Politische Korrektheit

Auf der Website In-Kürze.de findet sich eine äußerst lesenswerte Abhandlung über die Geschichte der Politischen Korrektheit, bearbeitet und zusammengestellt von William S. Lind.
Update 15.10.2016: Neuer Link: http://commons.wikimannia.org/images/Die_Geschichte_der_Political_Correctness.pdf

Inhalt:

  • Kapitel 1 – was ist „Politische Korrektheit“?
  • Kapitel 2 – Die Historischen Wurzeln der „Politischen Korrektheit“
    • Kurzprofile
  • Kapitel 3 – Politische Korrektheit in der höheren Bildung
    • Einleitung
    • Die Ursprünge der Politischen Korrektheit im höheren Bildungswesen
    • Der Gegensatz von Ideologie und freiheitlicher Bildung
    • Der vernichtete Lehrplan
    • Intoleranz und der Angriff auf die Freiheit
    • Die Hochschulreformbewegung
    • Das Feuer Wahrhaftigen Lernens
  • Kapitel 4 – Politische Korrektheit: Dekonstruktivismus und Literatur
  • Kapitel 5 – Radikaler Feminismus und die Politische Korrektheit
  • Kapitel 6 – Weiterführende Lektüre der Frankfurter Schule

Die Arbeit bezieht sich zwar auf US-amerikanische Verhältnisse, ist aber m. E. durchaus auch auf Europa zu verstehen.

Lind setzt die Politische Korrektheit mit kulturellem Marxismus gleich, sieht die Wurzeln bei Antonio Gramsci, die weitere Entwicklung in der Frankfurter Schule.

Zitate:

… Diese Parallelen sind weder ungewöhnlich noch zufällig. Sie existieren, weil die Politische Korrektheit direkt aus dem klassischen Marxismus abgeleitet wurde, faktisch eine Marxismusvariante ist. In der Vergangenheit fand durch die klassischen Marxisten eine „Auslese“ der kulturellen Marxisten aus der marxistischen Bewegung statt. Aber heute, wo der ökonomische Marxismus tot ist, ist der kulturelle in dessen Schuhe geschlüpft.

Stanford schaffte seine Ausrichtung auf die westliche Zivilisation 1988 ab und ersetzte sie mit einem multikulturellen Programm, das als „Kulturen, Ideen und Werte“ bekannt ist.

… Buch von Theodor Adorno und anderen, genannt „Die autoritäre Persönlichkeit“, welches die Ergebnisse der größten Meinungsumfrage, die jemals in den Vereinigten Staaten stattfand, zusammenfaßt. Es wurde 1950 veröffentlicht und paßte sich in jeder Hinsicht an die Kritische Theorie an. Als Dokument, das Zeugnis über das Glaubenssystem der Revolutionäre der Frankfurter Schule ablegt, war es gegen Gott, gegen das Christentum, gegen die Familie, gegen die Nation, gegen Patriotismus, gegen Konservativismus, gegen die Vererbungslehre, gegen Ethnozentrismus, antimaskulin, gegen Traditionen und anti-moralisch. All diese Elemente finden sich in der Kritischen Theorie wieder.

Nun sind die Eliten aus dieser Generation in Machtpositionen und sie arbeiten daran, die historischen Institutionen der Nation zu zerstören. Sie zielen ebenfalls auf die Zerstörung des Erbes, das wir „Westliche Zivilisation“ nennen, ab.

Unter den weiteren Werken über die Frankfurter Schule wird auch „Adorno: Eine politische Biographie“ von Ex-Kamerad Lorenz Jäger erwähnt: „Er ist kein unkritischer Bewunderer der Frankfurter Schule und dies führt zu einer durchaus ausgewogenen Behandlung von Adorno anstelle der üblichen Vergötterung.“

Die Geschichte der Politischen Korrektheit
Update 15.10.2016: Neuer Link: http://commons.wikimannia.org/images/Die_Geschichte_der_Political_Correctness.pdf
Bearbeitet von William S. Lind
Übersetzt von Thomas Völker
Ein Werk der Free Congress Foundation
November 2004
70 Seiten

Ergänzung 18.10.:

Passend dazu ein Artikel von Osimandia auf AdS vom Juli: Was ist Kulturmarxismus? (Link adapt. 15.2.2012; Hinweis 15.10.2016: AdS nicht mehr verfügbar):

Man könnte kurz und knapp sagen, Kulturmarxismus ist dasselbe wie politische Korrektheit, und es damit bewenden lassen.

