net: Sind zwei Wochen genug, um ein Referendum über den Austritt aus einem Land vorzubereiten, zu dem man – je nach Zählweise – 70 bzw. 20 Jahre gehört hat?

Ewald Stadler: Die Krim war immer eine autonome Region mit einem eigenem Parlament und einer starken Bindung an Russland. Wir dürfen zudem nicht vergessen, dass die Konflikte seit Monaten andauern und die Bewohner der Krim lieber in Sicherheit leben. Die Ukraine befindet sich im Zerfall, weil westliche Politiker das Volk aufhetzen. Die Hetze vieler EU-Abgeordneter gegen die gewählte ukrainische Regierung und gegen Russland hat erst zur Eskalation geführt, das war Kriegstreiberei.

FreieWelt.net: Gab es gewichtige Gründe, das Referendum derart schnell durchzuführen?

Ewald Stadler: Das Bedürfnis nach Sicherheit und die berechtigte Angst vor den gewalttätigen ukrainischen Oppositionellen sind wichtige Gründe für ein rasches Handeln. Man hat damit vernünftigerweise einen Bürgerkrieg auf der Krim vermeiden können.

FreieWelt.net: Haben Befürworter und Gegner eines Beitritts der Krim zur Russischen Föderation gleichermaßen die Chance gehabt, ihre Positionen zu bewerben?

Ewald Stadler: Die Bevölkerung kennt ihre eigene Identität sehr gut, eine zügige Abstimmung ist viel authentischer als eine lange Propagandaschlacht. Zudem sind die Bewohner der Krim seit zehn Jahren mehr als unzufrieden mit der Misswirtschaft der Regierung in Kiew. Die Positionen waren hinlänglich bekannt.

FreieWelt.net: Hat Sie die an nordkoreanische Wahlergebnisse erinnernde Zustimmung von etwa 96 Prozent stutzig gemacht?

Ewald Stadler: Angela Merkel wurde mit 97 Prozent als CDU-Chefin bestätigt. Bitte vergessen Sie zudem nicht, dass die Menschen in Sicherheit und Freiheit leben wollen. In der Ukraine herrscht das vom Westen verursachte Chaos.

FreieWelt.net: Die Wahlurnen waren durchsichtig, und den auf Russia Today veröffentlichten Fotos zufolge warfen die meisten Referendumsteilnehmer ihre Stimmzettel ungefaltet in die Urnen, sodass ihre Zustimmung für alle ersichtlich war. Teilnehmer, die ihre Stimmzettel falteten, setzten sich dem Verdacht aus, anders als die Mehrheit gestimmt zu haben. Wurde so Druck aufgebaut, im Sinne der Mehrheit zu stimmen?

Ewald Stadler: Niemand, der für die zweite Option stimmte, wurde unter Druck gesetzt oder sanktioniert. Aber erinnern Sie sich bitte einmal an die Volksabstimmung in Irland über den Lissabon-Vertrag: Hier wurde zweimal abgestimmt und viel, sehr viel Geld in Propaganda gesteckt, um das von der EU-Kommission verlangte Ergebnis zu erreichen. Das ist Druck!

Anmerken möchte ich, dass es auch bei früheren Wahlen die OSZE noch nie beanstandet hat, wenn keine Wahlkuverts verwendet worden sind. Ich habe den Wahlleitern vor Ort gesagt, dass ich Wahlkuverts für richtig und wichtig halte. Doch viele Bewohner der Krim waren stolz, endlich ihre Unabhängigkeit von der Ukraine demonstrativ zur Schau zu stellen. In der Ukraine wurden offenbar auch bei früheren Wahlen und Abstimmungen nie Kuverts verwendet.

FreieWelt.net: Warum sind durchsichtige Wahlurnen in Deutschland oder Österreich nicht die Regel?

Ewald Stadler: Die OSZE fordert transparente, versiegelte Wahlurnen, wie sie auf der Krim verwendet wurden. Denn so kann man verhindern, dass vorher schon Stimmzettel in der Urne drinnen liegen oder massenweise Stimmzettel im Nachhinein (nach Schließung der Wahllokale) dazugegeben werden.

FreieWelt.net: Mitglieder der tatarischen Minderheit behaupten, keine Wahlbenachrichtigung erhalten zu haben. Hat man derartige Beschwerden an Sie herangetragen?

Ewald Stadler: Nein.

FreieWelt.net: Warum haben Minderheitenvertreter zum Boykott des Referendums aufgerufen?

