Amoris Laetitia: Tauziehen in entscheidender Phase

(Fortsetzung zu https://kreidfeuer.wordpress.com/2016/11/19/amoris-laetitia-papst-franziskus-haeresieverdaechtig/)                                   ———–

http://www.katholisches.info/2016/12/27/konflikt-um-amoris-laetitia-in-entscheidende-phase-getreten-papst-schelte-boeswilliger-widerstand-gegen-brandmueller-vorwurf-haeretiker-und-treibt-schisma-voran/:

(Rom) Kurz vor Weihnachten scheint das Tauziehen um die Sakramentenordnung und die kirchliche Morallehre in seine höchste und entscheidende Phase eingetreten zu sein.

… Am 23. Dezember holte Papst Franziskus in seiner Weihnachtsansprache an die Römische Kurie zur wiederholten Mitarbeiterkritik aus und sprach sogar von „böswilligem Widerstand“. Am selben Tag bekräftigte Kardinal Walter Brandmüller, der dem päpstlichen Empfang für die Kurienmitarbeiter fernblieb, seine Bedenken zu Amoris laetitia. Der bekannte Kirchenhistoriker sprach davon, daß durch Zweideutigkeit des nachsynodalen Schreibens und dadurch hineininterpretierte Ansichten die „Fundamente der Kirche angegriffen“ werden. Vor allem gab er Unzweideutiges zu verstehen: Wer für die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Kommunion eintritt, ist „ein Häretiker und treibt das Schisma voran“. …

… Kardinal Burke deutete an, daß nach Epiphanie, dem Fest der Heiligen Drei Könige, der Moment gekommen sein könnte, da die Geduld an ihre Grenze stößt, und das Kardinalskollegium den Papst, sollte er nicht auf die Dubia in angemessener Form antworten, nach dem Vorbild des Völkerapostels Paulus gegenüber dem Apostelfürsten Petrus „brüderlich zurechtweisen“ sollte. …


Ergänzung 29.12.2016:

Antonio Socci: http://www.katholisches.info/2016/12/29/papst-franziskus-und-die-dubia-letzte-vergebliche-versuche-aus-der-sackgasse-zu-kommen-ohne-die-wahrheit-zu-sagen/:

Die Dubia (Zweifel) der vier Kardinäle Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner sind – mehr oder weniger – von verschiedenen anderen, wichtigen Purpurträgern legitimiert worden. …

Die verbissene bergoglianische Weigerung zu klären, was die wirkliche Lehre zu so schwerwiegenden und heiklen Fragen ist, delegitimiert seine eigene Amtsausübung, weil die grundlegende Aufgabe des Bischofs von Rom darin besteht, ein klares und endgültiges Wort über die Lehre der Kirche zu sprechen.

Daher scheint es, daß sich der Bischof von Rom, nach Wochen zorniger bergoglianischer Beschimpfungen in seinen Predigten in Santa Marta und Umgebung, in eine Ecke gedrängt fühlt (in die er sich selbst gestellt hat). Vor allem weiß er nicht mehr ein und aus, seit Kardinal Burke die Möglichkeit einer „formalen Zurechtweisung“ durch die Kardinäle in den Raum gestellt hat (für das höhere Gut des Seelenheils, das oberstes Gesetz der Kirche ist). …


http://www.katholisches.info/2016/12/29/hat-papst-franziskus-den-ernst-der-lage-erkannt/:

(Rom) Es wird ernst mit der „brüderlichen Zurechtweisung“ von Papst Franziskus. Untrügliches Zeichen, daß auch dem engsten Umfeld des Papstes der Ernst der Lage bewußt geworden ist, ist ein Artikel von Andrea Tornielli bei Vatican Insider.

„Eine eventuelle brüderliche Zurechtweisung des Papstes muß zunächst in camera caritatis stattfinden.“ Mit diesen Worten zitiert Tornielli Kardinal Walter Brandmüller, einen der vier Unterzeichner der Dubia (Zweifel) am umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia. Tornielli ist unter Franziskus zum Hofvatikanisten des Papstes aufgestiegen. Er hat jederzeit Zugang zu Santa Marta, berät Franziskus in Medienfragen und dient dem Papst als Sprachrohr, um zu sagen, was offiziell nicht gesagt werden kann.

Auch für diesen Artikel gilt daher die Annahme, daß er die Meinung und die Interessen von Papst Franziskus wiedergibt. Er zielt zunächst darauf ab, einen Keil zwischen die vier Unterzeichner der Dubia zu treiben. Ein Glatteis, auf das sich Kardinal Brandmüller nicht führen läßt.


