Paris: Menschenmassen bei Pro-Familien-Demo

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2094:massen-auf-der-place-des-invalides&catid=1:neuestes&Itemid=33  (26.5.):

Die Place des Invalides, Endpunkt der Massendemonstration, ist bereits jetzt (17.35 Uhr) gefüllt, und der Zustrom der Demonstranten hält an. Die Veranstalter versuchen, die drei Demonstrationszüge nicht zugleich auf den Platz strömen zu lassen, um Probleme zu vermeiden.

Trotz massiver Behinderungen durch schikanöse Verkehrskontrollen z. B. an den Mautstellen der Autobahnen rund um Paris, durch verdächtig viele Baustellen und Reparaturen im öffentlichen Personennahverkehr RATP scheint die Teilnehmerzahl weit über einer Million zu liegen. Sichere und verläßliche Angaben können noch nicht gemacht werden. Erste Gerüchte sprechen davon, daß die offiziellen Zählstationen so ausgewählt sind, daß erheblich niedrigere Teilnehmerzahlen als Ergebnis herauskommen. Es wäre nicht neu und hat nach der letzten Demonstration für erheblichen Spott gesorgt, daß die staatlichen Stellen die Zahlen herunterlügen.

… Aktuell spricht die Polizei von 500.000 Teilnehmern, die Homosexuellenverbände immerhin von einer Million.

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2093:und-immer-wieder-gallischer-witz-bei-der-massendemonstration&catid=1:neuestes&Itemid=33  (26.5.)

Ergänzung:

JF: Homo-Ehe: Erneut Massenproteste in Paris  (26.5.):

… An dem Protestzug beteiligten sich auch Oppositionsführer Jean-François Copé von der konservativen UMP, zahlreiche Bischöfe und Vertreter von Familienverbänden. …

… Die Demonstranten forderten die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande auf, die beschlossene Öffnung der Ehe für Homosexuelle zurückzunehmen. Politiker der UMP beklagten, die Regierung sei einer Diskussion über das Gesetz aus dem Weg gegangen. Eine Teilnehmerin kritisierte nach Angaben der konservativen Tageszeitung Le Figaro, die Kinder würden in der Schule mit der „Gender-Theorie umerzogen“.

Am Rande der Proteste besetzten Mitglieder der Identitären Bewegung das Dach des Hauptquartiers der Sozialistischen Partei und entrollten ein Banner, auf dem der Rücktritt Hollandes gefordert wird. Die Sozialisten bezeichneten die Besetzung als einen „Anschlag auf die Demokratie“. …

Ergänzung:

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2096:paris-friedliche-demonstration-friedliche-waechter-und-provozierende-krawallmacher&catid=1:neuestes&Itemid=33  (27.5.):

Die Anweisung, die absolut friedliche Massendemonstration von wohl weit über einer Million Franzosen in Mißkredit zu bringen, gilt anscheinend europaweit. Den ganzen Tag über waren Demonstranten aus der nicht mehr schweigenden Mehrheit Frankreichs friedlich zum zentralen Kundgebungsort, der Place des Invalides, gezogen. Viele hatten wegen Schikanen und Behinderungen durch die Behörden nicht teilnehmen können, andere kehrten bereits vor Erreichen des Platzes um, weil nach 19.00 Uhr die Busse für die Heimkehr nicht mehr abfahren durften.

Die offiziell bekanntgegebenen Teilnehmerzahlen sind ausgesprochen skeptisch zu betrachten. Wie bereits gesagt, wurden viele an der Teilnahme gehindert, kamen zu spät bzw. gar nicht an den Zählpunkten an. Da der zentrale Kundgebungsort, die Place des Invalides, weit über 400.000 Menschen fasst und prall gefüllt war, während einer der Demonstrationszüge nur zum Teil und ein anderer noch gar nicht eingetroffen war, darf man ruhig von einer Zahl von über einer Million Teilnehmern ausgehen. Auch bei den vorhergehenden Demonstrationen waren die Zahlen von den offiziellen Stellen lächerlich niedrig gehalten worden.

Die französische Civitas-Bewegung zählte 10.000 Teilnehmer bei ihrer separaten Kundgebung. Auch das ist eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass der eigentliche Anlass der Kundgebungen, das Gesetz über die Homo“ehe“, ja schon in Kraft ist.