Ewald Stadler: Nichtwähler gibt es überall, das ist keine Besonderheit. Die Wahlbeteiligung betrug am 16. März stolze 83 Prozent.

FreieWelt.net: Die Bewohner der Krim konnten zwischen einem Beitritt zu Russland oder der Rückkehr zur Verfassung von 1992, nicht aber für eine Beibehaltung des bisherigen Status der Halbinsel stimmen. War die Fragestellung des Referendums fair?

Ewald Stadler: Ja, das war fair. Blicken Sie einfach einmal auf die historischen Fakten: Im Jahr 1991 wurde die Ukrainische Sowjetrepublik in den bestehenden Grenzen, also einschließlich der Krim, zum unabhängigen ukrainischen Staat. Lediglich mit erheblichem politischem Druck konnte ein Referendum über die Unabhängigkeit der Krim verhindert werden. Als Kompromiss wurde im Jahr 1992 das Gebiet zur Autonomen Republik Krim innerhalb des ukrainischen Staates erklärt. Die Krim war niemals eine Art »Bundesland« der Ukraine.

FreieWelt.net: Der österreichische Journalist und konservative Blogger Andreas Unterberger schrieb am Montag, das Referendum habe ihn mehr an »Hitlers Abstimmung 1938 in Österreich erinnert als an echte Wahlen in Demokratien.« Wie bewerten Sie Unterbergers Kritik?

Ewald Stadler: Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Man muss seine Quellen hinterfragen, er war ja nicht dort und hat sich persönlich kein Bild von der Lage machen können.

FreieWelt.net: Glauben Sie, dass sich der Konflikt zwischen dem Westen und Russland nach dem Referendum beruhigen wird oder ist eine weitere Eskalation zu befürchten?

Ewald Stadler: Das hängt davon ab, wie der Westen sich verhält. Sanktionen werden alles nur verschlimmern und das Klima weiter vergiften. Fraglich ist, ob die für den 25. Mai in der Ukraine geplanten Präsidentschaftswahlen ohne Druck von außen durchgeführt werden können.

FreieWelt.net: Vielen Dank für das Interview.

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http://www.freiewelt.net/nachricht/dirk-muller-es-geht-um-erdgas-nicht-um-demokratie-und-menschenrechte-10027268/   (14.3.):

Börsenexperte Dirk Müller kritisiert den Kurs der EU im Umgang mit der Ukraine. Der Westen unterstütze eine von Neonazis mitgetragene Putschregierung, während man Putin verteufle.

Der deutsche Börsenexperte und politische Kommentator Dirk Müller übt in einem Video auf YouTube massive Kritik am Kurs der EU  in der ukrainischen Krise. Beim Umsturz in der Ukraine hätte es sich um einen Putsch gehandelt, der maßgeblich von westlichen Staaten unterstützt und auch finanziert worden sei. Ein Teil der Bevölkerung  habe sich dafür »instrumentalisieren« lassen. Es gäbe aber auch viele Ukrainer, die der Entwicklung äußerst kritisch gegenüberständen – insbesondere im Osten des Landes und auf der Krim, erinnert Müller.

Für die Haltung Russlands zeigt Müller Verständnis. Man dürfe nicht vergessen, dass die russische Schwarzmeerflotte auf der Krim stationiert ist. Auch die Amerikaner würde in einer solchen Situation alles daransetzen, ihr »Kriegsmaterial« zu sichern. Zudem hätten die Russen die Krim nicht besetzt, sondern für einen hohen Betrag und einen Rabatt beim Erdgas von der Ukraine gepachtet.

Müller erinnerte an die Geschichte der Krim, die vormals zu Russland gehörte. Sie sei eine autonome Region und nicht einfach ein Teil der Ukraine. Anfang der neunziger Jahre hätte sich eine Mehrheit der Krim-Bewohner für eine Unabhängigkeit  ausgesprochen. Zudem sei auf der Krim noch immer das demokratisch gewählte Parlament an der Macht. Dafür, dass die EU eine Putschregierung in Kiew hofiere und zugleich das geplante Referendum auf der Krim als illegal bezeichne, hat der Börsenexperte wenig Verständnis.