… dass der Marxismus eine internationalistische Komponente hat. Internationalismus nennt man heute Globalisierung und es ist natürlich etwas verwirrend, dass die Globalisierungsgegner üblicherweise ausgerechnet Linke sind, während man die Globalisierer vor allem in der Hochfinanz, Politik und international verzweigten Unternehmenskonglomeraten findet.
Auch das wird später noch klarer werden, die Globalisierungsgegner sind überwiegend nämlich überhaupt nicht gegen die Globalisierung, sondern nur gegen die Art und Weise, wie sie durchgeführt wird. Gegen Masseneinwanderung in europäische Länder – die der destruktivste Aspekt der Globalisierung ist – haben sie üblicherweise überhaupt nichts…

Hier reichen sich marxistische Ideologen und Superreiche als zwei scheinbar ungleiche Zwillinge zum Nachteil von Arbeitern und Unternehmern die Hand, während letztere denken, sie befänden sich in politischer Gegnerschaft zueinander, die sich in verschiedenen Parteien ausdrückt…

„Demokratisch“ ist hier das Codewort für „kulturmarxistisch“…

Es geht einerseits um eine angestrebte Eine-Welt-Regierung, für die die EU eine Art Blaupause darstellt, zweitens um die schleichende Enteignung kleinerer und mittlerer Betriebe zugunsten der großen internationalen Wirtschaftskonglomerate und vor allem Banken, die dann Politiker als Marionetten für ihre Zwecke kaufen können. Dieses „Kaufen“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass Politiker Bestechungsgelder erhalten, es bedeutet viel mehr, dass man mit beliebig viel Geld die Medien beherrschen kann, und damit den Ruf eines jeden Politikers, der von der vorgegebenen – kulturmarxistischen – Linie abweicht, so ruinieren kann, dass ihn so gut wie kein Mensch mehr wählt. Das ist heute schon verwirklicht. Demokratie heißt bei uns nicht Herrschaft des Volkes, sondern Herrschaft der Medien, denn die Mehrheit lässt sich immer beeinflussen, daran kann man nichts ändern, und eine Mehrheit genügt in der Demokratie.

Theodore Dalrymple:
„Political Correctness ist kommunistische Propaganda im Kleinen. Während meiner Studien kommunistischer Gesellschaften bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht der Zweck kommunistischer Propaganda war, zu überzeugen oder zu überreden oder gar zu informieren, sondern zu demütigen; und deshalb war sie umso besser, je weiter sie von der Realität entfernt war. Wenn Menschen gezwungen sind, zu schweigen, wenn ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt werden, oder – schlimmer noch – wenn sie gezwungen sind, diese Lügen auch noch selber zu wiederholen, dann verlieren sie ein für alle Mal ihren Sinn für Redlichkeit. Sich mit offensichtlichen Lügen einverstanden zu zeigen, bedeutet, dass man mit der Schlechtigkeit kooperiert und auf ein gewisse Art auch selber schlecht wird. Die Kraft, sich irgendetwas zu widersetzen, bröckelt dadurch oder wird sogar ganz zerstört. Eine Gesellschaft von kastrierten Lügnern ist leicht zu kontrollieren. Ich denke, wenn man die Political Correctness untersucht, wird man feststellen, dass sie den gleichen Effekt hat, und das ist auch beabsichtigt.“

Nachtrag:
Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2011/08/24/globalismus-eine-linke-ideologie/

Ergänzung 19.10.:

Martin Lichtmesz zur PC:

Wer, wie unser Spezi a. D. und sozialistischer Selbstkritiker Lorenz Jäger, die „political correctness“ für einen bloßen Witz hält, mit dem man sich hin und wieder ein paar launig-geistreiche Feuilleton-Brötchen schmieren kann, hat den Ernst der Lage nicht annähernd begriffen. Die PC ist ein „Clown mit einem Messer“ (Derek Turner), eine entscheidende Waffe in einem allumfassenden, neo-marxistischen Psycho-Dschihad gegen die Identität des westlichen Menschen.  Auch ihr liebstes Kind, der sogenannte „Multikulturalismus“ hat „nichts mit Toleranz und Vielfalt zu tun“, er ist nichts weniger als „eine anti-westliche Haßideologie, die entworfen wurde, um die westliche Zivilisation zu zerstören.“ (Fjordman) Dasselbe gilt für den Feminismus, der weitaus destruktivere Ziele verfolgt, als für „Frauenrechte“  und „Gleichberechtigung“ zu streiten, wie das landläufige Gerücht lautet.