Ergänzung 4.1.2017:

http://www.katholisches.info/2017/01/04/stimmungslage-im-vatikan-zum-jahresbeginn-2017-in-drei-teilen/:

(Rom) Ein Stimmungsbild des Klimas in drei Teilen, das zum Jahresbeginn 2017 im Vatikan herrscht, dargestellt anhand einer Karikatur und zweier Zitate. …


Markus Büning: http://www.katholisches.info/2017/01/04/fiktiver-brief-des-erasmus-von-rotterdam-zur-konfusion-um-amoris-laetitia/:

… Unter dem Deckmantel einer Barmherzigkeitspastoral ohne Grenzen, unter Bezugnahme auf das fehlgeleitete Gewissen und die individuelle Lebenswirklichkeit sogenannter wiederverheirateter Geschiedener wird nun der Versuch unternommen, die bisher immer geltenden Gesetze der Kirche auszuhebeln. Ja, auszuhebeln! Warum? Ich will Euch ehrlich sagen, wie ich das sehe: Um der Welt zu gefallen! Ja, es ist die offensichtliche Kapitulation vor jedem Anspruch, sein Leben in Treue und Verlässlichkeit zu gestalten. Und, das ärgert mich als ein Mann, der sein ganzes Leben mit dem akademischen Disput verbracht hat, besonders, dies alles wird mit ungeheuerlichen Tricks gemacht. Da wird dann in einer Fußnote die Tür zum Sakramentsempfang für Ehebrecher geöffnet! Ja, in einer Fußnote! Hat der Verfasser denn gedacht, diese würde überlesen werden? Scheinbar für manche ja. Einige von Euch reden ja deshalb so daher: Es hat sich durch AL doch gar nichts verändert! Alles bleibt beim Alten! Also ist die berühmte Fußnote nicht wichtig? Andere hingegen tun so, als ob die Fußnote der Kern der Botschaft ist. Ja, die Lehre hat sich selbstverständlich geändert. …


Ergänzung 5.1.2017:

http://kath.net/news/58045 Bischof Laun über ‚Amoris Laetitia‘ und die ‚Dubia‘ der vier Kardinäle (3.1.):

Salzburger Weihbischof im „One Peter Five“-Interview: „Ich habe die Sorgen der Kardinäle gelesen und stimme ihnen zu! Außerdem kenne ich die Kardinäle Meisner und Caffarra und weiß, wie kompetent sie sind! Mit ihnen bin ich in bester Gesellschaft!“

Laun: Das Verhalten der Kardinäle ist ein Dienst an der Lehre der Kirche! In der Geschichte gibt es viele Beispiele für Kritik auch an einem Papst. Sie hat der „Moral jeder Kritik” zu folgen: höflich, sachlich, gerecht, getragen von Liebe und viel Verständnis für den Kritisierten, weil jede Kritik auch mehr oder weniger weh tut.

… Laun: … es wäre eine gewisse Schande, wenn jemand aus Angst nicht redete! Schweigen kann, sagt Gregor der Große, eine Sünde sein, und Otto von Habsburg hat gesagt, die Feigheit sei ein Hauptlaster unserer Zeit! …


http://kath.net/news/58058 Kardinal: Papst gibt bei Wiederverheirateten klare Linie vor (5.1.):

In der Auseinandersetzung um den Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen hat der Generalsekretär der Bischofssynoden [, Kardinal Lorenzo Baldisseri,] die Position von Papst Franziskus verteidigt. …


Ergänzung 14.1.2017:

http://www.katholisches.info/2017/01/12/kardinal-burke-und-die-krise-des-heiligen-stuhls-kein-ultimatum-an-den-papst-aber-der-glaube-ist-in-gefahr/:

(Rom) „Es gibt kein Ultimatum an den Papst, aber wir ‚zweifelnden‘ Kardinäle sind deutlich mehr als vier und werden weitergehen“. Dies sagte Kardinal Raymond Leo Burke, einer der vier Unterzeichner der Dubia (Zweifel) gegen das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus, in einem Interview mit der neuen italienischen Tageszeitung La Verità (Die Wahrheit). …


Ergänzung 16.1.2017:

http://www.katholisches.info/2017/01/16/kardinal-caffarra-nur-ein-blinder-kann-leugnen-dass-wegen-amoris-laetitia-in-der-kirche-die-groesste-verwirrung-herrscht/:

(Rom) Mit klaren Worten meldete sich erstmals Kardinal Carlo Caffarra, einer der vier Unterzeichner der Dubia (Zweifel) über das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia zu Wort, seit diese öffentlich bekannt gemacht wurden. „Eine Kirche mit wenig Aufmerksamkeit für die Lehre ist nicht pastoraler, sondern nur ignoranter.“ Die Tageszeitung Il Foglio veröffentlichte am vergangenen Samstag ein Interview mit dem Kardinal.

… Die Sorge wegen der Spaltung unter den Hirten habe die vier Kardinäle zu ihrem Schritt veranlaßt. Nur „Blinde“ könnten bestreiten, daß durch Amoris laetitia eine große Verwirrung in die Kirche gekommen ist. Worte, die nach einer Frontalkritik am päpstlichen Umfeld und durch das Schweigen auch an Papst Franziskus klingen.

„Die Spaltung unter den Hirten ist der Grund für den Brief, den wir Franziskus übermittelt haben.“

Mit diesen Worten begründete Kardinal Caffarra die Dubia. Der ehemalige Erzbischof von Bologna reagierte auch auf Beleidigungen und die Drohung, ihnen die Kardinalswürde abzuerkennen: „Beleidigungen und die Androhung kanonischer Sanktionen sind unwürdige Dinge.“

„Ich denke, daß verschiedene Dinge zu klären sind.“ Über den inzwischen berühmten Brief und die dazugehörenden Dubia wurde „sehr lange nachgedacht, monatelang, und sehr lange unter uns diskutiert. Was mich betrifft, wurde auch sehr lange darüber vor dem Allerheiligsten gebetet.“ …

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