Es ginge bei diesem Konflikt »nicht um Menschenrechte. Es geht um Gas und Gasrechte.«

Die Verantwortung für den Konflikt verortet Müller in erster Linie bei den USA. Die würden aus egoistischen geopolitische Überlegungen »vor unserem Haus mit dem Feuer spielen«. Im Gegensatz zu Deutschland würden die USA kaum Handelsbeziehungen mit Russland unterhalten. Die Bundesrepublik beziehe mehr als 40 Prozent ihres Erdgases aus Russland und es sei für die Deutschen gar nicht machbar, den russischen Gashahn  zuzudrehen.

Deutschland ließe sich von dem Amerikanern in einen Konflikt hineinziehen, »den wir nicht wollen und den wir nicht brauchen.«

http://www.youtube.com/watch?v=K_YWdaQhRU4   (10.3. 9 min)

Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2014/03/15/kampf-um-die-ukraine/

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Ergänzung:

Video: Ewald Stadler berichtet über seine Wahlbeobachtungen auf der Krim: http://www.gloria.tv/?media=583998   (18.3.   26 min)

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Ergänzung:

Während Andreas Unterberger bestürzenderweise bei diesem Thema das Lied der Mächtigen singt, zeigt Kommentator Peter Brauneis, wo der Bartl den Most holt.
http://www.andreas-unterberger.at/2014/03/krim-nicht-das-ergebnis-macht-sorgen/   (17.3.):

Peter Brauneis:

Richtig, in der Ukraine dominieren die Katastrophensignale:

Endlich gelingt ein CIA-gesteuerter und Soros-finanzierter Staatsstreich von scheinheiligen Heuchlern, welche sogar Bürgerkriege anzetteln, nur um Macht und Einflussbereich auszuweiten.

Ein gewählter Präsident wurde im Auftrag der Demokratielehrer aus Übersee verjagt.

Hundert Menschen sind von Scharfschützen ermordet. Normalerweise werden in solchen Fällen die Leichen obduziert, die Hülsen untersucht. Hier nicht.

Die Aktienkurse der Waffenindustrie steigen.

Herr Soros lacht sich ins Fäustchen.

Die Oligarchin Timoschenko mit einem zusammengestohlenen Vermögen von acht Mrd Euro wird von Frau Merkel FDJ-dressiert umarmt. Ihre Komplicen dürfen jetzt Minister spielen und mitfladern. Ähnliches gilt für den Preisboxer.

Zwölf Mrd Euro Steuergeld Österreichs und anderer EU-Nettozahler wird an ukrainische Korruptionisten verschenkt, damit Frau Timoschenko weiter Onkel Dagobert spielen kann.

Das Politbüro der Konzerne (bisweilen auch als EU-Kommission schöngeredet) agitiert weiterhin als Pudel der USA.

Obama, Barroso, Merkel & Co (und sonstige Friedensnobelpreisträger) wußten doch schon immer, was da bei den Revolutionären tatsächlich abläuft – das juckt solche Leute aber überhaupt nicht, schließlich geht es um Macht und Märkte und da spielen Schicksale kleiner Leute keinerlei Rolle. So wie bei den adeligen Fürsten der Vergangenheit.

Herr Schulz macht ein Gesicht, als wäre eine Einheit der Waffen-SS über den Westwall geklettert und im Anmarsch auf seine Heimatgemeinde Würselen (© Henryk M. Broder).

Die Abspaltung des Kosovo von Serbien ist gut, die Abspaltung der Krim von der Ukraine ist böse.

Die gekauften Medien lügen wie gedruckt (siehe Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen). Sie bringen miese Gags und noch fiesere Fakten. Erfreulich, daß Herr Wehrschütz als Ausnahme bisweilen die Regel bestätigt: Der zuständig gewesene ORF-Zensor staubt nun eh schon im Zentralarchiv die Kohlensäcke aus.

Daß – bei diesem Thema – Herr Dr. Unterberger nicht zu jenen seltenen journalistischen Perlen zählt, welche man in den Mainstream-Medien viel zu selten findet, schmerzt.

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Ergänzung 23.3.2014:

http://www.youtube.com/watch?v=6rVETucNhOY   Putin wandte sich direkt an das Deutsche Volk (nicht Regierung) wegen der Krim   (18.3.   2 min):

Russlands Präsident Wladimir Putin wandte sich am 18. März 2014 in seiner Rede direkt an das Deutsche Volk, in der er ausdrücklich das Deutsche Volk darum bat, die Strebung des russischen Volkes nach nationaler Einheit auf der Krim zu unterstützen, wie es die Russen den Deutschen gegenüber im Falle der Deutschen Wiedervereinigung auch taten.