Nach Ende der offiziellen Demonstration blieb eine große Zahl jugendlicher Wächter singend und friedlich zusammen. Am Rande dieser friedlichen Versammlung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Krawallmachern, die nichts mit den Wächtern zu tun haben, und der Polizei, welche Tränengas einsetzte. Da der Wind unglücklich stand, wurde das Gas auch in Richtung der Wächter geweht.

In gewohnter Weise tendenziös und verfälschend berichtete der rot-grüne Sender WDR (und nicht nur er) so, als seien die Krawalle nach der Demonstration von den absolut friedlichen Demonstranten ausgegangen.

Ergänzung 29.5.2013:

http://www.katholisches.info/2013/05/27/eine-million-demonstriert-in-paris-gegen-homo-ehe-das-wundersame-zahlenspiel-der-medien/

http://www.katholisches.info/2013/05/28/sozialistische-gereiztheit-erneut-verhaftung-friedlicher-veilleurs-deren-waffe-das-freie-wort-und-der-rosenkranz-ist/

… Wie nervös die Regierung ist, zeigen Informationen, wonach das Innenministerium das Verbot von Organisationen prüfe, von denen die friedlichen Kundgebungen Manif pour tous gegen die „Homo-Ehe“ und für den Schutz der Familie veranstaltet werden.

Unterdessen hat Rußland, das die Einführung von Privilegien für Homosexuelle als Diskriminierung der Familien, als gegen das Allgemeinwohl und gegen die Interessen des Staates gerichtet ebenfalls ablehnt, den Veilleurs und anderen spontanen Gruppe das Gelände der russischen Botschaft in Paris als Ort ihres Protestes gegen die sozialistische Gesellschaftspolitik angeboten. Auf dem exterritorialen Gebiet der Botschaft seien die friedlichen Demonstranten vor dem übertriebenen Zugriff der Polizei und den Versuchen, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit einzuschränken, sicher.

Ergänzung 30.5.2013:

Dieter Stein (JF): Der „Mai 1968“ von rechts  (30.5):

Die Bilder aus Frankreich bewegen. Zum dritten Mal innerhalb von vier Monaten versammelten sich in Paris Hunderttausende Bürger, um gegen die Politik des linken Präsidenten Hollande zu demonstrieren. Eine Million Teilnehmer zählten die Initiatoren der Protestbewegung „Manif pour tous“ (Demo für alle) am vergangenen Sonntag.

Auslöser für die bürgerliche Massenbewegung war Hollandes Projekt der Homo-Ehe, die nun am 18. Mai per Gesetz eingeführt wurde. Es war ein Wahlversprechen der Sozialisten gewesen, die jedoch unterschätzt haben, wie sehr die Aufgabe des traditionellen Familienbildes ans Herz der nationalen Identität rührt.

Wir reiben uns verwundert die Augen, wenn wir das französische Temperament, aber auch die Freude am öffentlichen Protest erleben. Eine Leidenschaft, die in Deutschland Bürgerlichen so fremd ist und die in der Regel nur die Linke für sich gepachtet zu haben glaubt. Die Kreativität bei unseren Nachbarn jenseits des Rheins kennt dabei kaum Grenzen:

So besetzten Studenten der Identitären Bewegung nach Greenpeace-Manier die Balustrade der sozialistischen Parteizentrale und forderten mit einem riesigen Spruchband den Rücktritt Hollandes. Die Marseillaise singende Studentinnen ketteten sich an Absperrgitter und wurden von Gendarmen fortgeschleift. Männliche Aktivisten der Anti-„Femen“-Gruppe „Hommen“ seilten sich mit Transparenten von einer Brücke ab und wurden von der Polizei zu Wasser eingefangen.

Der französische Innenminister Manuel Valls hatte die Gefahr gewalttätiger Ausschreitungen beschworen, um Protestler einzuschüchtern. Am Schluß waren es radikale Randgruppen, die das Bild der friedlichen Demonstration trübten.