Ergänzung 24.10.:

Ein interessanter Artikel (2009) beschreibt hier eine Koalition der Politischen Korrektheit, bestehend aus den transatlantischen Globalisten („USA“/„Globalisierer“), Judentum, Kulturmarxisten („politische Linke“) und Islam.

Das Judentum beschert uns den Holocaust als einen unvergleichlichen Religionsersatz, der Islam die Zuwanderung mit dem Ziel der Islamisierung. Dies läßt sich aber beides mit dem Internationalismus, den liberale Globalisierer und Linke teilen, vereinbaren.

… Ihr Gegner ist natürlich alles Nationale, Völkische, Traditionelle, in erster Linie also die Deutschen als Holocaust-Haupttäter, die Katholische Kirche, soweit sie sich noch gegen ihre Selbstrelativierung durch das Vaticanum II sträubt, dann aber auch alle übrigen Europäer, die sich gegen die Auflösung ihrer Nationen wehren; dadurch sind die ehemaligen Siegermächte Großbritannien und Frankreich mehr oder weniger selbst auf die Seite der Verlierer geraten.

Ergänzung 25.10.:

Kairos hat sich schon im März mit diesem Thema beschäftigt: Was ist eigentlich Politische Korrektheit?

Hinweis 15.10.2016: Kairostheos nicht mehr frei verfügbar

Die PC ist eine Waffe mit mehreren Klingen. Zum einen dünnt sie das Denken desjenigen aus, der sich ihr unterwirft. Weil er keine Pauschalurteile mehr fällen darf, verflacht sein Denken, er wird zu einer steuerbaren Marionette. Politischer Konformismus ist die Folge. Da niemand zu widersprechen wagt (wer anders denkt, ist ein Rassist!), wird die Bösartigkeit der eigenen Kultur und die Überlegenheit der anderen aufgesogen, als sei sie ein Faktum. Unsere kulturellen Bereicherer auf der anderen Seite können sich ins gemachte Nest setzen und die Schuld für Misserfolge bei der strukturellen Diskriminierung suchen, statt bei sich selbst. So sorgt der Import von schlecht ausgebildeten Billiglohnarbeitern für ein Sinken der Einkommen und schafft – so die Theorie – irgendwann das revolutionäre Potential, das man so vermisst hat.

… Die PC hat nämlich mit den … überhaupt nichts zu tun und die Tatsache, dass fast alle Mitglieder der Frankfurter Schule … waren, ebenso Marx, Freud und viele andere „interessante“ Zeitgenossen, all diese Dinge sind völlig bedeutungslos. Wenn Sie anders denken, dann rufen Sie zum Hass auf!

Ergänzung 26.10.:

Schon 2006 wurde ein Artikel Fjordmans zu diesem Thema veröffentlicht:

… Der Kulturmarxismus hat den Westen geschwächt und uns reif für die Übernahme gemacht. Political Correctness ist kulturelles AIDS, das unser Immunsystem auffrisst, bis es zu schwach ist, islamischen Infiltrationsversuchen zu widerstehen. Sie muss zerstört werden, bevor sie uns alle zerstört.
… Political Correctness ist Marxismus mit einer Nasenkorrektur. Multikulturalismus hat nichts mit Toleranz und Vielfalt zu tun, er ist eine anti-westliche Hassideologie, die entworfen wurde, um die westliche Zivilisation zu zerstören. Wenn wir das aufzeigen können, ist ein entscheidender Teil der Schlacht bereits gewonnen.

Ergänzung 1.11.:

Ein Nachtrag aus der ganz oben im Artikel angeführten Geschichte der Politischen Korrektheit:

… Ein weiteres Buch über die Frankfurter Schule […] ist „Die Frankfurter Schule: Geschichte. Theoretische Entwicklung. Politische Bedeutung“ von Rolf Wiggershaus. … Im Nachwort des Buches bietet Wiggershaus kurze (und feindselige) Ansichten zu deutschen konservativen Kritiken der Frankfurter Schule…:

Seit der Veröffentlichung seines Buches „Das Elend der kritischen Theorie“ 1970 hat Rohrmoser auf sich permanent verändernden Weisen die Ansicht vertreten, daß Marcuse, Adorno und Horkheimer die intellektuellen Pflegeeltern der Terroristen waren, die die kulturelle Revolution nutzten, um die Traditionen des Westens zu zerstören. Akademiker wie Ernst Topitsch und Kurt Sontheimer, die sich selbst als Pädagogen und Liberaldemokraten sahen, folgten in Rohrmosers Fußstapfen. 1972 äußerte Topitsch, ein kritischer Rationalist und Philosophieprofessor in Graz, daß unter den Schlagworten der „rationalen Diskussion“ und des „dominanzfreien Dialogs“ an den Universitäten „eindeutig ein Terrorismus politischer Überzeugungen, wie er niemals zuvor existiert hatte, noch nicht einmal während der Tyrannei der Nazis“, installiert würde.