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Ergänzung 25.3.2014:

http://www.freiewelt.net/nachricht/telefonat-timoschenkos-abgehort-10028053/   (25.3.):

Die ukrainische Oppositionspolitikerin Timoschenko würde den russischen Präsidenten am liebsten ermorden. Aber vielleicht ist diese Aussage auch vom Geheimdienst gefälscht worden.

Mit der Veröffentlichung eines Telefonmitschnitts geht der Nervenkrieg um Russlands Einverleibung der Krim in eine neue Runde. Dieser Mitschnitt wirft – wenn er nicht gefälscht ist – ein schlechtes Licht auf die ukrainische Opposition, weil er sie als unbeherrscht, rachsüchtig und mordlüstern präsentiert.

Am 18. März soll die ehemalige Regierungschefin der Ukraine und jetzige Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko mit dem ehemaligen stellvertretenden Chef des ukrainischen Sicherheitsrates und jetzigen Abgeordneten Nestor Schufritsch telefoniert haben. »Ich bin bereit, selbst eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Bastard in den Kopf zu schießen«, sagt Timoschenko, vermutlich über den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Außerdem sagt sie: »Mist, man muss zu den Waffen greifen und diese verdammten Russen zusammen mit ihrem Anführer abknallen.« Und: »Ich hoffe, dass ich meine Beziehungen nutzen kann. Ich werde die ganze Welt aufrütteln, damit von diesem Russland kein Stück verbrannte Erde übrig bleibt.«

Die Authentizität des Mitschnitts ist nicht geklärt. Timoschenko bestreitet nicht, das Gespräch geführt zu haben, gibt aber an, es sei manipuliert worden. Schufritsch leugnet, dieses Gespräch geführt zu haben. Der russische Geheimdienst FSB wird beschuldigt, dieses oder ein ähnliches Gespräch abgehört, mitgeschnitten und – bearbeitet oder nicht – veröffentlicht zu haben.

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Ergänzung:

http://ef-magazin.de/2014/03/24/5102-bundesparteitag-der-afd-in-erfurt—alexander-gauland-zur-krise-in-der-ukraine:

Rede des stellvertretenden Sprechers der Alternative für Deutschland [Alexander Gauland] vom 22. März

Liebe Parteifreunde,
meine Damen und Herren!

Eine aktuelle Stunde auf einem Parteitag muss einen außergewöhnlichen und wichtigen Anlass haben. Diesen gibt es mit der russischen Annexion der Krim und den Ereignissen in und um die Ukraine. Die Menschen und vor allem unsere Wähler möchten wissen, wie wir dazu stehen.

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen. Die Annexion der Krim ist ein völkerrechtswidriger Akt, der auch nicht durch eine zweifelhafte Volksabstimmung ohne neutrale internationale Überwachung geheilt wird.

Bis zu diesem Punkt reichen die Gemeinsamkeiten mit CDU und SPD. Doch, meine lieben Parteifreunde, ein Rechtsbruch hat immer auch eine Geschichte und die Legitimität eines Handelns kann anders beurteilt werden als seine Legalität. Oder wie sonst wollen die Amerikaner ihr Abenteuer in der Schweinebucht, die Besetzung Grenadas, den Kosovo- und Irakkrieg rechtfertigen? …

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Ergänzung:

Ulrich Gellermann: http://ef-magazin.de/2014/03/25/5107-westheilige-tymoschenko-die-mord-julia

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Ergänzung 2.4.2014:

Barbara Rosenkranz: http://www.zurueckzurvernunft.at/archives/147-Die-EU,-die-Krim-und-das-Selbstbestimmungsrecht-der-Voelker.html   (18.3.):

In der Charta der Vereinten Nationen ist der „Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker“ festgehalten. Auch in den beiden UN-Menschenrechtspakten von 1977 heißt es jeweils in Artikel I: „Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechts entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten in Freiheit ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.“

Dennoch bezeichnet der Westen die Entscheidung der Krim-Bewohner, sich an Rußland anzuschließen, als illegitim. Das ist umso bemerkenswerter, als der erzwungene Machtwechsel in Kiew wiederum als legitim gilt. Seltsam! …

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Ergänzung 4.4.2014:

Skandalöses Verhör von Siemens-Chef Jo Kaeser:
http://www.youtube.com/watch?v=g2WK0bOPPm8   ZDF-Agitator Kleber beschließt Wirtschaftssanktionen gegen Russland   (27.3.     6 min)