Eine bürgerlich-rechte „Génération Manif pour tous“ (Le Figaro) bildete sich in diesen Protesten heraus und durchlebt ihren eigenen „Mai 1968“. Auch wenn die Homo-Ehe irreversibel bleiben sollte, haben sich Gruppen, Strömungen, Parteiungen formiert, die die politische Landschaft in Frankreich umkrempeln und eine neue Öffentlichkeit herstellen, die die Linke aus der Fassung bringen und weit über Frankreich hinaus strahlt. …

Ergänzung 31.5.2013:

Jürgen Liminski (FreieWelt.net): Widerstand – aus Liebe zur Familie  (28.5.):

… Der Manipulationskrieg der Zahlen hat mit der Angst der Regierung vor der anschwellenden Unpopularität zu tun, man will die Bewegung verharmlosen und diskreditieren, indem man ihr den Stempel des Rechtsextremismus aufdrückt. Aber hier versammelte sich erneut die bürgerliche Mittelklasse, das Bild vor und hinter dem Invalidendom war geprägt von jungen Familien mit drei und mehr Kindern. Auch Bürgermeister mit ihren Schärpen waren nicht selten zu sehen. Einer von ihnen, Jean Michel Fourgons, aus der Kleinstadt Elancourt, sei gekommen, sagte er dem Berichterstatter, um „gegen die Inkompetenz und die Lügen der Regierung zu protestieren, und zwar nicht nur in gesellschaftspolitischen Fragen, sondern auch bei Wirtschaft und Finanzen. „Frankreich macht sich mittlerweile zum Gespött in Europa. Wer nimmt Hollande noch ernst? Seine Kritik am deutschen Modell ist lächerlich. Schon die Fakten sprechen eine andere Sprache“. Aber „diese Leute“ in der Regierung lebten in einer anderen Welt und wollten eine andere Gesellschaft. Der Bürgermeister ist auch Unternehmer und gehört zur bürgerlichen Oppositionspartei UMP. Von dieser Partei und von der Front National waren mehrere Abgeordnete gekommen, um dem bürgerlichen Protest auch eine politische Note zu geben.
Die wirkliche politische Parole aber wurde von einem Gewerkschafter ausgegeben. Der rief zum „friedlichen Widerstand“ gegen die Regierung auf, ähnlich wie es die Solidarnosc in Polen in einer aussichtslosen Position vor dreißig Jahren getan habe. In seiner Begründung wählte er den Dreiklang der französischen Revolution. Denn Freiheit bedeute auch Gewissensfreiheit und die wollten die Sozialisten, auch mit dem Gleichstellungsgesetz einschränken. Gleichheit bedeute auch Anerkennung und nicht mediale Unterdrückung anderer Meinungen, Brüderlichkeit sollte vor allem den Schwächsten und Hilflosen, den Kindern, zuteil werden. Ein Staatsrechtler, hinter ihm auf der Bühne acht Richter in Roben, legte dar, wohin das posivitistische Recht führe, wenn man die Natur des Menschen nicht mehr achte und so die Verfassung verfälsche. Auch er rief zum „ruhigen Widerstand“ gegen die „Ideologen des Genderismus“ und eines „perversen Menschenbildes“ auf. Widerstand hieß auch die Devise einer Gruppe, die von Rennes zu Fuß die 350 Kilometer nach Paris zurückgelegt hatte, um auf diese Weise die „friedliche Entschlossenheit“ im „Kampf um die Zivilisation für die künftige Generation“ zu unterstreichen. …

http://www.lamanifpourtous.fr/de/aktuelles

Ergänzung:

Martin Lichtmesz: http://www.sezession.de/39080/frankreich-und-die-sorgen-des-nils-minkmar.html/3  (31.5.):

… Die „Homo-Ehe“ hat im Grunde weder mit Homosexuellen noch mit der Institution „Ehe“ irgendetwas zu tun. Sie hat keinen anderen Zweck, als das symbolische Bild der Ehe zu relativieren, zu nivellieren und zu „dekonstruieren“, ihren bisherigen Begriff ad absurdum zu führen.