Ergänzung 6.12.: Siehe auch: WikiMANNia: Die Geschichte der Politischen Korrektheit

Ergänzung 30.6.2012: PI: Glanz und Elend der Political Correctness

Matthias Dusini und Thomas Edlinger haben ein neues Buch herausgebracht: In Anführungszeichen. Glanz und Elend der Political Correctness. Das muss PI natürlich empfehlen, unter anderem auch deshalb, weil es dem SPIEGEL nicht so ganz gefällt. Hier ist die Seite des Suhrkamp-Verlags mit einer Leseprobe!

Ergänzung 24.1.2013:

http://korrektheiten.com/2013/01/20/die-frankfurter-schule/:

Das folgende, insgesamt rund 25-minütige Video gibt einen guten, wenn auch kurzen Überblick über die Geschichte der Frankfurter Schule, die die wichtigsten ideologischen Grundlagen heutiger linker Ideologie gelegt hat. Besonders herausgearbeitet wird dabei die tiefe Destruktivität des Ansatzes, seine strukturelle Intoleranz und seine Eigenschaft als Legitimationsideologie heutiger Political Correctness. …

http://korrektheiten.com/2011/04/19/kognitive-dissonanz-und-political-correctness/

Das Frappierende an der gesellschaftlich dominanten linken Ideologie ist die krasse Diskrepanz zwischen ihren Dogmen und der sichtbaren Wirklichkeit …

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Ergänzung 6.2.2014:

http://www.andreas-unterberger.at/2014/02/auf-in-den-kampf-um-die-freiheit/   (4.2.):

Die Zukunft Mitteleuropas verdunkelt sich. Das passiert, obwohl es im Vergleich zum Süden scheinbar so stabil dasteht. Das passiert ganz unabhängig von ein paar Zehntel Auf- oder Abwärtsbewegung der sich ja ständig ändernden Konjunkturdaten. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich. Dazu gehören vor allem die Folgen der um 1970 einsetzenden demographischen Katastrophe, die Masseneinwanderung bildungsferner Schichten aus islamischen und afrikanischen Kulturen, die gigantisch angewachsene Haftungslawine zugunsten der schuldenfreudigen Mittelmeerländer, das immer exzessiver werdende Diktat der Politischen Korrektheit und die daraus erfolgende Einschränkung der Meinungsfreiheit.

… Der Universitätsbereich ist ein besonders guter Nährboden für Genderisten geworden. Dort gibt es nicht nur immer mehr Gender-Institute und Professuren – auf Kosten der seriösen Wissenschaften und auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Universitäten bei ihrem Kampf um mehr Geld. Dort werden auch Gendervorlesungen immer mehr zur Pflicht für die unterschiedlichsten Studienrichtungen. Das ist ähnlich wie einst in den kommunistischen Ländern, wo alle Studenten Marxismus-Leninismus belegen mussten.

Kleines, aber bezeichnendes Beispiel: Die Universität Wien stellte vor kurzem aus den Tausenden dort produzierten Diplom- und Seminararbeiten ausgerechnet jene Arbeit prominent auf ihre Homepage, in der sich ein halbes Dutzend Soziologinnen darüber beklagt, dass es mehrheitlich Frauen sind, die vor Weihnachten backen. Das wird – von einer wissenschaftlichen Institution! – vehement als „Retraditionalisierung“ attackiert.

In den Sog der Political Correctness ist in den letzten Jahren nicht zuletzt durch Verschulden der EU auch die Justiz geraten. Sie engt das Leben der Menschen und deren persönliche wie wirtschaftliche Handlungsfreiheit immer mehr mit Antidiskriminierungsgesetzen und Verhetzungsparagraphen ein.