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Ergänzung 20.4.2014:

Wie NPD als NSU-Untersuchungsausschuss:
Rüdiger Göbel: http://de.ria.ru/opinion/20140409/268233756.html Doppelte Standards: Der Westen warnt vor Gewalt in der Ukraine – aber nur im Osten:

Die Ansage der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton ist klar und deutlich: „Politische Forderungen in der Ukraine müssen gewaltlos verfolgt werden, gemäß den demokratischen Standards und in rechtsstaatlicher Weise.“ Die Europäische Union beobachte „genau und mit Sorge“ die Lage, läßt die Brüsseler Lady verlauten. Ähnlich lauten die Statements aus Berlin und Washington. „Genau und mit Sorge“ wird aber nur der Osten der Ukraine beobachtet, vor dem, was im Westen passiert, verschließen EU und USA weiter die Augen. …

… Die Parole, „politische Forderungen müssen gewaltlos verfolgt werden“, wäre glaubwürdiger, wenn sie für die ganze Ukraine gelten würde. Und wenn auch anderen Akteuren die rote Karte gezeigt würde. Zur Erinnerung, weil das in den Mainstreammedien mal wieder untergeht: Während in Donezk und Charkiw prorussische Aktivisten Behörden belagern und die Proteste auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz kopieren, aufgetürmte Autoreifen inklusive, stürmen in der ukrainischen Haupstadt Mitglieder des faschistischen Gruppe „Rechter Sektor“ und der sogenannten Selbstverteidigung des Maidan das Oberste Gericht. Die braunen Schläger verhindern eine Versammlung der ukrainischen Richter, setzen diese auf die Straße und lassen sie Spießruten laufen. Der unverhohlene Angriff auf die unabhängige Justiz sorgt weder in den hiesigen Medien für größere Aufmerksamkeit noch sorgt es bei den politisch Verantwortlichen für einen Aufschrei. Warum auch, nach hiesiger Lesart agieren in Kiew „Aktivisten“, im Osten aber „Moskau-gesteuerte“ „Separatisten“.

Erst wenige Tage davor hat sich die EU von den Kiewer Faschisten wie ein Bär in der Manege vorführen lassen. Die vom Westen gestützten Machthaber haben die angeblich Verantwortlichen für die Toten auf dem Maidan ausgemacht. Wenig verwunderlich, es sollen Präsident Wiktor Janukowitsch und der russische Geheimdienst gewesen sein. Präsentiert hat das Ergebnis unter anderem der neue ukrainische Geheimdienstchef Valentin Naliwaitschenko – der hatte früher dem Anführer des „Rechten Sektors“, Dmitri Jarosch, ein Geleitwort für dessen Buch „Nation und Revolution“ verfasst. Die selbst unter Massenmordverdacht stehenden Kiewer Putschisten lassen ihre Pressekonferenz vom »Rechten Sektor« bewachen. An Dreistigkeit ist das kaum zu überbieten. Man stelle sich vor, die NPD würde hierzulande eingesetzt, die Mordserie der rechten Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ zu untersuchen oder in München Gericht darüber zu halten. …

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Ergänzung 8.9.2014:

Reinhard Merkel: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464.html   (7.4.):

Russland hat völkerrechtliche Ansprüche der Ukraine verletzt. Aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wer am lautesten nach Sanktionen schreit, lenkt nur ab von der eigenen Blamage.

Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts). Hätte aber Russland wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim nicht ablehnen müssen? Nein; die ukrainische Verfassung bindet Russland nicht. War dessen Handeln also völkerrechtsgemäß? Nein; jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete dort war völkerrechtswidrig. Folgt daraus nicht, dass die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig war und somit deren nachfolgender Beitritt zu Russland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion? Nein. …

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Ergänzung 23.1.2015:

Reinhard Merkel: „Annexion oder Sezession“?
RTdeutsch: https://www.youtube.com/watch?v=Kld2NO7KRqI#t=429   DER FEHLENDE PART: Die Causa Krim einmal de-ideologisiert  (23.1.   Interview: 9 min)

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Ergänzung 29.6.2015:

https://www.youtube.com/watch?v=Y8OJ07D7gPI „Putin hat die Krim nicht annektiert.“ Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider (16.4.   2 min):

… „Putin hat die Krim nicht annektiert. Er war völkerrechtlich dazu verpflichtet, die Sezession zu unterstützen. Und das hat er gemacht.“

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