Das bedeutet aber nichts weniger als einen Angriff auf ihre Substanz und damit ihren Sinn. Die „Homo-Ehe“ ist nichts weiter als die vorgeschickte Schachfigur eines linken, radikal-egalitären Kulturkampfes, der darauf abzielt, der Gesellschaft einen weiteren „reaktionären“ Ast endgültig abzusägen. Die eigentliche Zielscheibe dieser Agenda ist nicht auf den ersten Blick sichtbar. Wer sich ihr entgegengestellt, wird bequem mit dem Verdacht ausgeschaltet, er könne ein grundgarstiger Mensch sein, der grundlos gemein zu Schwulen und Lesben ist. Aber frei nach Clemenceau muß man hier sagen:  „Le mariage gay est un bloc.“

Es ist nicht daran zu zweifeln, daß sehr viele Demonstranten, die am 26. Mai auf die Straßen von Paris gingen, diesen Angriff vor allem auf einer emotionalen Ebene wahrnehmen, und hier freilich mit Angst und Abwehrreflexen reagieren. Aber ihre Ängste sind berechtigt. Es geht hier tatsächlich darum, das traditionelle Symbolbild der Ehe auch noch jenen zu entreißen, für die es eine fundamentale Bedeutung hat, für die es noch heute mehr ist, als ein bloßer individueller Privatvertrag zur Privatunterhaltung für Privatindividuen.

… gerade der maßlose Kult um die „Homo-Ehe“ hat nicht das geringste mit „Rationalität“ zu tun, sondern ist vielmehr nur ein weiteres pseudoreligiöses Versatzstück der herrschenden liberalistischen Heilsutopie.

Ich empfehle auch die Kommentare zu lesen. Beispiele:

… Ziel ist die Zerschlagung jeder Form der Zugehörigkeit, erst der von allen Bindungen befreite Mensch ist beliebig vernutzbar für die Neue Ordnung der Welt, verschiebbar von A nach B, hat es verlernt, sich innerhalb einer Gruppe zu organisieren, die womöglich Interessen teilen könnte, die der rationalen Optimierung weltweiter Produktion und weltweiten Konsumes entgegenstehen könnten.

… Der Kult um die Homoehe ist zutiefst nihilistisch, Homosex unerotisch, sorry, nekrophil. Ja, das ist traurig.
Den Massenprotest der Franzosen kann ich nur so verstehen, dieser Traurigkeit, dem Verlust des Eros etwas entgegenzusetzen.
Vive l‘amour.
Die “ Veilleurs“, die Wächter, auch eine Gruppierung innerhalb des französischen Protests, haben u. a. auch die Parole:
„Die Schönheit wird die Welt retten“ (Dostojewskij)

Es geht nicht um die Homoehe.
Sie ist nur der Kristallisationskern des Aufstandes der eingeschüchterten Mehrheit gegen das Regime.
Eines Aufstands der Zivilisation gegen ein utopistisches, infantiles, verantwortungsloses Gesellschaftsexperiment in der Endzeit.
Die Parlamentarische Demokratie in ihrer jetzigen Form ist am Ende.
Sie führt zwangsläufig zu eine mittelbaren Herrschaft des Pöbels und der Krakeeler oder zur Diktatur einer Finanz- und Medien-Oligarchie über ein verdummtes Volk, wie in den USA , zu „1984″ und Brave New World.
Die Weitsichtigkeit von Orwell und Huxley und die Realisation ihrer Fiktionen erschüttern mich immer mehr.
… Wir stehen an einer Zeitenwende und es ist spannend mitzuerleben, wie wir die 68er niederringen.

Ergänzung 3.5.2013:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/homo-ehe-jung-konservativ-dagegen-12158510.html  (23.4.)

Ergänzung 27.6.2013:

http://www.freiewelt.net/nachricht/frankreich-haerte-gegen-gegner-der-homo-ehe-10002293/  (27.6.):

Mit unverhältnismäßiger Härte geht Frankreichs Polizei gegen friedliche Gegner der Homo-Ehe vor. Jüngstes Beispiel für die völlig überzogene Reaktion auf Proteste ist die Festnahme und Verurteilung des 23-jährigen Studenten Nicolas Bernard-Busse. Der hatte mit anderen vor dem Fernsehsender M6, den Präsident Hollande gerade besuchte, gegen die Homo-Ehe demonstriert.

Für die Polizei waren die Sweatshirts mit dem Logo der Bewegung »Manif pour tous« Grund genug, die Personalien der Demonstranten festzustellen und sie abzuführen. Bernard-Busse wollte sich das nicht gefallen lassen und flüchtete. Doch er wurde gefasst und verurteilt. Er »wurde wegen Verstößen verurteilt, die auf eine Verhaftung folgte, die nicht hätte stattfinden dürfen. Das ist ein Einschüchterungsversuch«, sagte sein Anwalt.

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