Insbesondere der Islam hat in der Political Correctness einen intensiven Verbündeten gefunden. Während man etwa nach einem Delikt der „Christophobie“ oder „Katholophobie“ vergebens sucht (das würde ja reihenweise Grüne, Pinke und Rote vor Gericht bringen), wird von Linken seit einigen Jahren „Islamophobie“ als Schwerverbrechen dargestellt.

Alle Fakten, die dieser Sichtweise des Islam widersprechen, werden totgeschwiegen. Und dort wo man nicht strafen kann, wird ignoriert. Das passierte daher etwa auch der erschreckenden Studie, die das „Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung“ präsentiert hatte: Es fand nämlich durch umfangreiche Befragungen heraus, dass zwei Drittel der Moslems die religiösen Gesetze als über den staatlichen stehend erachten. Bei den Christen waren es hingegen nur 13 Prozent. Das zählt heute zu den Wahrheiten, die niemand hören will, die niemand im öffentlichen Raum mehr anzusprechen wagt.

Selbst diese 13 Prozent sind ja letztlich keine Gefahr für den Staat. Findet sich doch in der Bibel nichts, was dem Staat ein bestimmtes Handeln vorschreiben würde. Selbst das Tötungs- und damit auch Abtreibungsverbot ist in allen biblischen Quellen nur ein für das Individuum geltendes Gesetz. Diskrepanzen gibt es lediglich in einem extrem schmalen Bereich, nämlich dort, wo Staaten Christen zwingen wollen, bei Abtreibungen mitzuwirken.

Im Islam hingegen ist ein riesiger Bereich der Glaubenslehre des Korans klassisches Zivil- und Strafrecht. Viele Koranlehrer meinen sogar, dass der Koran die ausschließlich für Zivil- und Strafrecht zuständige Rechtsquelle sei. Daher hat sich in islamischen Zuwanderergruppen in Deutschland und Österreich, sobald diese eine kritische Größe erreicht hatten, eine ausgebreitete Schattenjustiz entwickelt. Diese geht längst über die Rolle von Mediatoren hinaus. Sie führt immer öfter dazu, dass Moslems wegen des in ihren Augen gültigen Vorrangs islamischer Gerichte vor staatlichen falsch oder gar nicht aussagen. Für die Mehrheit der Moslems gibt es keine getrennten Sphären für Religion und Staat – zumindest dort nicht, wo sie die Mehrheit bilden. Das wird aber schon in wenigen Jahrzehnten in Deutschland wie Österreich der Fall sein.

Die drohende Verschmelzung von staatlicher und religiöser Sphäre ist heute überhaupt die größte Bedrohung der menschlichen Freiheit. Dennoch wird von Grün & Co. fast jede Kritik am real existierenden Islam heftig bekämpft. Auch in den vielen von Linken beherrschten Medien wird Kritik am islamischen Fundamentalismus meist unterdrückt. Statt dessen erstatten immer wieder grüne Politiker und Journalisten Strafanzeige gegen einen der wenigen mutigen Islamkritiker. Und Staatsanwälte wie Richter verurteilen diese immer öfter, da sie sich anpassungswillig der „politisch korrekten“ Einschränkung der Meinungsfreiheit beugen.

Vorerst gehen all diese Entwicklungen an den Durchschnittsdeutschen und Österreichern eher vorbei. Diese haben zwar immer mehr die Überzeugung, wie Umfragen nachweisen, dass man nicht mehr alles sagen dürfe, was man sich denkt. Sie nehmen das aber eher lethargisch hin. Vorerst wird die mediale und politische Agenda nämlich noch ganz von wirtschaftlichen und europäischen Themen dominiert. Weder die demographische Katastrophe noch die Einschränkung der Meinungsfreiheit scheinen die Menschen derzeit sonderlich zu erregen.

Das tun derzeit offenbar nur jene, die sich an das Jahr 1848 erinnern. Das war die einzige Revolution, die ganz Europa erfasst hat, die Bürger und Arbeiter Seite an Seite gebracht hat. Das oberste Ziel dieser Revolution war der Ruf nach Meinungsfreiheit. Oder wie es damals meist hieß: nach „Preßfreiheit“.

Zwar sind die meisten der 1848 formulierten Verfassungen damals nicht Wirklichkeit geworden. Aber langfristig haben sich ihre Forderungen total durchgesetzt. Von den Menschrechtspakten bis zum deutschen Grundgesetz findet sich die Absicherung der Freiheit als dominantes Ziel und oberste Leitlinie. In Österreich ist sogar heute noch der ganz von 1848 geprägte Grundrechtskatalog von 1867 (!) das zentrale Menschenrechtsdokument. Freiheit und Würde des einzelnen sind in jener Epoche immer im Zentrum gestanden: beim Kampf für die Gewaltentrennung, bei der weitgehenden Zurückdrängung der Obrigkeit aus unserem Privatleben oder bei der Durchsetzung des Prinzips „Was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt“.

Heute aber ist die Freiheit der Bürger fundamental bedroht, weil all diese Prinzipien unterminiert werden, weil im Strafrecht die Politische Korrektheit langsam zur dumpfen General-Klausel wird.

Letztlich geht es in den meisten Phasen der europäischen Geschichte immer um das Ringen zwischen staatlicher Macht und ihrem Allmachtsstreben auf der einen Seite und dem Kampf der Menschen um Freiheit, ob sich dieser nun individuell oder in Gruppen, Vereinen und Parteien zeigt. Bei diesem Kampf um individuelle Freiheit geht es erstens um Leib und Leben, also konkret vor allem um das Recht auf einen unabhängigen Richter und um objektive, möglichst restriktive Gesetze; und zweitens um die Meinungsfreiheit, ob sich die nun in der Spezialform Religionsfreiheit äußert oder etwa in der Freiheit von Wissenschaft oder Kunst.

Immer geht es um das Recht, anderer Meinung zu sein, anderes zu glauben, anders zu reden, anders zu handeln, als es die Machthaber wollen. Dieses Spannungsverhältnis, diese Abwehr eines totalitär alles beherrschen wollenden Staates lässt sich schon im mittelalterlichen Kampf um die „Zweischwertertheorie“, also um die Trennung zwischen Staat und Kirche nachweisen, in den Geschehnissen rund um Canossa, in den Religionskriegen des 16. und 17. Jahrhunderts, im Einsatz der Aufklärung für Gewaltenteilung und in den nationalen Befreiungskriegen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Heute droht eine neue Einschränkung der Meinungsfreiheit zurück in den Vormärz zu führen. Um nur ein einziges besonders krasses Beispiel zu nennen: Österreichische Staatsanwälte klagen es als unerlaubten Meinungsexzess an und die Gerichte dreier Instanzen bestrafen es, wenn eine Wissenschaftlerin [Elisabeth Sabaditsch-Wolff] bei einem Seminar den islamischen Propheten als Pädophilen bezeichnet. Dabei gaben Gerichte und Staatsanwaltschaft durchaus das Faktum zu, dass Mohammed systematisch eine sexuelle Beziehung zu einer Neunjährigen gehabt hat. Nur sagen und kritisch thematisieren darf man es halt nicht mehr.

Deutlicher als dieses skandalöse Urteil kann man gar nicht zeigen, wie sehr die Meinungsfreiheit hierzulande wieder unterdrückt wird. Solche Urteile sind eine viel gravierendere Einschränkung der Freiheit als etwa die Vorratsdatenspeicherung. Bei dieser geht es ja nur um das behördliche Festhalten einer angerufenen/angemailten Telefon- oder Mail-Nummer, nicht um den Inhalt. Und die Vorratsdatenspeicherung könnte jedenfalls auch der Verfolgung echter Verbrechen dienen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich ein brillanter Autor wie Werner Reichel mit seinem neuen Buch, mit seinem großen Faktenwissen und seiner schreiberischen Begabung ganz dem historischen Kampf für die Freiheit und gegen deren Einschränkungen widmet.

Dieser Text ist das Vorwort zum neuen, soeben erschienenen Werk von Werner Reichel „Die Feinde der Freiheit“ . Es kann bereits unter diesem Link auf Amazon bestellt werden.

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3 Antworten zu Politische Korrektheit

  1. Eso-Vergelter schreibt:

    Die herkömmlichen Computer sollen durch indische „Aakash“-Computer ersetzt werden. Diese sind 30-mal billiger. Zudem sollen z. B. Krampfadern mit der Linser-Methode ZERSTÖRT werden. 20 Mio. Ausländer und sogenannte „Deutsche“ mit Migrationshintergrund müssen aus Deutschland weggeschafft werden.

    P. S.: Der nächste große Terroranschlag außerhalb Afrikas und Vorderasiens ereignet sich wahrscheinlich in Mumbai bzw. Umgebung. Und der nächste RECHTE Terroranschlag ereignet sich wahrscheinlich in London oder Leeds bzw. Umgebung. 🙂

  2. Pingback: Political Correctness und die Frankfurter Schule | Kreidfeuer

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